2026-10-20Rubrik Künstliche Intelligenz

Googelhupf Tageszeitung

Produkte & Modelle

Nvidia stellt neue offene Modelle für KI-Agenten vor

Nvidia stellt neue offene Modelle für KI-Agenten vor

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: techcrunch.com

Nvidia hat neue offene Modelle für dauerhaft laufende Agenten und Edge-Computing vorgestellt. Nemotron 3.5 Super VL hat 120 Milliarden Parameter und ist für Agenten in Unternehmen gedacht; laut Nvidia erreicht es bei Befehlsbefolgung und Tool-Nutzung ähnliche Genauigkeit wie das größere Nemotron 3 Ultra. Nach gezieltem Nachtraining soll es agentische Aufgaben schneller erledigen als Modelle von Anthropic und OpenAI, darunter Opus 5 und GPT 6.1 Sol. Als Kunden nennt Nvidia unter anderem Skydance, EY, Ramp, Crowdstrike, Perplexity und Salesforce. Zwei kleinere Bolt-Modelle sollen lokal auf neuen KI-PCs mit dem Nvidia-Chip RTX Spark und auf DGX-Spark-Workstations laufen. Nemotron 3.5 Bolt 74B-A9B mit 74 Milliarden Parametern ist für mehrstufiges Schlussfolgern, Tool-Aufrufe und Web-Browsing gedacht, Bolt E4B für Konversationsagenten. Super VL und Bolt 74B-A9B sind ab sofort verfügbar, Bolt E4B soll noch in diesem Monat folgen.

Mistral veröffentlicht Timestral, eine Modellfamilie für Zeitreihen-Prognosen

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: marktechpost.com

Mistral AI hat Timestral vorgestellt, seine erste Familie von Foundation-Modellen für Zeitreihen. Sie umfasst vier Modelle mit 5 bis 209 Millionen Parametern, die ohne Nachtraining Prognosen erstellen (Zero-Shot). Laut Mistral belegt das größte Modell auf GIFT-Eval, TIME und fev-bench den ersten Platz unter den vortrainierten Zero-Shot-Modellen, und zwar ohne GPU bei der Inferenz. Die Modelle geben pro Zeitschritt 21 Quantile aus, prognostizieren mehrere Größen gemeinsam und verarbeiten zusätzliche Eingangsgrößen. Auf einem Standard-Server-CPU mit 8 Threads braucht das 209-Millionen-Modell laut Mistral 140 Millisekunden für eine Tagesprognose aus drei Wochen Historie mit 15-Minuten-Werten. Gewichte und Inferenzcode sind offen verfügbar, die Installation erfordert Python 3.10 oder neuer und torch 2.4 oder neuer. Feinabstimmung auf eigene Daten läuft über Mistral Forge, Timestral 1.0 209M ist laut Dokumentation als Public Preview geführt.

MiniMax M3.1 Flash: neues Reasoning-Modell zu sehr niedrigen Kosten

MiniMax M3.1 Flash: neues Reasoning-Modell zu sehr niedrigen Kosten

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: the-decoder.de

MiniMax hat mit M3.1 Flash ein neues Reasoning-Modell vorgestellt. Laut Artificial Analysis erreicht es 42 Punkte im Intelligence Index, 13 Punkte mehr als der Vorgänger M3, bei weniger als der halben Kosten pro Aufgabe. Im Test Humanity’s Last Exam erzielt es 48 Prozent, im AA-Omniscience-Test beantwortet es 56 Prozent der Fragen korrekt. Die Kosten pro Aufgabe liegen laut Artikel bei rund 0,22 Dollar, das Modell soll dreimal schneller sein als M3. Als Schwachpunkt nennt der Bericht eine Halluzinationsrate von 93 Prozent, weil das Modell auch bei Unsicherheit antwortet statt zu verweigern. Es verarbeitet bis zu eine Million Tokens Kontext und nimmt Text und Bilder entgegen; die API kostet 0,15 Dollar pro Million Input-Tokens und 0,60 Dollar pro Million Output-Tokens. Die Gewichte sollen am 23. Oktober als Open Weights erscheinen. Im Intelligence Index liegt das Modell hinter DeepSeek V4.1 Flash 1017 mit 45 Punkten.

Google benennt Gemini um: Gems werden zu Skills, Gemini Spark heißt jetzt Tasks

Google benennt Gemini um: Gems werden zu Skills, Gemini Spark heißt jetzt Tasks

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: t3n.de

Google baut in Gemini zwei zentrale Funktionen um. Die bisherigen Gems heißen künftig Skills und lassen sich direkt im laufenden Chat über einen Schrägstrich oder das @-Zeichen aufrufen, mehrere Skills können in einer Anfrage kombiniert werden. Der Hintergrund-Agent Gemini Spark, im Mai auf der Google I/O vorgestellt, läuft im Chat nun unter dem Namen Tasks. Über einen Umschalter über dem Eingabefeld lassen sich bis zu 15 mehrstufige Aufträge gleichzeitig starten. Canvas, Deep Research sowie Video- und Musikgenerierung funktionieren zum Start nicht mit Skills. Private Konten wandeln ihre Gems ab dem 17. November 2026 automatisch in Skills um, im selben Monat wird das Experimentier-Werkzeug Opal eingestellt. Für Workspace-Kunden verzögert sich die Umstellung: alte Gems bleiben für Unternehmen bis zum 1. März 2027 und für Bildungseinrichtungen bis zum 1. Juni 2027 nutzbar. Laut Bericht warnt Google selbst, dass die Schutzmechanismen vor sensiblen Schritten wie Käufen oder dem Versenden von Nachrichten fehleranfällig sind.

Kling AI 4.0: Videogenerator mit bis zu 30 Sekunden am Stück und mehr Kontrolle

Kling AI 4.0: Videogenerator mit bis zu 30 Sekunden am Stück und mehr Kontrolle

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: the-decoder.de

Kling AI hat Version 4.0 seines KI-Videogenerators veröffentlicht. Die Generierung schafft bis zu 30 Sekunden in einem Durchgang, bis zu zehn Keyframe-Bilder legen Szenenübergänge und Charakterzustände fest, das Prompt-Verständnis umfasst 8.000 Token. Das erweiterte Omni-Reference-System erlaubt bis zu 15 Referenz-Assets pro Generierung: bis zu 10 Bilder, 5 Videos mit zusammen maximal 30 Sekunden und 7 Elemente. Das Modell erzeugt Zweikanal-Stereo-Audio mit verbesserter Lippensynchronisation in über zehn Sprachen, darunter Deutsch. Kling 4.0 Flash ist auf schnellere und günstigere Generierung ausgelegt, beschränkt sich aber auf 720p und 20 Sekunden Länge. In einem Vergleichsvideo des Artikels kann Kling 4.0 mit Wan 3.0 und Seedance 2.5 mithalten, liegt aber nicht vorn. Die 10-Bit-HDR-Ausgabe und die Video-Extension auf bis zu zwei Minuten sind noch als „coming soon“ angekündigt, Preise für die API nennt Kling noch nicht.

Unternehmen & Forschung

Anthropic stiftet einen Teil seiner Anteile für einen Public Benefit Fund

Anthropic stiftet einen Teil seiner Anteile für einen Public Benefit Fund

📅 2026-10-18 | 🔗 Quelle: anthropic.com

Anthropic gibt einen Teil seiner Anteile an den neu gegründeten Anthropic Public Benefit Fund ab. Vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre werden heute 5 Prozent der Anteile zugesagt. Hinzu kommen zusätzlich 2 Prozent für jede 50-prozentige Wertsteigerung des Unternehmens über einen festgelegten Basiswert, über deren Umsetzung der Vorstand entscheidet. Der Fonds ist als hundertprozentige LLC aufgebaut und nicht als gemeinnützige Organisation nach US-Recht; die Anteile dürfen nicht für Lobbyarbeit oder politische Spenden verwendet werden. Zusammen mit den früheren Zusagen der Gründer und dem Spendenprogramm für Mitarbeiter sollen rund 20 Prozent der Anteile dem Gemeinwohl gewidmet sein. Anthropic hat bereits 200 Millionen Dollar für die Untersuchung der Folgen für den Arbeitsmarkt zugesagt. Details zu Struktur und Governance sollen in den kommenden Monaten folgen.

Anthropic und Nscale sollen über einen weiteren Rechenzentrums-Deal über 45 Milliarden Dollar verhandeln

Anthropic und Nscale sollen über einen weiteren Rechenzentrums-Deal über 45 Milliarden Dollar verhandeln

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: techcrunch.com

Anthropic und der KI-Infrastrukturanbieter Nscale stehen laut Bloomberg kurz davor, einen weiteren Compute-Deal über 45 Milliarden Dollar anzukündigen. Ein Vertrag dieser Größe war bereits vor gut einem Monat verkündet worden. Die Gespräche laufen nach Angaben von Informierten noch, die Details könnten sich ändern. Anthropic treibt solche Partnerschaften trotz wachsender Sorgen mancher Investoren über hohe Ausgaben bei geringem Gewinn weiter voran. Beide Unternehmen streben an die Börse: Anthropic wird noch in diesem Jahr erwartet, Nscale stößt laut Bloomberg auf Widerstand von Investoren gegen die geplante Bewertung von 30 Milliarden Dollar. TechCrunch hat beide Unternehmen um eine Stellungnahme gebeten.

Ex-OpenAI-Ingenieur wegen versteckter Aufnahmegeräte bleibt in Haft

Ex-OpenAI-Ingenieur wegen versteckter Aufnahmegeräte bleibt in Haft

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: wired.com

Der frühere OpenAI-Ingenieur Abdulrahman Alfozan muss bis zu seinem Prozess in Untersuchungshaft bleiben. Der Bundesrichter Alex Tse begründete das am Montag in San Francisco mit der Fluchtgefahr. Alfozan soll in einem Konferenzraum von OpenAI ein Aufnahmegerät versteckt haben, das laut Ermittlern mindestens mehrere Tage in Betrieb war, auch während eines vertraulichen Treffens mit Regierungsvertretern. Die Staatsanwaltschaft verweist auf Nachrichten mit einem Mitglied des saudischen Königshauses, das ihn laut Gerichtsunterlagen für ein KI-Projekt in Saudi-Arabien anwerben wollte. Die saudische Regierung hatte außerdem Flugtickets für seine Frau und seinen Sohn bezahlt. Das Angebot, über eine Kautionsfirma die Freilassung mitzufinanzieren, nannte der Richter problematisch. Alfozans Verteidiger bestreitet, dass sein Mandant für Saudi-Arabien spioniert hat, und will den Beschluss anfechten. Bei einer Verurteilung wegen des einzelnen Anklagepunkts drohen fünf Jahre Haft, weitere Anklagepunkte sind möglich.

Disney übernimmt die Belegschaft von Character.AI über eine Insolvenz

Disney übernimmt die Belegschaft von Character.AI über eine Insolvenz

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: arstechnica.com

Character.AI hat am 12. Oktober Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet. Aus den Gerichtsunterlagen geht hervor, dass dies Teil eines Deals mit Disney ist. Disney stellt den größten Teil der Mitarbeiter ein, darunter den früheren CEO Karandeep Anand, und will eine weltweite, nicht exklusive Lizenz für einen großen Teil des Codes und der Werkzeuge erhalten. Diese Lizenz soll im Insolvenzverfahren versteigert werden. Nutzerdaten sind nicht Teil des Pakets. Für den Zuschlag würde Disney 12,5 Millionen Dollar zahlen, im September hatte Disney bereits 5,5 Millionen Dollar sowie eine Anzahlung von 2 Millionen Dollar geleistet. Character.AI soll für alle offenen Haftungsansprüche verantwortlich bleiben, darunter Klagen wegen der Sicherheit seiner Chatbots. Disney bestreitet laut Gerichtsunterlagen, dass es sich um eine Fusion handelt; Experten halten die Konstruktion für schwer rückgängig zu machen.

Anthropic gewährt dem externen Prüfer METR Zugang wie einem Mitarbeiter

Anthropic gewährt dem externen Prüfer METR Zugang wie einem Mitarbeiter

📅 2026-10-18 | 🔗 Quelle: arstechnica.com

Anthropic hat externen Bewertern „employee-like access“ eingeräumt, um die Risiken seiner Modelle zu prüfen. Die Organisation METR, die auch mit OpenAI, Google und Meta zusammengearbeitet hat, hat nun ein Team im Büro von Anthropic mit Zugang zu Hardware und internen Systemen. Anthropic hat sechs METR-Mitarbeiter eingebunden, mit Firmenhardware, Büroplatz und Zugang zu Werkzeugen, die etwa denen der eigenen Risikoteams entsprechen. Die Auswertungen darf METR veröffentlichen, Anthropic kann nur Schwärzungen verlangen, etwa bei Kundendaten, anwaltlich geschützten Details oder Modellarchitekturen. Anthropic zahlt METR für die Vereinbarung nach Angaben des Berichts nichts, da die Organisation keine Spenden von KI-Firmen annimmt. Auch SecureBio prüft im Auftrag des Unternehmens das Risiko chemischer und biologischer Waffen. OpenAI hat laut Bericht bislang noch keine Pläne vorgelegt, eigene externe Bewerter einzubinden.

KI-Agenten kaufen zunehmend über Stripe Link ein

KI-Agenten kaufen zunehmend über Stripe Link ein

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: the-decoder.de

KI-Agenten kaufen laut einem Bericht von Upstarts Media immer häufiger über Stripes Bezahldienst Link für ihre Nutzer ein. Im September stieg die Zahl der Transaktionen um das 38-Fache, das Zahlungsvolumen um das 20-Fache; absolute Zahlen nennt Stripe nicht, und die Vervielfachung beruht auf einer kleinen Basis. Laut Stripe-Manager Dan Hill nutzen inzwischen etwa 200 Agenten den Dienst, bei der Auswertung waren es rund 70, darunter Metas Muse und Grok Bot. Meist geben die Agenten etwa 100 Dollar pro Transaktion aus, manche kaufen Flüge oder Möbel für Tausende Dollar. Der Einzelhandel machte 36 Prozent der Transaktionen und 32 Prozent des Volumens aus, Reisen 28 Prozent des Volumens. Die Agenten erhalten statt der echten Kreditkartennummer eine eigene 16-stellige Nummer, Nutzer können Ausgabelimits festlegen. Hill räumt ein, dass Stripe nicht die einzige Option bleiben wird; als Konkurrenz nennt er PayPal und Shop Pay von Shopify.

Microsoft steigt aus Nscales geplantem KI-Rechenzentrum in Essex aus

Microsoft steigt aus Nscales geplantem KI-Rechenzentrum in Essex aus

📅 2026-10-18 | 🔗 Quelle: The Guardian

Microsoft hat die Vereinbarung mit dem britischen Unternehmen Nscale für das geplante KI-Rechenzentrum in Loughton in Essex gekündigt, wie zuerst der Telegraph berichtete. Microsoft sollte der Ankermieter des Projekts sein, das die Regierung bei Ankündigung 2025 als größtes KI-Rechenzentrum des Landes gefeiert hatte. Damit hat Nscale für Loughton seinen einzigen öffentlich genannten Kunden verloren. Grund sind Stromprobleme: Der Netzbetreiber UK Power Networks hat laut Bericht erklärt, dass er bis in die frühen bis mittleren 2030er-Jahre nicht genug Strom liefern kann. Nscale erklärte, man bleibe dem Projekt und Großbritannien verpflichtet, prüfe eigene Stromerzeugung auf dem Gelände und einen schnelleren Netzanschluss, und das Netzproblem wirke sich nicht auf andere Verträge aus. Microsoft bleibt laut Bericht bei einem anderen Nscale-Projekt in Norwegen an Bord. Das Unternehmen will heuer an der Börse in New York mit einer Bewertung von etwa 35 Milliarden Dollar starten; der Verlust des Ankermieters könnte das erschweren.

KI schätzt aus einem Selfie biologisches Alter und Überlebenschance von Krebspatienten

KI schätzt aus einem Selfie biologisches Alter und Überlebenschance von Krebspatienten

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: The Guardian

Forscher des Mass General Brigham in Massachusetts haben ein KI-System entwickelt, das aus einem einzigen Gesichtsfoto das biologische Alter schätzt und die Überlebenschance von Krebspatienten vorhersagt. Das System wurde mit Daten von mehr als 40 Millionen Gesichtsfotos aus verschiedenen Ethnien und Altersgruppen trainiert und in der Fachzeitschrift Lancet Digital Health beschrieben. Es besteht aus zwei Werkzeugen: FAHR-FaceAge schätzt das biologische Alter und leitet daraus die Überlebenschance ab, FAHR-FaceSurvival sagt sie direkt aus dem Foto voraus. Bei Krebspatienten mit Strahlentherapie in den USA hatten Menschen, die laut FAHR-FaceAge mindestens fünf Jahre älter aussahen, im Schnitt über vier Jahre ein 21 Prozent höheres Sterberisiko; wer fünf Jahre jünger aussah, hatte ein 17 Prozent niedrigeres. Laut Studie hingen starker Alkohol- und Drogenkonsum sowie Rauchen mit biologisch älterem Aussehen zusammen. Das Ergebnis blieb bei Pose, Licht, Mimik und Make-up weitgehend stabil. Die Forscher betonen, dass vor einem breiten Einsatz weitere Studien nötig sind, und das Werkzeug soll Ärzte bei Therapieentscheidungen unterstützen, nicht ersetzen.

Anthropic holt Juristen dazu, damit KI-Agenten künftig Preise und Verträge aushandeln

Anthropic holt Juristen dazu, damit KI-Agenten künftig Preise und Verträge aushandeln

📅 2026-10-18 | 🔗 Quelle: the-decoder.de

Laut Financial Times berät sich Anthropic mit Anwaltskanzleien, um faire Verhandlungsregeln für KI-Agenten zu entwickeln, die im Auftrag ihrer Nutzer Preise aushandeln, Beschwerden lösen oder Vertragsangebote verbessern sollen. Eigene Experimente zeigen laut Bericht, dass stärkere Modelle besser verhandeln als schwächere, was zu einem gesellschaftlichen Ungleichgewicht beitragen könnte. Parallel sucht Anthropic sogenannte Conceptual Reasoning Fellows, ausdrücklich auch Anwälte. Forscher Justin Curl begründet das mit einem Datenproblem: In Mathematik und Code lassen sich Modelle leicht verbessern, weil überprüfbare Daten reichlich vorhanden sind, in den Geisteswissenschaften fehlen sie. Die Fellows sollen vier Monate lang Claude bei Urteilsfragen in Recht, Philosophie, Kognitionswissenschaft, Wirtschaft und Politik testen und dafür Testfälle und Bewertungen erstellen. Die Vergütung für diesen Zeitraum liegt laut Bericht bei 100.000 bis 167.000 Dollar.

Politik & Regulierung

Landgericht Aachen macht Google für falsche KI-Antworten verantwortlich

Landgericht Aachen macht Google für falsche KI-Antworten verantwortlich

📅 2026-10-18 | 🔗 Quelle: the-decoder.de

Das Landgericht Aachen hat Google per einstweiliger Verfügung untersagt, drei beanstandete Textvarianten seiner KI-Suche im Modus „KI-Modus“ weiter zu verbreiten. Betroffen war ein Aachener Neuroradiologe, der bis Juni 2026 Chefarzt war. Die KI schrieb ihm Vorgänge um einen anderen Universitätsprofessor zu, unter anderem den Vorwurf sexueller Nötigung. Der Arzt hatte Google Ende August informiert und zur Löschung aufgefordert, Google kündigte laut Gericht Mitte September jedoch keine Maßnahmen an. Das Gericht entschied ohne vorherige Anhörung von Google und stützte sich ausdrücklich auf die Begründung eines Münchner Urteils vom Mai, wonach KI-Antworten eigene Aussagen des Konzerns sind. Bei jedem Verstoß drohen bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld. Google kann Widerspruch einlegen, die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Das Münchner Verfahren war zuvor ohne Entscheidung der Berufung durch einen Vergleich beendet worden.

Trotz Kindersicherung finden US-Teenager Nudify-Apps in den Stores von Apple und Google

Trotz Kindersicherung finden US-Teenager Nudify-Apps in den Stores von Apple und Google

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: The Guardian

Ein Bericht der Organisation Tech Transparency Project (TTP), den der Guardian vorab einsehen konnte, zeigt, dass Minderjährige trotz Kindersicherung an Apps zur Erstellung nicht einvernehmlicher Nacktbilder kommen. Die Forscher legten vier Testkonten an, zwei bei Apple und zwei bei Google, mit der Angabe, 13 Jahre alt zu sein, und luden damit 135 Apps herunter, die Kleidung entfernen oder Gesichter auf nackte Körper montieren. Die Suche nach Begriffen wie „AI video generator“ oder „adult AI“ führte dabei zu den Apps. Viele dieser Apps waren laut Bericht als für Minderjährige geeignet eingestuft, eine Gesichtstausch-App sogar ab vier Jahren. Ein Abo ließ sich vom Kinderkonto kaufen, ohne dass das verknüpfte Elternkonto benachrichtigt wurde. Google erklärte, es habe Apps mit schädlichen Inhalten gesperrt und verwandte Suchbegriffe eingeschränkt. Apple verschärfte nach Kontakt durch TTP seine Richtlinien, verlangt nun von Entwicklern, nicht einvernehmliche intime Bilder auch KI-generierte zu verhindern, und hat nach eigenen Angaben weitere genannte Apps entfernt oder dagegen vorgegangen. Ein Apple-Sprecher wies zugleich darauf hin, dass einige der genannten Apps gewöhnliche Foto- und Videobearbeitung seien ohne Nacktfunktion.

Tools & Anwendungen

Amazon bringt mit TorchNeuron PyTorch-Anwendungen auf seine Trainium-Chips

Amazon bringt mit TorchNeuron PyTorch-Anwendungen auf seine Trainium-Chips

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: techcrunch.com

Amazon Web Services hat am Montag das Werkzeug TorchNeuron veröffentlicht, mit dem sich PyTorch-Anwendungen auf den KI-Chip Trainium übertragen lassen. Laut Amazon genügt dafür eine einzige Konfigurationszeile, der Code muss nicht umgeschrieben werden. PyTorch nutzen laut Amazon rund 85 Prozent der KI-Anwendungen; das Projekt gehört seit 2022 zur Linux Foundation. Bisher ist PyTorch eng mit Nvidias CUDA verzahnt, weshalb Nvidia-Hardware als Standard gilt. AWS argumentiert, auf der eigenen Cloud sparten Startups Geld, da Trainium Training und Inferenz abdecke, auch wenn AWS nicht den günstigsten Preis pro Token biete. Als Beispiel nennt AWS den KI-Stimmanbieter Deepgram, der nach eigenen Angaben mit Trainium 70 Prozent mehr Audio pro Dollar verarbeitet. Amazon will außerdem Code, der PyTorch an bestimmte Chips bindet, direkt im Hauptprojekt entfernen. TechCrunch weist darauf hin, dass sich erst zeigen muss, ob daraus mehr Auswahl oder nur mehr Konfigurationsaufwand entsteht.

Einbruch bei dem KI-Programmierwerkzeug OpenCode: Schlüssel von 1,4 Prozent der Console-Nutzer betroffen

Einbruch bei dem KI-Programmierwerkzeug OpenCode: Schlüssel von 1,4 Prozent der Console-Nutzer betroffen

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: techcrunch.com

Das Open-Source-Programmierwerkzeug OpenCode, eine Alternative zu Claude Code und Cursor, meldete, dass Angreifer in der Nacht ein älteres System geknackt haben. Betroffen sind 1,4 Prozent der Nutzer der Online-Plattform OpenCode Console, auf der manche Nutzer API-Schlüssel für KI-Dienste ablegen. Das Unternehmen spricht von einem „groß angelegten Distillation-Angriff“, wie der Einbruch genau ablief, ist aber nicht bekannt. Skeptiker halten die Einordnung als Distillation für unbelegt und sprechen von einem schlichten Einbruch. Betroffene Nutzer wurden nach Firmenangaben per E-Mail informiert; wer keine Mail bekam, war nicht betroffen. Entwickler berichteten über Abbuchungswarnungen und unberechtigte Belastungen, einzelne Summen sollen über 1.000 Dollar gelegen haben. Anthropic und Google sperrten die vermutlich offengelegten Schlüssel, OpenAI stellte laut OpenCode den Zugang wieder her und erstattet die im Angriff verbrauchten Guthaben. Die Open-Source-App und das Kommandozeilenwerkzeug seien laut Mitgründer Dax Raad nicht betroffen, nur die Console. Raad schilderte, dass Angreifer 48 Stunden lang ununterbrochen versucht hätten einzudringen; die KI-Modelle, die sein Team zur Analyse des Schadcodes nutzte, verweigerten die Arbeit, sobald der Code Sicherheitsfilter auslöste. Erst über OpenAIs Programm „Daybreak Blue“ für geprüfte Nutzer erhielt das Team Modelle, die bei Abwehrarbeit weniger ablehnen. David Sacks, Ko-Vorsitzender des Beratenden Rats des US-Präsidenten für Wissenschaft und Technologie, sah darin ein Beispiel dafür, dass Schutzvorkehrungen die Verteidigung behindern. Der Einbruch fiel in die Nacht, in der OpenCode das Modell GLM-5.3-Flash für Nutzer kostenlos machte. Betroffene sollen ihre Schlüssel beim jeweiligen Anbieter widerrufen; der Vorfall laufe laut Unternehmen noch.

Google veröffentlicht Harness² als Open Source: KI-Agenten sollen ohne besseres Modell besser werden

📅 2026-10-18 | 🔗 Quelle: marktechpost.com

Google Cloud AI Research hat Harness² als Open Source veröffentlicht, ein rekursives Framework, das die Umgebung eines Modells verbessert, ohne dessen Gewichte zu verändern. Zur Umgebung, der sogenannten Harness, zählen Prompts, Werkzeuge, Speicher, Fähigkeiten und die Ablaufsteuerung um das Modell herum; das Framework optimiert diese Teile im laufenden Einsatz. Es ist für offene Aufgaben gedacht, bei denen niemand sagt, ob eine Antwort richtig ist, und stellt dafür acht Komponenten bereit, die jeweils als eigene Datei bearbeitbar sind. Zwei verknüpfte Rekursionsebenen steuern die Suche; der Budgetwert k legt fest, wie viele Kandidaten parallel geprüft oder wie viele Verfeinerungsschritte nacheinander gemacht werden. Getestet wurde mit drei Fachbenchmarks (WorkBuddy-Bench, JobBench und Harveys LAB), als Ausführende dienten Gemini 3.5 Flash und GLM-5 unter OpenCode und Codex, als Editor Claude Opus 4.8; die Ergebnisse sind Mittelwerte aus drei Läufen. Schwächere Ausführende profitierten stärker: Nach einem Schritt schlug GLM-5 das Basismodell Gemini 3.5 Flash auf WorkBuddy-Bench, und Gemini unter OpenCode erreichte mit parallelem k=5 auf WorkBuddy 80,8 Punkte. In drei von vier Konfigurationen brauchten die Agenten zudem weniger Schritte pro Aufgabe. Das Projekt ist auf Linux mit Python 3.12 und uv ausgelegt; für WorkBuddy-Bench wird Docker benötigt, für Läufe mit Modellzugang Node.js 20 oder neuer, die Google-Cloud-CLI und ein Vertex-AI-Projekt.

KI-Agenten greifen mehr als 100 Websites an, darunter Seiten von John Deere und SharkNinja

KI-Agenten greifen mehr als 100 Websites an, darunter Seiten von John Deere und SharkNinja

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: theverge.com

Ein Angreifer hat laut dem KI-Sicherheitsunternehmen Norforge mehr als 100 Websites angegriffen, wobei die KI-Agenten weitgehend selbstständig arbeiteten und der menschliche Hacker kaum eingriff. Norforge nennt die Ziele nicht; Reuters zufolge gehörten Unternehmen wie John Deere, SharkNinja und Cummins dazu. Die Forscher stießen auf die Angriffe über offen erreichbare Instanzen von Cairn, einer Open-Source-KI-Plattform, die sich als „Allzweck-Problemlösungsmaschine“ beschreibt. Dort legen Nutzer Start- und Endpunkt fest, und die Agenten dokumentieren ihren Fortschritt; laut Norforge lässt sich die Plattform auch für Cyberangriffe nutzen. Der aktivste Angreifer richtete sich gegen Firmen in den USA, Kanada, Australien und Japan; erfolgreiche Einbrüche dauerten laut Reuters etwa 23 Stunden. Norforge fand mehr als 20 Cairn-Instanzen, die „vermutlich bösartig“ sind. Cummins erklärte, man untersuche einen möglichen Angriff auf die Website eines Drittanbieters. John Deere teilte Reuters mit, es gebe keine Hinweise darauf, dass sensible Informationen abgerufen wurden. SharkNinja sagte, betroffen sei eine eigenständige Produktsupport-Seite und die Bedrohung sei eingedämmt. Norforge arbeitet nach eigenen Angaben daran, die bösartigen Instanzen abschalten zu lassen. Der Entwickler von Cairn, @le1xia0, betonte, die Plattform sei „nie ein Hacking-Werkzeug“ gewesen; Missbrauch sei eine menschliche Entscheidung und kein Merkmal der Software.