Google hat mit Gemini 4 Argon ein neues Spitzenmodell vorgestellt, das vor allem durch ein Ausgabelimit von einer Million Token auffällt. Nach Angaben des Unternehmens ist das der Bestwert in der Branche. Argon ist für besonders schwere Aufgaben gedacht, genannt werden Cybersicherheit, Programmierung und Finanzanalyse. Allgemein verfügbar ist es vorerst nicht: Google verteilt Argon über das neu eingerichtete Fairwind-Programm an ausgewählte, vertrauenswürdige Cyber-Verteidiger und sammelt deren Rückmeldungen, bevor Entwickler, Unternehmen und Verbraucher Zugang bekommen. Die Ankündigung steht in Googles Monatsrückblick für September, der weitere Neuerungen auflistet. Dazu gehören Gemini 3.8 Flash und eine Cyber-Variante, neue Sprach-zu-Sprach-Fähigkeiten mit Gemini 3.8 Live, das Wettermodell WeatherNext 3, das Genom-Projekt AlphaGenome Atlas sowie neue Gemini-Anbindungen an Dienste wie Airtable, Adobe und Peloton. Außerdem ist mit dem Googlebook ein Android-basierter Laptop vorbestellbar.
Meta öffnet Muse für selbstgebaute Hardware und verschenkt den Home Link
Meta hat ein Open-Source-Projekt gestartet, mit dem Entwickler eigene Geräte bauen können, die mit dem KI-Agenten Muse zusammenarbeiten. Dafür stellt das Unternehmen quelloffene Firmware und ein Linux-Entwicklungspaket bereit, gedacht für Bastelprojekte mit Displays, Knöpfen, Sensoren und anderen Bauteilen. Gleichzeitig hat Meta mit dem Muse Home Link ein eigenes kleines Gerät vorgestellt. Es wird über USB-C mit Strom versorgt, verbindet Muse mit dem Heimnetz und kann dort mit vernetzten Geräten wie Lautsprechern und Smart-TVs sprechen. Meta hat 5.000 Stück davon gefertigt und gibt sie, solange der Vorrat reicht, kostenlos an Muse-Abonnenten ab. Laut Nat Friedman dauert die Vorbereitung des Versands noch einige Wochen. TechCrunch geht davon aus, dass die kostenlosen Exemplare wegen der Nachfrage schnell vergriffen sein dürften.
Suno erzeugt jetzt Sprache mit passender Hintergrundmusik
Der KI-Musikgenerator Suno hat eine Funktion namens Speech als Beta veröffentlicht. Sie erzeugt gesprochenen Text und dazu passende Hintergrundmusik in einer einzigen Audiospur. Nutzer geben eine Idee oder einen fertigen Text ein und beschreiben, wie die Stimme klingen und welche Musikrichtung darunterliegen soll. Suno nennt als Einsatzzwecke unter anderem Gedichte, Meditationen und Gutenachtgeschichten. Vor der Freigabe wurde die Funktion einen Monat lang mit einer kleinen Testgruppe erprobt. Das Unternehmen weist selbst auf Schwächen hin, so könne ein britischer Akzent zeitweise australisch klingen. Wie das Modell trainiert wurde, legt Suno nicht offen. Das Unternehmen steht wegen mehrerer Urheberrechtsklagen unter Druck, unter anderem von großen Musiklabels, und hat kürzlich ein Verfahren vor einem Münchner Gericht verloren, in dem es um die Nutzung geschützter Werke ging.
Nvidia kündigt DGX Spark mit 64 GB für lokale KI-Agenten an
Nvidia bringt eine kleinere Variante seines Desktop-KI-Rechners DGX Spark mit 64 GB Speicher auf den Markt. Sie soll ab dem 23. Oktober 2026 über den Nvidia Marketplace, OEM-Partner und den Handel erhältlich sein. Das Gerät basiert auf dem Grace-Blackwell-Superchip GB10 und liefert bis zu ein Petaflop FP4-Rechenleistung, die Speicherbandbreite liegt bei 273 GB/s. Gedacht ist es für KI-Agenten, Feinabstimmung und Inferenz direkt am Arbeitsplatz. Nvidia nennt als passende Modelle die aktuelle Klasse mit 30 bis 35 Milliarden Parametern, etwa Nemotron 3.5 Lightning, Qwen 3.8 mit 27 Milliarden Parametern und Metas Muse Glimmer. Die bisherige Version mit 128 GB bleibt im Angebot. Zwei 64-GB-Geräte lassen sich über ConnectX-7 koppeln und sollen dann laut Nvidia etwa 1,7-mal so schnell sein wie ein einzelnes 128-GB-Gerät.
Unternehmen & Forschung
Anthropic steckt 100 Millionen Dollar in die Claude Frontier Academy
Anthropic hat die Claude Frontier Academy angekündigt und investiert dafür 100 Millionen Dollar. Bis Ende 2027 sollen dort 10.000 sogenannte Frontier Deployed Engineers ausgebildet werden, also Ingenieure, die KI-Systeme in Unternehmen einführen. Das Programm ist an die Ausbildung in der Medizin angelehnt und hat zwei Phasen. Zuerst gibt es ein mehrtägiges Präsenzprogramm mit Anthropic-Ingenieuren, simulierten Einführungsszenarien und einer praktischen Prüfung. Danach folgt eine zwölfwöchige Residency, in der die Teilnehmer an echten Claude-Projekten in ihren eigenen Organisationen arbeiten und dabei von Anthropic begleitet werden. Zu den ersten Jahrgängen gehören Accenture, Bain, Capgemini, die Commonwealth Bank of Australia, Deloitte, McKinsey, Morgan Stanley und Novo Nordisk. Zielgruppe sind erfahrene Softwareentwickler, die bereits mit Sprachmodellen gearbeitet haben.
Die britische Bank Barclays weitet ihre Zusammenarbeit mit Anthropic aus und setzt Claude in weiteren Konzernbereichen ein. Schon jetzt nutzen mehr als 16.000 Beschäftigte den Colleague Knowledge Assistant, der auf Claude basiert und ihnen bei der Betreuung von über 20 Millionen britischen Privatkunden hilft. Der Assistent hat bisher mehr als eine Million Suchanfragen beantwortet. Im Bereich Global Markets sortiert Claude täglich rund 120.000 E-Mails und leitet Kundenanfragen an die zuständigen Stellen weiter. Bei der Softwareentwicklung will Barclays bis Ende 2026 erreichen, dass die Hälfte der Entwickler Claude Code nutzt, 2027 soll es die Mehrheit der Softwareingenieure sein.
Politik & Regulierung
Apple verschärft Vollzugriff auf macOS wegen KI-Agenten
Apple will die macOS-Berechtigung Full Disk Access, mit der eine App auf praktisch alle Daten eines Mac zugreifen kann, stärker absichern. Künftig soll eine solche Freigabe eine deutlich sichtbare, ausdrückliche Zustimmung der Nutzer voraussetzen, damit nur wer es wirklich will diesen Zugriff erteilt. In einem Entwickler-Blog schreibt Apple, einige Entwickler nutzten den Vollzugriff auf eine Weise, die Nutzer gefährden könne, weil sie alles auf ihren Systemen offenlege, ohne dass die Betroffenen das ganz verstünden. Das Unternehmen begründet den Schritt ausdrücklich mit KI-Agenten: Je fähiger und eigenständiger diese würden, desto stärker wüchsen die Risiken eines solchen Zugriffs. Die Ankündigung folgt kurz auf einen Bericht des Inc.-Kolumnisten Jason Aten, wonach Metas KI-Agent Muse auf seinem Mac private Nachrichten gelesen habe, ohne dass er dem ausdrücklich zugestimmt hatte. Meta bestreitet das.