2026-10-03Rubrik Gesundheit & Diabetes

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Diabetes-News

Retatrutid senkt Gewicht bei Typ-2-Diabetes und Adipositas um durchschnittlich 19 Prozent

Retatrutid senkt Gewicht bei Typ-2-Diabetes und Adipositas um durchschnittlich 19 Prozent

📅 2026-10-01 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Der Wirkstoff Retatrutid von Eli Lilly hat in der Phase-3-Studie TRIUMPH-2 bei Menschen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes zu einer deutlichen Gewichtsabnahme geführt: In der höchsten getesteten Dosierung verloren die Teilnehmenden über rund eineinhalb Jahre im Schnitt 19 Prozent ihres Körpergewichts. Retatrutid ist ein sogenannter Dreifach-Agonist, der gleichzeitig an den Rezeptoren für drei Hormone ansetzt, nämlich GLP-1, GIP und Glukagon. Die derzeit verbreiteten Präparate dieser Wirkstoffklasse sprechen dagegen nur einen oder zwei dieser Rezeptoren an. Nach den vorgestellten Daten fallen sowohl die Gewichtsabnahme als auch die Verbesserung der Blutzuckerkontrolle unter der Dreierkombination stärker aus als bei den dualen GLP-1/GIP-Agonisten. Vorgestellt wurden die Ergebnisse auf der Jahrestagung 2026 der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Mailand, zeitgleich erschien die Studie im Fachjournal The Lancet.

Tirzepatid schützt auch ältere Menschen mit Diabetes vor schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen

Tirzepatid schützt auch ältere Menschen mit Diabetes vor schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen

📅 2026-10-02 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Eine Subanalyse der SURPASS-CVOT-Studie zeigt, dass der duale GIP/GLP-1-Rezeptoragonist Tirzepatid bei älteren Menschen mit Typ-2-Diabetes eine vergleichbare kardiovaskuläre Schutzwirkung entfaltet wie bei jüngeren Patientinnen und Patienten. Verglichen wurde Tirzepatid mit dem etablierten GLP-1-Rezeptoragonisten Dulaglutid. Bei den sogenannten schweren kardiovaskulären Ereignissen (MACE), zu denen kardiovaskulärer Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall zählen, war Tirzepatid dem Vergleichspräparat nicht unterlegen, und zwar unabhängig vom Alter der Teilnehmenden. Die Auswertung wurde auf der 62. EASD-Jahrestagung in Mailand vorgestellt. Nach den Daten beeinflusst das Lebensalter die kardiovaskulären Effekte des Wirkstoffs nicht wesentlich, der Wirkstoff erweist sich damit auch im höheren Lebensalter als wirksam.

Bundesärztekammer fordert Zuckersteuer gegen Adipositas und Typ-2-Diabetes

Bundesärztekammer fordert Zuckersteuer gegen Adipositas und Typ-2-Diabetes

📅 2026-10-02 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die Bundesärztekammer hat die Bundesregierung aufgefordert, die Einführung einer Zuckersteuer nicht weiter hinauszuzögern. Übergewicht, Adipositas und Typ-2-Diabetes nehmen nach Angaben des Verbands in Deutschland seit Jahren zu, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Eine gestaffelte Abgabe auf zuckergesüßte Getränke könne diese Entwicklung bremsen und Hersteller dazu bewegen, ihre Rezepturen zu ändern. Als Beispiel verweist die Kammer auf Großbritannien: Dort hätten viele Produzenten bereits nach der Ankündigung der Steuer den Zuckergehalt ihrer Getränke gesenkt, um in eine niedrigere Steuerstufe zu fallen. BÄK-Präsident Klaus Reinhardt nannte als Maßstab für den Erfolg, dass die Steuer messbar zu weniger Zuckerkonsum führt und Kinder besser schützt, nicht in erster Linie zusätzliche Steuereinnahmen.

Typ-1-Diabetes: Studien finden kein relevantes Unterzuckerungsrisiko beim Sex

Typ-1-Diabetes: Studien finden kein relevantes Unterzuckerungsrisiko beim Sex

📅 2026-10-01 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Zwei kleine Studien, vorgestellt auf der EASD-Jahrestagung 2026 in Mailand, sprechen gegen eine verbreitete Sorge von Menschen mit Typ-1-Diabetes: Bei gutem Glukosemanagement traten beim Geschlechtsverkehr keine klinisch relevanten Hypoglykämien auf. Die Frage ist im Alltag durchaus bedeutsam, denn nach den vorgestellten Angaben hat etwa ein Drittel der jungen Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes Angst vor einer Unterzuckerung in dieser Situation. Weitere auf der Tagung präsentierte Daten zeigten, dass auch Marathonläufe mit Typ-1-Diabetes bei passender Strategie zum Blutzuckermanagement sicher absolviert werden können. Wegen der geringen Größe der Studien sind die Ergebnisse als erste Hinweise zu verstehen.

Medizin & Forschung allgemein

WHO: Weltweite Lebenserwartung fast wieder auf Vor-Corona-Niveau

WHO: Weltweite Lebenserwartung fast wieder auf Vor-Corona-Niveau

📅 2026-10-02 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die globale Lebenserwartung hat sich nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weitgehend von der Corona-Pandemie erholt. Für das Jahr 2023 weist die WHO 73,3 Jahre aus, nur knapp unter dem Vorpandemie-Wert von 73,4 Jahren im Jahr 2019. Im Pandemiejahr 2021 war die Lebenserwartung auf 71,5 Jahre gesunken. Weniger günstig fällt der Blick auf die in guter Gesundheit verbrachten Lebensjahre aus: Diese lagen 2023 bei 62,8 Jahren und damit noch 0,4 Jahre unter dem Stand von 2019. WHO-Direktor Alain Labrique bezeichnete den Anstieg der Lebenserwartung als einen der großen Erfolge der öffentlichen Gesundheit, betonte aber zugleich, dass die gewonnenen Jahre auch in besserer Gesundheit verbracht werden müssten.

Hygiene-Hypothese: Oraler Bakterienextrakt schützt Kinder nicht vor Asthma

Hygiene-Hypothese: Oraler Bakterienextrakt schützt Kinder nicht vor Asthma

📅 2026-10-02 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Ein Versuch, die sogenannte Hygiene-Hypothese gezielt zur Asthma-Vorbeugung zu nutzen, ist in einer randomisierten Studie gescheitert. Die Hypothese besagt, dass früher Kontakt mit Mikroben aus der Umwelt das Immunsystem trainiert und so vor Allergien und Asthma schützt. Forschende aus Tucson im US-Bundesstaat Arizona prüften, ob sich dieser Effekt mit einem oral verabreichten Bakterienextrakt künstlich nachahmen lässt. Das Ergebnis fiel negativ aus: Kinder, die den Extrakt erhielten, waren nicht besser vor Asthma geschützt. Die Studie wurde im Fachjournal The Lancet veröffentlicht. Sie legt nahe, dass sich der schützende Kontakt mit einer natürlichen mikrobiellen Umwelt nicht ohne Weiteres durch ein Präparat ersetzen lässt.