2026-10-15Rubrik Gesundheit & Diabetes

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Diabetes-News

Typ-2-Diabetes mit frühem Beginn: Halbe Remissionsrate durch Diät und angeleitete Bewegung

Typ-2-Diabetes mit frühem Beginn: Halbe Remissionsrate durch Diät und angeleitete Bewegung

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Bei Menschen mit früh aufgetretenem Typ-2-Diabetes führte eine niedrigkalorische Diät in Kombination mit einem angeleiteten Bewegungsprogramm zu hohen Remissionsraten. Das zeigt eine randomisiert-kontrollierte Studie, die auf dem Kongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Mailand vorgestellt wurde. Laut Studie verringerte sich das Körperfett, während fettfreie Masse und Muskelvolumen erhalten blieben. Zudem stieg die körperliche Fitness der Teilnehmenden. Parallel wurde die Studie in The Lancet Regional Health – Americas veröffentlicht.

GLP-1-Medikamente und SGLT-2-Hemmer schützen die Niere womöglich nur bei Albuminurie

GLP-1-Medikamente und SGLT-2-Hemmer schützen die Niere womöglich nur bei Albuminurie

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die nierenschützende Wirkung von GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT-2-Hemmern bei Typ-2-Diabetes könnte auf Personen mit Albuminurie beschränkt sein. Darauf deutet eine aktuelle Analyse hin, die im BMJ veröffentlicht wurde. Hintergrund ist, dass die Mehrzahl der Teilnehmenden in den Studien EMPA-REG OUTCOME, CREDENCE, DAPA-CKD, REWIND und FLOW bereits vor Studienbeginn eine Albuminurie hatte. Die bisherigen Studien konnten deshalb nicht klären, ob beide Wirkstoffklassen auch die Nieren von Menschen ohne Albuminurie schützen.

GLP-1-Medikamente wirken bei jungen Typ-2-Diabetikern auch im Praxisalltag

GLP-1-Medikamente wirken bei jungen Typ-2-Diabetikern auch im Praxisalltag

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Eine Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten senkt bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes das Gewicht und den systolischen Blutdruck und verbessert die Blutzuckerkontrolle. Dass dies auch unter Alltagsbedingungen gilt, zeigen nun Praxisdaten aus drei europäischen Ländern. Die Zahlen wurden auf der EASD-Jahrestagung in Mailand vorgestellt. Der Einsatz dieser Medikamente bei jungen Patientinnen und Patienten ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Die Forschenden sehen großes Potenzial, mit den Präparaten das Risiko für Folgekomplikationen zu senken.

Nach dem Absetzen von GLP-1-Agonisten: Lebensstil soll den Gewichtsanstieg abmildern

Nach dem Absetzen von GLP-1-Agonisten: Lebensstil soll den Gewichtsanstieg abmildern

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Nach dem Absetzen von GLP-1-Rezeptoragonisten nehmen viele Menschen wieder zu. Strukturierte Ernährungs- und Lebensstilinterventionen könnten diesen Gewichtsrebound möglicherweise abmildern. Eine kleine US-Studie in Obesity Science & Practice zeigte dafür positive Tendenzen. Untersucht wurden eine angepasste Ernährung mit Mahlzeitersatzprodukten und eine App zur Gewichtskontrolle. Die Studie ist klein, weshalb die Ergebnisse nur als erste Hinweise gelten.

Medizin & Forschung allgemein

WHO-Expertengruppe schlägt HPV-Einzeldosis auch für jüngere Mädchen vor

WHO-Expertengruppe schlägt HPV-Einzeldosis auch für jüngere Mädchen vor

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die WHO-Expertengruppe SAGE schlägt vor, Mädchen im Alter von vier bis acht Jahren unter bestimmten Bedingungen routinemäßig gegen HPV zu impfen, um die Impfquote zu steigern. Anthony Scott von der Expertengruppe nannte diesen Vorschlag am Dienstag (13.10.2026). Die weltweite HPV-Impfquote liegt laut Bericht bei 33 Prozent, das Ziel sind 90 Prozent. Nach Auswertung der Daten hält SAGE eine Einzeldosis für neun- bis 14-jährige Mädchen für den wirksamsten Ansatz, um dieses Ziel zu erreichen; die WHO hatte bereits 2022 festgestellt, dass eine Einzeldosis einen ähnlichen Schutz bietet wie zwei Dosen. Jüngere Mädchen könnten laut Scott geimpft werden, wenn dies die Inanspruchnahme voraussichtlich erhöht, und später sollen auch Jungen und Männer eine Einzelimpfung erhalten können. In Deutschland empfiehlt die STIKO zwei Impfdosen für Kinder von neun bis 14 Jahren, eine Nachholung ist bis zum 18. Geburtstag möglich. Laut ECDC haben etwa 55 Prozent der 15-jährigen Mädchen in der EU/EWR beide Impfungen erhalten; dieser Wert stagniert seit drei Jahren. HPV-Infektionen sind die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs; 2024 gab es laut WHO gut 600.000 Neuerkrankungen und 280.000 Todesfälle. Bedeutung: Es handelt sich um einen Vorschlag einer Expertengruppe, nicht um eine beschlossene Empfehlung; eine Änderung der STIKO-Empfehlung ist daraus nicht ableitbar.

Charité eröffnet Forschungszentrum für HIV-Heilung

Charité eröffnet Forschungszentrum für HIV-Heilung

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die Charité in Berlin hat das HIV-Heilungsforschungszentrum BeCURE eröffnet, das ihre Forschung zu Strategien bündelt, mit denen HIV geheilt oder dauerhaft kontrolliert werden könnte. BeCURE-Direktor Christian Gaebler nennt fünf Säulen: Grundlagenforschung, klinische Forschung, qualitative Sozialforschung, Einbindung der Community und Computational Science. Der 2008 an der Charité geheilte „Berliner Patient“ Timothy Ray Brown hatte neben HIV auch Krebs und erhielt eine Stammzelltransplantation von einem gegen HI-Viren immunen Spender. 2024 gelang eine weitere Heilung beim „Zweiten Berliner Patienten“, der 2015 eine akute myeloische Leukämie und eine Stammzelltransplantation erhielt; das Virus ist laut Artikel auch 2026 nicht nachweisbar. Gaebler hält Stammzelltransplantationen wegen eines Todesrisikos von etwa 50 Prozent nur bei zusätzlicher Krebserkrankung für vertretbar; alle 13 bisher als geheilt geltenden Menschen haben eine solche Transplantation erhalten. Ziel von BeCURE ist daher, Heilungswege zu finden, die ohne Transplantation breit anwendbar sind, etwa Gen- und Zelltherapien wie CAR-T-Zelltherapien sowie Immuntherapien, bei denen laut Studien 10 bis 20 Prozent der Behandelten über zehn Jahre ohne antiretrovirale Therapie leben könnten. Berlin beherbergt laut Gaebler jeden fünften Menschen mit HIV in Deutschland. Weltweit leben etwa 41 Millionen Menschen mit HIV, rund ein Viertel von ihnen hat keinen Zugang zu den lebenslang nötigen modernen Therapien.

EGFR-Mutation T790M erhöht Lungenkrebsrisiko, besonders bei Nichtrauchenden

EGFR-Mutation T790M erhöht Lungenkrebsrisiko, besonders bei Nichtrauchenden

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die Genmutation EGFR T790M wurde 2005 in einer europäischen Familie entdeckt, in der ungewöhnlich viele Menschen an Lungenkrebs erkrankt waren. Laut einer Studie in Science haben Nachfahren der Siedler aus England und Irland, die die Mutation vor etwa 300 Jahren nach Amerika brachten, heute ein 25-fach erhöhtes Lungenkarzinomrisiko. Nichtrauchende mit der Mutation sind laut den Ergebnissen noch stärker gefährdet. Die Mutation befindet sich im Gen für den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor.

IUP-Einlage: Schmerzlinderung mit Mepivacain könnte die Akzeptanz erhöhen

IUP-Einlage: Schmerzlinderung mit Mepivacain könnte die Akzeptanz erhöhen

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die Sorge vor Schmerzen beim Einsetzen einer Spirale ist weit verbreitet und beeinflusst die Entscheidung für oder gegen diese Verhütungsmethode. Eine schwedische Forschungsgruppe berichtet im JAMA, dass die intrauterine Gabe von Mepivacain die Schmerzen während des Einsetzens lindert. Das könnte ein einfacher Ansatz sein, um Frauen das Einsetzen zu erleichtern. Das Intrauterinpessar gilt als wirksame, auch langfristige und umkehrbare Verhütungsmethode mit hoher Anwenderinnenzufriedenheit.

Notfallverhütung: Mifepriston wohl wirksamer als Levonorgestrel

Notfallverhütung: Mifepriston wohl wirksamer als Levonorgestrel

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Laut einem aktuellen Cochrane-Review ist der Progesteronrezeptor-Antagonist Mifepriston in der Notfallverhütung wohl wirksamer als Levonorgestrel. Auch im Vergleich zum Yuzpe-Regime, bei dem Östrogen und Gestagen eingesetzt werden, kann Mifepriston das Risiko für ungewollte Schwangerschaften laut Forschenden um Shaalini Ramanadhan von der Oregon Health & Science University in Portland wohl senken. Der Review ist im Cochrane Database of Systematic Reviews 2026 erschienen.

Blasenkrebs ohne Muskelinvasion: Antikörper-Wirkstoff-Konjugat erzielt langfristige Remissionen

Blasenkrebs ohne Muskelinvasion: Antikörper-Wirkstoff-Konjugat erzielt langfristige Remissionen

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Das in China entwickelte Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Disitamab Vedotin kann bei einem HER2-positiven Blasenkarzinom langfristige Remissionen erzielen. Dies zeigen die Ergebnisse der Phase-2-Studie TRUCE-04, die im Journal JAMA Oncology (2026) veröffentlicht wurden. Untersucht wurden Patientinnen und Patienten mit einem nicht-muskelinvasiven Blasenkrebs, der nicht mehr transurethral reseziert werden konnte. Eine kurative Behandlung ist bei einem fortgeschrittenen nicht-muskelinvasiven Harnblasenkarzinom bislang nur durch eine radikale Zystektomie möglich. Diese Entfernung der Harnblase ist ein riskanter Eingriff und mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität verbunden, weshalb sie für die Mehrheit der Betroffenen nicht infrage kommt. Die Ergebnisse weisen damit auf eine Behandlungsoption mit Erhalt des Organs hin.

WHO warnt vor großem Cholera-Ausbruch im Jemen

WHO warnt vor großem Cholera-Ausbruch im Jemen

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor einem großen Cholera-Ausbruch im Jemen, wo die Zahl der Neuinfektionen sich innerhalb weniger Wochen auf mindestens 647 verdreifacht hat. Insgesamt wurden in diesem Jahr mehr als 8.000 Fälle gemeldet, mindestens 27 Menschen starben an der Durchfallerkrankung. Seit August mussten rund 200.000 Menschen wegen der eskalierten Gewalt zwischen den Huthi-Milizen und Saudi-Arabien ihre Heimat verlassen. Die Geflüchteten haben kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser, was die Ausbreitung beschleunigt. Von den benötigten rund 31 Millionen US-Dollar für einen 90-tägigen Notfallplan sind laut WHO bislang nur knapp 3,8 Millionen Dollar gesichert. Auch im Nachbarland Dschibuti wurden in einem Flüchtlingscamp in der Hafenstadt Obok bereits 44 Fälle nachgewiesen. WHO-Regionaldirektorin Annette Heinzelmann erklärte, Familien auf der Flucht stünden nun vor einer Gefahr durch Krankheiten, die verhindert und behandelt werden könnten.

Bundeskabinett bringt Zuckersteuer auf Getränke auf den Weg

Bundeskabinett bringt Zuckersteuer auf Getränke auf den Weg

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Das Bundeskabinett hat einen Vorschlag für eine Zuckersteuer auf Getränke mit Zuckerzusatz auf den Weg gebracht, der nun an die Bundestagsfraktionen der schwarz-roten Koalition geht; der Beschluss im Bundestag steht noch aus. Besteuert werden Getränke mit einem Gesamtzuckergehalt von mindestens fünf Gramm pro 100 Milliliter, etwa Limonaden, Eistees, Energydrinks und Fruchtsaftgetränke mit Zuckerzusatz. Nicht betroffen sind alkoholische Getränke, alkoholfreie Biere, Weine und Cocktails, reine Frucht- und Gemüsesäfte, ungesüßte Schorlen sowie Getränke mit Süßungsmitteln. Vorgesehen sind zwei Stufen je nach Zuckergehalt, und die Steuer soll am 1. Juli 2027 in Kraft treten. Laut Plan bringt sie dem Bund 690 Millionen Euro im ersten Jahr, 925 Millionen Euro im Jahr 2028 und danach jährlich zwischen 875 und 890 Millionen Euro. Das Geld soll die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung stabil halten, der Zuckergehalt soll zugleich sinken. Die jährlichen Versorgungskosten durch den Konsum gezuckerter Getränke werden auf etwa 2,1 Milliarden Euro beziffert. Die CSU-Landesgruppe fordert den Start erst zum 1. Januar 2028, der Deutsche Brauer-Bund spricht von einer „massiven Belastung für Verbraucher wie für Betriebe“.

DR Kongo: Zahl der Ebola-Fälle auf über 9.000 gestiegen

DR Kongo: Zahl der Ebola-Fälle auf über 9.000 gestiegen

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Bei der schwersten Ebola-Epidemie in der Geschichte der Demokratischen Republik Kongo sind offiziell 9.066 Infektionen gemeldet worden, wie das staatliche Gesundheitsinstitut mitteilte. Bislang starben 4.381 Menschen, die Sterblichkeitsrate liegt bei 48,3 Prozent; 2.389 gelten als genesen. Fachleute gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen höher ist. Der Ausbruch wurde Mitte Mai offiziell festgestellt, lief zu diesem Zeitpunkt aber wohl schon seit Monaten. Verursacht wird die Epidemie von der Ebola-Variante Bundibugyo, gegen die es bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung gibt. Chikwe Ihekweazu, Exekutivdirektor des WHO-Programms für Gesundheitsnotfälle, sagte beim Weltgesundheitsgipfel in Berlin, man sehe zwar Licht am Ende des Tunnels, dieser sei aber wahrscheinlich noch sehr lang. Klinische Studien mit zwei Impfstoffkandidaten gegen diese Variante könnten nach seinen Angaben im besten Fall noch in diesem Monat beginnen.

Finanzausschuss billigt deutlichen Tabaksteuer-Aufschlag

Finanzausschuss billigt deutlichen Tabaksteuer-Aufschlag

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der Finanzausschuss des Bundestags hat einem deutlichen Steueraufschlag auf Zigaretten zugestimmt, wie Teilnehmer berichteten. Die Steuersätze sollen von 2027 bis 2030 schrittweise steigen; 2030 könnte eine Packung mit 20 Zigaretten knapp vier Euro mehr kosten. Laut Bundesfinanzministerium kostete eine Packung im Sommer im Schnitt 8,05 Euro, 2030 könnten es 11,78 Euro sein. Auch Feinschnitt, Shisha-Tabak und Liquids für E-Zigaretten werden höher besteuert. Die Bundesregierung begründet den Schritt mit Haushaltskonsolidierung und Gesundheitsschutz; 2027 sollen 1,5 Milliarden Euro Mehreinnahmen entstehen. Das Plenum sollte am Abend darauf abstimmen, eine Mehrheit gilt als sehr wahrscheinlich; der Bundesrat könnte noch Einspruch erheben, was als theoretisch gilt. Der Grünen-Abgeordnete Johannes Wagner hält die Erhöhung für zu halbherzig und fordert ein Werbeverbot an Verkaufsstellen sowie neutrale Zigarettenpackungen. Die Tabakbranche warnte vor Ausweichen auf den Schwarzmarkt und nannte die erwarteten Mehreinnahmen „Luftschlösser“. Laut Mikrozensus 2025 rauchen in Deutschland 19 Prozent der Menschen ab 15 Jahren, 14 Prozent regelmäßig und fünf Prozent gelegentlich.

EU-Kommission und Sanofi einigen sich im Kartellverfahren um Grippeimpfstoff

EU-Kommission und Sanofi einigen sich im Kartellverfahren um Grippeimpfstoff

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der französische Pharmakonzern Sanofi verpflichtet sich, den konkurrierenden Grippeimpfstoff in der eigenen Werbung nicht schlechtzumachen. Die Europäische Kommission hatte Wettbewerbsbedenken geäußert: Sanofi habe seit 2024 seinen Impfstoff „Efluelda“ in Deutschland und Frankreich mit falschen oder irreführenden Behauptungen als dem Mittel „Fluad“ überlegen dargestellt und dabei möglicherweise seine Marktmacht ausgenutzt. Der Konzern muss unter anderem Werbematerial überarbeiten und online eine Erklärung veröffentlichen, in der die wissenschaftlichen Belege für beide Impfstoffe anerkannt werden. Im September 2025 hatte die Kommission Räume von Sanofi in Deutschland und Frankreich durchsucht; das Unternehmen hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera erklärte, irreführende Informationen über Impfstoffe verzerrten den Wettbewerb und beschränkten die Wahlfreiheit von Ärzten und Patienten. Sollte Sanofi die Zusagen nicht einhalten, drohen eine Geldbuße von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes oder ein tägliches Zwangsgeld von fünf Prozent des Tagesumsatzes.

Gesundheitsministerium will Gendermedizin und Wechseljahre stärker verankern

Gesundheitsministerium will Gendermedizin und Wechseljahre stärker verankern

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will nach dem Abschluss des Dialogprozesses Wechseljahre konkrete Maßnahmen für Frauen in den Wechseljahren anstoßen. Geplant ist unter anderem ein eigenes Fach „Geschlechtersensible Medizin“ in der ärztlichen Ausbildung sowie eine verbindliche Verankerung der Wechseljahre in deren Reform. Das Ministerium räumte ein, dass dies nicht schnell flächendeckend umzusetzen sei, weil die Reform der Approbationsordnung seit Jahren auf Eis liegt. Beteiligte berichteten von „zum Teil erheblichen Wissenslücken“ im Versorgungssystem über den Zusammenhang zwischen hormoneller Umstellung und Beschwerden. Außerdem sind Forschungsprojekte zur Frauengesundheit, bessere Daten mit Unterstützung des Robert-Koch-Instituts und überarbeitete Inhalte auf dem Nationalen Gesundheitsportal vorgesehen. Die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman fordert eine Klarstellung im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, dass Benachteiligungen wegen der Wechseljahre geschützt sind; bisher hänge es vom Gericht ab, ob ein solcher Fall anerkannt werde. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Ausfälle wegen der Wechseljahre wird von ihr auf jährlich rund 9,4 Milliarden Euro geschätzt.

Cybermobbing: Jeder vierte Betroffene hat Suizidgedanken

Cybermobbing: Jeder vierte Betroffene hat Suizidgedanken

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Laut der Studie „Cyberlife VI“ des Bündnisses gegen Cybermobbing sind in diesem Jahr bundesweit 20,7 Prozent der 7- bis 20-Jährigen von Cybermobbing betroffen, 2,2 Prozentpunkte mehr als 2024. Das entspricht mehr als 2,4 Millionen Kindern und Jugendlichen; 90 Prozent der Betroffenen werden von Personen aus ihrem Umfeld gemobbt. Befragt wurden von April bis Juli 4.525 Schülerinnen und Schüler, 1.113 Eltern und 716 Lehrkräfte online. Viele Betroffene berichten von Kopf- und Magenschmerzen, Angst- und Schlafstörungen sowie Depressionen. 17 Prozent gaben an, aus Verzweiflung schon zu Alkohol, Tabletten oder Drogen gegriffen zu haben, 2024 waren es 13 Prozent. Jeder Vierte berichtete von Suizidgedanken, das sind nahezu 600.000 Kinder und Jugendliche. Das Bündnis fordert mehr Prävention, auch an Grundschulen, bessere Fortbildung für Lehrkräfte und mehr Unterstützung für Eltern. 76 Prozent der befragten Eltern und 81 Prozent der Lehrkräfte befürworten eine Altersgrenze für soziale Medien, mehrheitlich ab 16 Jahren. Bündnis-Vorstand Uwe Leest wertete die Zahlen als Hilferuf der Betroffenen.

Viele Menschen in Deutschland unterschätzen ihr persönliches Krebsrisiko

Viele Menschen in Deutschland unterschätzen ihr persönliches Krebsrisiko

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Eine bevölkerungsrepräsentative Befragung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) mit 1.581 Personen ab 16 Jahren zeigt, dass das persönliche Krebsrisiko häufig unterschätzt wird. Nur zwölf Prozent schätzen ihr Risiko als eher oder sehr hoch ein, obwohl fast jeder Zweite in Deutschland im Laufe des Lebens eine Krebsdiagnose erhält. Gleichzeitig fühlen sich 61 Prozent gut oder sehr gut über Krebsvorbeugung und 62 Prozent über Krebsfrüherkennung informiert. Zwei Drittel bezeichnen ihre Lebensweise als gesund, ein erheblicher Anteil berichtet aber von Bewegungsmangel, Übergewicht sowie regelmäßigem Alkohol- oder Tabakkonsum. 42 Prozent nutzen Früherkennungsangebote regelmäßig, 23 Prozent sporadisch; als Gründe für die Nichtteilnahme nennen Befragte unter anderem geringe wahrgenommene Gefährdung, fehlende Motivation, Informationsdefizite und Angst vor einem Befund. Wer sich besser informiert fühlte, bewertete seine Lebensweise häufiger als gesund und nutzte Früherkennung eher. Zwei Drittel wünschen sich weitere Informationen oder Beratung, Ärztinnen und Ärzte sind dafür die wichtigste Anlaufstelle. Die Mitautorin Ursula Will sagt: „Information ist wichtig, aber nicht ausreichend, um Verhaltensänderungen zu bewirken.“ Entscheidend sei, den Bezug zum eigenen Risiko und zum eigenen Verhalten herzustellen. Objektives Wissen wurde nicht erhoben; die Studie erschien im Fachmagazin Forum.

Nicotinamid-Ribosid bremst Parkinson im frühen Stadium nicht

Nicotinamid-Ribosid bremst Parkinson im frühen Stadium nicht

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Eine NAD-Augmentation mit Nicotinamid-Ribosid, die den Energiestoffwechsel in den geschädigten Nervenzellen verbessern soll, konnte das Fortschreiten von Morbus Parkinson in einem frühen Stadium in einer Phase-3-Studie nicht aufhalten. Die im Fachjournal JAMA veröffentlichten Ergebnisse enttäuschen viele Fachleute, die sich auf zwei frühere Phase-2-Studien gestützt hatten. Bei Parkinson sterben dopaminerge Nervenzellen ab, zunächst in der Substantia nigra, später greift das Absterben auf weitere Hirnregionen über.

Wechseljahre: Körper verändert sich womöglich abrupter als gedacht

Wechseljahre: Körper verändert sich womöglich abrupter als gedacht

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der letzten Menstruation einer Frau gehen möglicherweise abruptere und einschneidendere biologische Veränderungen in mehreren Körpersystemen voraus als bisher angenommen. Forschende um Glen Pridham vom israelischen Weizmann Institute of Science beschreiben dieses Phänomen in Nature Medicine als „physiologische Klippe“. Einige der Veränderungen zeigen sich laut der Studie schon mehr als zehn Jahre vorher.