2026-10-10Rubrik Gesundheit & Diabetes

Googelhupf Tageszeitung

Diabetes-News

Früherkennung von Typ-1-Diabetes lässt sich auch in Nachbarländern mit anderen Gesundheitssystemen umsetzen

Früherkennung von Typ-1-Diabetes lässt sich auch in Nachbarländern mit anderen Gesundheitssystemen umsetzen

📅 2026-10-09 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Grundsätze für ein Screening auf Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen, die ursprünglich in Deutschland entwickelt wurden, lassen sich auch in Nachbarländern mit anderen Gesundheitssystemen anwenden. Das berichtete eine internationale Forschungsgruppe auf dem Kongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD). Die Fachleute sprachen sich für eine europaweite Einführung des Screenings aus. Idealerweise sollte es in drei Untersuchungszeiträumen stattfinden: im Alter von 2 bis 4 Jahren, von 6 bis 8 Jahren und von 10 bis 15 Jahren.

Typ-2-Diabetes trifft bei Menschen zwischen 20 und 45 Jahren häufiger sozial Benachteiligte

Typ-2-Diabetes trifft bei Menschen zwischen 20 und 45 Jahren häufiger sozial Benachteiligte

📅 2026-10-09 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

In Deutschland erkranken immer mehr Menschen zwischen 20 und 45 Jahren an Typ-2-Diabetes. Besonders betroffen sind laut einer Arbeitsgruppe des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) Personen, die in Armut leben, eine geringe Bildung haben oder eine eigene Migrationserfahrung mitbringen. Die Arbeitsgruppe wertete Daten der NAKO-Gesundheitsstudie aus und veröffentlichte die Ergebnisse in der Zeitschrift Public Health (2026). Die Autorinnen und Autoren fordern, von reinen Verhaltensratschlägen wegzukommen und stattdessen eine Prävention zu betreiben, die die Lebensumwelt verändert.

Bei US-Kindern unter GLP-1-Therapie treten im ersten Jahr oft Nährstoffdefizite auf

Bei US-Kindern unter GLP-1-Therapie treten im ersten Jahr oft Nährstoffdefizite auf

📅 2026-10-09 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Bei Kindern und Jugendlichen in den USA, die GLP-1-Rezeptoragonisten erhalten, werden im ersten Jahr nach Behandlungsbeginn nicht selten Nährstoffdefizite oder defizitassoziierte Komplikationen dokumentiert. Eine Ernährungsberatung erfolgt dabei oft spät oder gar nicht. Das zeigt eine retrospektive Analyse von Abrechnungsdaten, über die in der Zeitschrift Childhood Obesity (2026) berichtet wird. Einbezogen wurden gut 2.000 10- bis 17-Jährige, die zwischen Juli 2017 und Dezember 2021 erstmals einen GLP-1-Rezeptoragonisten erhalten hatten. Voraussetzung war eine durchgehende Versicherung von mindestens 6 Monaten vor und 12 Monaten nach Therapiebeginn, außerdem durften in den 6 Monaten davor keine Nährstoffdefizite dokumentiert sein.

Medizin & Forschung allgemein

Bundesregierung verzichtet auf verpflichtende ärztliche Personalbemessung in Krankenhäusern

Bundesregierung verzichtet auf verpflichtende ärztliche Personalbemessung in Krankenhäusern

📅 2026-10-09 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die Bundesregierung will auf die verpflichtende Einführung des ärztlichen Personalbemessungsinstruments der Bundesärztekammer (ÄPS-BÄK) im stationären Bereich verzichten. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervor. Die Bundesregierung begründet dies mit dem Ergebnis einer bundesweiten Erprobung im vergangenen Herbst: Die erhobenen Personalbedarfe basierten auf subjektiven Schätzungen, ein hausübergreifender Vergleich sei nicht möglich. Stattdessen verweist sie auf eine neue Generalnorm in Paragraf 137k SGB V, nach der Krankenhäuser für eine auskömmliche Personalausstattung sorgen müssen. Die Bundesärztekammer kritisiert die Entscheidung deutlich: Eine allgemeine Verpflichtung ohne konkrete Vorgaben zur Ermittlung des Personalbedarfs reiche nicht aus, um die Qualität der Patientenversorgung dauerhaft zu sichern.

FDA lässt Pulmonalklappe für Kinder zu, deren Größe per Katheter an das Herzwachstum angepasst werden kann

FDA lässt Pulmonalklappe für Kinder zu, deren Größe per Katheter an das Herzwachstum angepasst werden kann

📅 2026-10-09 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine künstliche Pulmonalklappe für Kinder zugelassen, deren Größe über eine Katheterbehandlung an das Wachstum des Herzens angepasst werden kann. Als Vorbild dienten menschliche Venenklappen, die sich natürlicherweise an unterschiedliche Gefäßdurchmesser anpassen. Grundlage der Zulassung sind die Ergebnisse einer klinischen Studie. Erste Ergebnisse dieser Studie waren 2025 im Journal of Thoracic and Cardiovascular Surgery veröffentlicht worden.

Bundestag beschließt Monitoring zu den Folgen der Kassenzulassung der Bluttests NIPT

Bundestag beschließt Monitoring zu den Folgen der Kassenzulassung der Bluttests NIPT

📅 2026-10-09 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Der Bundestag hat einen Antrag von 110 Abgeordneten aus Union, SPD, Grünen und Linken in der Fassung eines gemeinsamen Änderungsantrags angenommen. Die namentliche Abstimmung ergab 527 Ja-Stimmen, 18 Nein-Stimmen und 23 Enthaltungen. Vorgesehen ist ein Monitoring zur Inanspruchnahme der nicht invasiven Pränataltests (NIPT), die das Risiko für Trisomie 13, 18 und 21 beim ungeborenen Kind bestimmen. Erste Ergebnisse sollen spätestens bis zum 30. Juni 2027 dem Bundestag vorliegen, außerdem soll ein interdisziplinäres Expertengremium eingesetzt werden. Der Änderungsantrag stellt klar, dass der Zugang Schwangerer zum kassenfinanzierten Test bei gerechtfertigter medizinischer Indikation im Vergleich zu heute nicht erschwert wird. Laut der SPD-Abgeordneten Dagmar Schmidt geht es nicht um eine grundsätzliche Kassenzulassung, sondern um deren Anwendung. Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte den Test seit Juli 2022 nicht als Routineuntersuchung für jede Schwangerschaft zugelassen, sondern für begründete Einzelfälle.

Sachsen-Anhalt: Leistungsgruppen der Klinikreform sollen zum 1. Januar 2027 greifen

Sachsen-Anhalt: Leistungsgruppen der Klinikreform sollen zum 1. Januar 2027 greifen

📅 2026-10-09 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) geht davon aus, dass die Zuweisung der Leistungsgruppen im Rahmen der Klinikreform zum 1. Januar 2027 wirksam wird. Mit den Leistungsgruppen wird festgelegt, welche Klinik welche Eingriffe erbringen darf, etwa welche Klinik Knie- und welche Hüftoperationen durchführt. Nur Kliniken, die die einheitlichen Vorgaben zu Ausstattung und Fachärzten erfüllen, dürfen die Leistungen anbieten und abrechnen. Von 769 eingereichten Anträgen erhielten 625 grünes Licht, bei 144 sah der Medizinische Dienst die Vorgaben als nicht erfüllt an. Im Land gibt es 44 Krankenhäuser an 53 Standorten, viele davon stehen finanziell unter Druck. Die Ministerin will nun prüfen, ob es in einzelnen Regionen zu einer Unterversorgung kommt.

Bund sichert Pflegeversicherung mit Darlehen von bis zu 700 Millionen Euro ab

Bund sichert Pflegeversicherung mit Darlehen von bis zu 700 Millionen Euro ab

📅 2026-10-08 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Der Bund stützt die Pflegeversicherung bis zum Jahresende mit einem zusätzlichen Darlehen von bis zu 700 Millionen Euro. Der Haushaltsausschuss des Bundestags billigte es als überplanmäßige Ausgabe, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Daraus soll in den verbleibenden Monaten nach Bedarf fehlendes Geld für die Aufgaben der Pflegeversicherung ausgeglichen werden. Der GKV-Spitzenverband hatte Ende August angekündigt, dass die Einnahmen voraussichtlich im Oktober nicht mehr reichen, um die Pflegeleistungen voll zu finanzieren. Aus dem Bundeshaushalt gibt es für dieses Jahr bereits 3,2 Milliarden Euro an Darlehen, die laut Artikel nicht ausreichen. Das Bundesfinanzministerium begründete den Mehrbedarf mit stärker gestiegenen Leistungsausgaben wegen der weiter wachsenden Zahl Pflegebedürftiger. Für die Finanzen 2027 hat das Kabinett laut Artikel Gesetzespläne des Gesundheitsministers auf den Weg gebracht, und eine Kommission soll Vorschläge für eine zweite größere Strukturreform erarbeiten.

Delir nach urologischen Eingriffen wird oft nicht oder zu spät erkannt

📅 2026-10-09 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) berichtete Alexander Piotrowski vom Klinikum Bad Hersfeld über das Delir nach urologischen Eingriffen. Nach radikalen Zystektomien kann bei fast einem Drittel der Patientinnen und Patienten ein Delir auftreten. Es wird häufig nicht oder zu spät erkannt. Wichtig sei deshalb eine standardisierte Risikoabschätzung. Sie soll neben Laborwerten und Narkosefähigkeit auch Mobilität, Alltagssituation und eingenommene Medikamente erfassen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben häufigste Todesursache, Zahl der Toten sinkt

Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben häufigste Todesursache, Zahl der Toten sinkt

📅 2026-10-09 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland weiterhin die häufigste Todesursache. 2025 starben daran 334.100 Menschen, 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr und 6,7 Prozent weniger als 2022, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Deutliche Rückgänge gab es seit 2022 bei Herzinfarkten mit minus 15,2 Prozent und bei zerebrovaskulären Krankheiten wie Schlaganfällen, Hirnblutungen und Hirninfarkten mit minus 6,3 Prozent. Der Rückgang tödlicher Herzinfarkte fiel bei Frauen mit minus 16,8 Prozent etwas stärker aus als bei Männern mit minus 14,1 Prozent. Insgesamt starben 2025 rund 1,01 Millionen Menschen, 0,1 Prozent weniger als im Vorjahr, der dritte Rückgang in Folge. Zweithäufigste Todesursache war Krebs mit 228.800 Toten, danach folgten Krankheiten des Atmungssystems mit 81.200 Toten.

OECD: Investitionen in Pandemievorsorge lohnen sich

OECD: Investitionen in Pandemievorsorge lohnen sich

📅 2026-10-09 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die OECD hält Investitionen in Pandemievorsorge und -reaktion auch dann für nötig, wenn andere politische Prioritäten im Vordergrund stehen. Nach Angaben des OECD-Analysten Michael Müller kostete die COVID-19-Pandemie die Weltwirtschaft bis 2024 schätzungsweise 13,8 Billionen US-Dollar, etwa so viel wie das Bruttoinlandsprodukt Chinas. Modelliert wurden Ausbrüche ohne Gegenmaßnahmen und ohne Immunität in der Bevölkerung, etwa ein Ebola-, Vogelgrippe-, Influenza-A-, Coronavirus- oder Masern-ähnliches Szenario. Bei einem Coronavirus-ähnlichen Ausbruch würde das BIP im Schnitt um 2,7 Prozent schrumpfen, bei einem Masern-ähnlichen um 16,2 Prozent. Ein früh umgesetztes Bündel aus lokalen Infektionsschutzmaßnahmen, Telearbeit, Beschränkungen des Inlandsreiseverkehrs und Quarantänepflichten verhinderte in den meisten Szenarien die meisten Todesfälle und federte die Wirtschaftsverluste ab. Lockdowns allein als letztes Mittel waren dagegen besonders schädlich für die Wirtschaft. Die Stärkung der Vorsorge würde in den OECD-Ländern laut Müller im Schnitt sieben Milliarden Dollar pro Jahr über zehn Jahre kosten, das sind 5,9 Dollar pro Person. Hervorgehoben wird zudem der Wert der Abwassersurveillance, um Trends früh zu erkennen.

HPV-Impfung senkt laut schwedischer Studie das Frühgeburtrisiko bei späteren Schwangerschaften

HPV-Impfung senkt laut schwedischer Studie das Frühgeburtrisiko bei späteren Schwangerschaften

📅 2026-10-09 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Eine bevölkerungsbasierte Fall-Kontrollstudie im BMJ zeigt, dass geimpfte Frauen bei späteren Schwangerschaften seltener Frühgeburten erleiden. Die Untersuchung unter Leitung von Zhongsong Zhang vom Karolinska Institut in Stockholm bezieht sich auf Schweden, wo 2007 ein HPV-Impfprogramm begann. Die Impfung wurde von den Teenagern gut angenommen, bis Ende 2023 waren 14,8 Prozent aller Schwangeren zuvor mit einer quadrivalenten HPV-Vakzine geimpft. Die Vorteile der Impfung beschränken sich damit laut Bericht nicht auf den Schutz vor Gebärmutterhalskrebs. Die Studie ist im BMJ 2026 erschienen (DOI: 10.1136/bmj-2026-100739).

Ocrelizumab bei Multipler Sklerose auch in der Verlängerungsphase sicher und wirksam

Ocrelizumab bei Multipler Sklerose auch in der Verlängerungsphase sicher und wirksam

📅 2026-10-09 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Der CD20-Antikörper Ocrelizumab gehört zu den wirksamsten Immuntherapeutika bei Multipler Sklerose. In der offenen Verlängerungsphase der beiden Zulassungsstudien bei schubförmig-remittierendem Verlauf stoppte er laut Bericht die Autoimmunreaktion im Gehirn und begrenzte das Fortschreiten der Behinderungen. Die Ergebnisse wurden in JAMA Neurology 2026 publiziert (DOI: 10.1001/jamaneurol.2026.3507). Die Studien OPERA I und OPERA II hatten 2019 zur Zulassung von Ocrelizumab bei schubförmig-remittierender MS geführt. Den Ergebnissen zufolge könnte ein frühzeitiger Behandlungsbeginn vorteilhaft sein.

Früher hormonrezeptorpositiver Brustkrebs: Prognose hängt von mehreren Faktoren ab

Früher hormonrezeptorpositiver Brustkrebs: Prognose hängt von mehreren Faktoren ab

📅 2026-10-09 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Bei operiertem, hormonrezeptorpositivem und HER2-negativem frühem Brustkrebs liegt die Rate des invasiven krankheitsfreien Überlebens nach fünf Jahren laut Arbeitsgruppe bei etwa 83 Prozent. Rezidive treten häufiger bei Männern, bei prämenopausalen Frauen und bei fortgeschrittener Erkrankung auf. Diese Tumoren machen etwa 73 Prozent aller Brustkrebsfälle aus, und trotz endokriner Therapie bleibt ein relevantes Restrisiko. Die retrospektive Kohortenstudie wertete Daten aus acht bevölkerungsbezogenen klinischen Krebsregistern in Deutschland aus, die rund 45 Millionen Menschen beziehungsweise etwa 54 Prozent der Bevölkerung abdecken. Veröffentlicht wurde sie in ESMO Real World Data and Digital Oncology 2026.

Krankheitskosten in Deutschland 2024 auf rund 528 Milliarden Euro gestiegen

Krankheitskosten in Deutschland 2024 auf rund 528 Milliarden Euro gestiegen

📅 2026-10-08 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die Krankheitskosten in Deutschland lagen im Jahr 2024 bei rund 528,5 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Gegenüber 2023 bedeutet das einen Anstieg um 7,6 Prozent oder 37,5 Milliarden Euro. Pro Kopf stiegen die Krankheitskosten um 430 Euro auf 6.330 Euro. Zu den direkten Kosten zählen Ausgaben für Behandlung, Prävention, Rehabilitation und Pflege; Arbeitsausfälle sind darin nicht enthalten. Die höchsten Gesamtkosten verursachten Kreislauferkrankungen mit 69,4 Milliarden Euro, gefolgt von psychischen und Verhaltensstörungen mit 68,7 Milliarden Euro; zusammen entfallen darauf 26,1 Prozent der Gesamtkosten. Menschen ab 65 Jahren verursachten 53,8 Prozent der Kosten (284,3 Milliarden Euro), bei den über 85-Jährigen lag der Pro-Kopf-Wert bei 30.150 Euro. Frauen hatten mit 6.960 Euro höhere Pro-Kopf-Kosten als Männer mit 5.680 Euro; als Gründe nennt die Behörde unter anderem geschlechtsspezifische Erkrankungen, Schwangerschaft und Geburt sowie die höhere Lebenserwartung von Frauen.

Stimmung in der Ärzteschaft auf Rekordtief gefallen

Stimmung in der Ärzteschaft auf Rekordtief gefallen

📅 2026-10-08 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Das Stimmungsbarometer der Stiftung Gesundheit zeigt für das 3. Quartal 2026 einen Wert von -48,5 Punkten bei den niedergelassenen Ärzten. Das ist mehr als 20 Punkte unter der vorherigen Erhebung und der niedrigste Wert seit Beginn der Messung vor mehr als 20 Jahren; der bisherige Negativrekord lag bei -38,7 Punkten. Hauptgrund ist ein starker Einbruch der wirtschaftlichen Erwartungen für die kommenden sechs Monate, die um fast 35 Punkte sanken. 92,0 Prozent der befragten Ärzte gaben an, dass politische Entscheidungen, gesetzliche Regelungen und Vorgaben der Selbstverwaltung ihre Arbeitssituation in den vergangenen drei Monaten negativ beeinflusst haben. Am stärksten sank die Stimmung bei den Psychologischen Psychotherapeuten um 33,6 Punkte auf -48,3; bei den Hausärzten liegt der Wert mit -55,6 am tiefsten. Stiftungsforscher Konrad Obermann nannte den Wert ein Alarmsignal, die angekündigten Reformen kämen nicht voran, während neue Einzelmaßnahmen folgten. An der Erhebung nahmen 941 Ärzte teil. Auch die wirtschaftliche Stimmung der nicht ärztlichen Heilberufe sank um 8,8 Punkte auf -22,6, den niedrigsten Stand seit fünf Jahren.