2026-10-04Rubrik Gesundheit & Diabetes

Googelhupf Tageszeitung

Diabetes-News

Tirzepatid schützt auch ältere Menschen mit Typ-2-Diabetes vor Herz-Kreislauf-Ereignissen

Tirzepatid schützt auch ältere Menschen mit Typ-2-Diabetes vor Herz-Kreislauf-Ereignissen

📅 2026-10-02 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Das Alter scheint die kardiovaskulären Effekte von Tirzepatid bei Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht wesentlich zu beeinflussen. Das ergibt eine präspezifizierte Auswertung der SURPASS-CVOT-Studie, die auf der 62. Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Mailand vorgestellt wurde, die vom 28. September bis 2. Oktober lief. In der Studie wurde Tirzepatid, ein dualer GIP/GLP-1-Rezeptoragonist, direkt mit dem GLP-1-Rezeptoragonisten Dulaglutid verglichen. Teilgenommen hatten Menschen mit Typ-2-Diabetes und bereits bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung. Beim kombinierten Endpunkt MACE, also kardiovaskulärer Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall, war Tirzepatid dem Vergleichspräparat nicht unterlegen. Die neue Analyse zeigt, dass dieses Ergebnis auch für ältere Studienteilnehmer gilt. Konkrete Zahlen zu den einzelnen Altersgruppen nennt der frei zugängliche Teil des Berichts nicht.

BMJ-Studie: GLP-1- und SGLT-2-Medikamente gehen mit deutlich weniger Nierenschäden einher

BMJ-Studie: GLP-1- und SGLT-2-Medikamente gehen mit deutlich weniger Nierenschäden einher

📅 2026-10-04 | 🔗 Quelle: ad-hoc-news.de

Eine im Fachjournal BMJ veröffentlichte Auswertung mit mehr als 75.000 Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes hat untersucht, wie verschiedene Diabetes-Medikamente mit dem Verlauf der Nierenfunktion zusammenhängen. Bei Menschen, die bereits Eiweiß im Urin ausschieden (Albuminurie), war die Einnahme von GLP-1-Rezeptoragonisten oder SGLT-2-Hemmern mit einem um 40 Prozent geringeren Risiko eines deutlichen Nierenfunktionsverlusts verbunden. Bei Sulfonylharnstoffen zeigte sich dagegen bei Patienten ohne Albuminurie ein um 31 Prozent höheres Risiko für einen fortschreitenden Nierenfunktionsverlust. Die Studie macht damit deutlich, dass das Ausmaß einer bereits bestehenden Albuminurie den Nutzen der Therapie wesentlich mitbestimmt. Es handelt sich um eine Auswertung von Behandlungsdaten, nicht um eine randomisierte Studie.

Bundesärztekammer drängt auf schnelle Einführung einer Zuckersteuer

Bundesärztekammer drängt auf schnelle Einführung einer Zuckersteuer

📅 2026-10-02 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die Bundesärztekammer (BÄK) fordert die Bundesregierung auf, die Einführung einer gestaffelten Abgabe auf zuckergesüßte Getränke und die dafür nötige Gesetzgebung nicht weiter zu verzögern. BÄK-Präsident Klaus Reinhardt bezeichnete eine am Zuckergehalt orientierte Steuer als wirksames Instrument, um den Konsum stark gezuckerter Getränke zu senken. Die Abgabe sei keine Strafmaßnahme, sondern ein gesundheitspolitisch kluges Instrument. Hintergrund ist der Zusammenhang zwischen stark zuckerhaltigen Getränken, Übergewicht und Typ-2-Diabetes, der besonders bei Kindern und Jugendlichen als Problem gilt.

Medizin & Forschung allgemein

WHO: Weltweite Lebenserwartung fast wieder auf Vor-Corona-Niveau, gesunde Lebensjahre hinken hinterher

WHO: Weltweite Lebenserwartung fast wieder auf Vor-Corona-Niveau, gesunde Lebensjahre hinken hinterher

📅 2026-10-02 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Nach einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation lag die weltweite Lebenserwartung im Jahr 2023 bei 73,3 Jahren und damit fast wieder auf dem Stand von 2019, als sie 73,4 Jahre betrug. Im Pandemie-Tiefpunkt 2021 war sie auf 71,5 Jahre gesunken. Langsamer erholt sich die gesundheitsbereinigte Lebenserwartung, also die Zahl der Jahre in guter Gesundheit: Sie lag 2023 bei 62,8 Jahren, gegenüber 63,2 Jahren im Jahr 2019. WHO-Direktor Alain Labrique sprach von einem Paradoxon: Das längere Leben sei ein großer Erfolg, die Herausforderung bestehe aber darin, dass die Menschen auch gesünder altern. Die Gesundheitssysteme müssten sich auf die Bedürfnisse einer älter werdenden Bevölkerung einstellen.

RSV-Schutz für Säuglinge: Clesrovimab seit 1. Oktober als zweite Option verordnungsfähig

RSV-Schutz für Säuglinge: Clesrovimab seit 1. Oktober als zweite Option verordnungsfähig

📅 2026-10-02 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Seit dem 1. Oktober können Vertragsärzte gesunde Neugeborene und Säuglinge zum Schutz vor dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) nicht nur mit Nirsevimab, sondern auch mit dem monoklonalen Antikörper Clesrovimab (Handelsname Enflonsia) versorgen. Das Mittel wurde in die RSV-Prophylaxeverordnung aufgenommen und ist für die erste RSV-Saison eines Kindes vorgesehen. Laut den klinischen Studien hält der Schutz etwa sechs Monate nach der Gabe an, die Schutzwirkung wird mit rund 75 Prozent angegeben. Abgerechnet wird über die Gebührenordnungspositionen 01941 und gegebenenfalls 01942, deren Wortlaut neutral gefasst ist und beide Antikörper einschließt.

T-Zell-Engager als günstigere Alternative zu CAR-T-Zelltherapien

T-Zell-Engager als günstigere Alternative zu CAR-T-Zelltherapien

📅 2026-10-02 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

T-Zell-Engager, auch bispezifische Antikörper genannt, gelten als mögliche Alternative zu CAR-T-Zelltherapien. CAR-T-Zellen sind in der Hämato-Onkologie etabliert und werden vor allem bei Lymphomen und Leukämien eingesetzt. Der Hauptvorteil der T-Zell-Engager liegt nach Einschätzung von Fachleuten in den deutlich geringeren Kosten und der wesentlich einfacheren Logistik, da keine patienteneigenen Zellen aufwendig verändert werden müssen. Beide Ansätze werden inzwischen auch bei Autoimmunerkrankungen wie systemischem Lupus erythematodes, systemischer Sklerose, Myositis und rheumatoider Arthritis untersucht.

Autonomer KI-Agent sortiert Hautkrebsverdacht vor und könnte Dermatologen entlasten

Autonomer KI-Agent sortiert Hautkrebsverdacht vor und könnte Dermatologen entlasten

📅 2026-10-02 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Britische Forscher haben ein autonomes KI-System zur Bewertung krebsverdächtiger Hautveränderungen anhand dermatoskopischer Fotos entwickelt. Das System entscheidet eigenständig, welche Patienten zur weiteren Abklärung überwiesen und welche nach Hause entlassen werden, und zwar ohne ärztliche Kontrolle bei den als harmlos eingestuften Fällen. Die KI übernimmt damit die Triage, also die Einstufung der Dringlichkeit. Nach Angaben der Forscher könnte das Kapazitäten für Tausende dermatologische Termine freimachen, die dann für komplexere Fälle zur Verfügung stünden.

Zervixkarzinom: Chemotherapie plus Pembrolizumab mit langfristigem Überlebensvorteil

Zervixkarzinom: Chemotherapie plus Pembrolizumab mit langfristigem Überlebensvorteil

📅 2026-10-02 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die bevorzugte Erstbehandlung des fortgeschrittenen Zervixkarzinoms, eine Chemotherapie kombiniert mit dem Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab, verlängert das Leben der Patientinnen auch langfristig deutlich. Das zeigt eine in JAMA Oncology veröffentlichte Langzeitauswertung der Studiendaten. Der PD-1-Inhibitor Pembrolizumab ist seit 2022 für die Erstlinientherapie zugelassen und wird wahlweise mit oder ohne das Biologikum Bevacizumab gegeben. Infrage kommt die Behandlung für Patientinnen, deren Tumoren das Oberflächenmerkmal PD-L1 tragen.

US-Studie: Menschen mit Autismus haben deutlich geringere Lebenserwartung

US-Studie: Menschen mit Autismus haben deutlich geringere Lebenserwartung

📅 2026-10-02 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Eine große, in JAMA Network Open veröffentlichte US-Studie zeigt eine deutlich verringerte Lebenserwartung bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung. Verglichen mit allen staatlich versicherten Personen liegt sie um fast sechs Jahre niedriger, im Vergleich zur US-Gesamtbevölkerung sogar um etwa 14 Jahre. Die Autoren arbeiten neben der erhöhten Sterblichkeit auch deren Ursachen heraus. Bisher hat sich die Autismusforschung vor allem auf biologische und genetische Aspekte konzentriert, die langfristigen gesundheitlichen Folgen fanden weniger Beachtung.

Verordnungskaskaden: Wenn Nebenwirkungen mit weiteren Medikamenten behandelt werden

Verordnungskaskaden: Wenn Nebenwirkungen mit weiteren Medikamenten behandelt werden

📅 2026-10-02 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Eine kanadische Analyse von Versichertendaten, veröffentlicht im BMJ, beschäftigt sich mit sogenannten potenziell inadäquaten Verordnungskaskaden. Gemeint ist, dass die Nebenwirkung eines Medikaments nicht als solche erkannt, sondern mit einem weiteren Medikament behandelt wird, was zu unnötiger Mehrfachmedikation führt. Besonders betroffen sind ältere Menschen, weil die Verträglichkeit vieler Arzneimittel im Alter abnimmt und unerwünschte Wirkungen häufiger werden. Die Studie benennt, welche dieser Kaskaden im klinischen Alltag besonders häufig vorkommen.

Hygiene-Hypothese: Oraler Bakterienextrakt schützt Kinder nicht vor Asthma

Hygiene-Hypothese: Oraler Bakterienextrakt schützt Kinder nicht vor Asthma

📅 2026-10-02 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Nach der Hygiene-Hypothese soll früher Kontakt mit Umweltantigenen die Entstehung von Allergien verhindern. Der Versuch, dieses natürliche Immuntraining mit einem oralen bakteriellen Lysat künstlich nachzuahmen und so Asthma bei Kindern vorzubeugen, ist laut einer in The Lancet veröffentlichten randomisierten Studie gescheitert. Der Bakterienextrakt erwies sich als unwirksam.

Pflegereform: Städtetag wirft Bundesregierung Vertrauensbruch vor

Pflegereform: Städtetag wirft Bundesregierung Vertrauensbruch vor

📅 2026-10-02 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Der Deutsche Städtetag kritisiert die vom Bundeskabinett beschlossene Pflegereform scharf als zusätzliche Belastung für die Kommunen. Städtetagspräsident Burkhard Jung bemängelt, dass der Bund die Milliardenkosten der Hilfe zur Pflege nicht übernimmt und die Kommunen damit allein lässt. Kritisiert wird außerdem, dass ein Deckel für die Eigenanteile pflegebedürftiger Menschen fehlt. Jung wirft der Regierung einen Vertrauensbruch vor, weil die Reform einen Tag vor Inkrafttreten des neuen Konnexitätsprinzips am 1. Oktober beschlossen wurde, nach dem der Bund 80 Prozent zusätzlicher Kosten hätte tragen müssen. Die Kommunen befänden sich in einer historisch dramatischen Finanzlage und könnten keine weiteren Soziallasten schultern.