Die Hochrechnungen für das erste Oktoberwochenende an den US-Kinokassen zeichnen ein klares Bild: Der Psychothriller „Verity“ nach dem Roman von Colleen Hoover steuert mit rund 32 Millionen Dollar auf Platz eins zu und spielt damit etwa das Vierfache von Tom Cruises neuem Film „Digger“ ein. Die schwarze Komödie von Alejandro G. Iñárritu, ein R-Rated-Großprojekt von Warner Bros., dürfte mit nur rund 8 Millionen Dollar auf Platz fünf starten. Laut Dark Horizons nahm „Verity“ allein am Freitag fast doppelt so viel ein, wie „Digger“ für das ganze Wochenende erwartet. Dazwischen liegen „Resident Evil“ mit rund 12 Millionen Dollar und inzwischen 124,3 Millionen Gesamteinnahmen, „Heart of the Beast“ mit etwa 11 Millionen und „Primetime“ mit Robert Pattinson bei rund 8,2 Millionen. Für Cruise wäre es nach Angaben von JoBlo der schwächste Kinostart seit „Lions for Lambs“ aus dem Jahr 2007, also seit 19 Jahren; schon die Previews hatten nur 1,2 Millionen Dollar gebracht. Der Star selbst reagierte auf Instagram gelassen und schrieb, er sei „so stolz auf das, was wir geschaffen haben“, und es sei ihm eine Ehre gewesen, mit dem Team um Iñárritu zu arbeiten. Bemerkenswert ist der Abstand vor allem, weil „Digger“ als prestigeträchtiges Autorenprojekt mit einem der verlässlichsten Kinostars Hollywoods galt, während „Verity“ von der großen Fangemeinde der Romanvorlage getragen wird. Die endgültigen Wochenendzahlen stehen noch aus.
Guillermo del Toro und Alfonso Cuarón verteidigen „Digger“ gegen die Kritik
Zwei Oscar-Preisträger springen ihrem Landsmann Alejandro G. Iñárritu zur Seite: Guillermo del Toro und Alfonso Cuarón verteidigen öffentlich „Digger“, die schwarze Komödie mit Tom Cruise, die bei Kritik und Publikum gespalten aufgenommen wurde und an den Kinokassen enttäuscht. Del Toro hatte schon vor dem Kinostart auf X gegen negative Schlagzeilen angeschrieben, eine davon als „Entirely Petty headline“ bezeichnet und den Film laut Variety „gewagt, mutig und filmisch komplex“ genannt. Nun legte er nach und verglich „Digger“ mit Filmen wie „The Big Lebowski“, „King of Comedy“ und „The Counselor“, die bei ihrem Erscheinen verrissen wurden. Cuarón teilte Rückblicke im Stil von „damals und heute“ zu „2001: Odyssee im Weltraum“, „Blade Runner“ und „Under the Skin“, Werken, die anfangs zerpflückt und später als Meisterwerke anerkannt wurden. Die Botschaft der beiden: „Digger“ könnte ein künftiger Kultfilm sein, dem die heutige Kritik unrecht tut.
„Behemoth!“: Tony Gilroys neuer Film mit Pedro Pascal spaltet nach der Premiere in New York
„Andor“-Schöpfer Tony Gilroy ist mit „Behemoth!“ zurück auf der großen Leinwand, und nach der Premiere beim New York Film Festival gehen die Meinungen weit auseinander. Pedro Pascal spielt einen Cellisten, der nach Jahren unterwegs nach Los Angeles zurückkehrt; der Film versteht sich als Liebeserklärung an die Filmmusik. Erste Reaktionen, die JoBlo gesammelt hat, loben Pascals Spiel als „hypnotisch“. IndieWire nennt den Film in seiner Kritik eine „bewegend atonale Charakterstudie“, kleiner und seltsamer, als der Titel vermuten lässt, und fragt in einer eigenen Analyse, ob die Rolle Pascal ins Oscar-Rennen bringen kann und ob die Musiksparte der Academy das Komponistenkollektiv des Films akzeptiert. Der Guardian dagegen urteilt hart: Pascal stolpere durch einen vergesslichen Film, der von stilistischen Spielereien beschädigt werde.
„A Statement“: Tom McCarthy verfilmt eine gescheiterte Klimakonferenz von 1980
Beim New York Film Festival hat Tom McCarthy („Spotlight“) sein neues Drama „A Statement“ vorgestellt. Der Film erzählt von einer Konferenz Ende Oktober 1980, wenige Tage vor der Wahl Ronald Reagans, bei der der US-Kongress 20 Fachleute aus verschiedenen Disziplinen zusammenrief, um eine gemeinsame Stellungnahme zu den Folgen steigender Kohlendioxid-Emissionen zu erarbeiten, und an der dieses Vorhaben scheiterte. Paul Rudd, Paul Giamatti und Tatiana Maslany führen ein großes Ensemble an, zu dem außerdem Amy Ryan, Evan Peters und John Turturro gehören. Der Guardian lobt den Film als herausragende Klima-Dramedy mit exzellentem Ensemble. IndieWire ist zurückhaltender und beschreibt ihn als redselige Seriokomödie, die als leichte Unterhaltung funktioniere, ihrem Thema aber kaum gerecht werde.
Jessica Chastain im Horrorfilm „Other Mommy“: Branche rechnet mit starkem Start
Am 9. Oktober startet in den USA „Other Mommy“, ein Horrorfilm von Rob Savage („The Boogeyman“, „Host“) mit Jessica Chastain, Arabella Olivia Clark, Jay Duplass und Dichen Lachman. Universal bringt den Film heraus, produziert haben Blumhouse und Atomic Monster. Die Geschichte dreht sich um Bela, die in ihrem Zuhause einer rätselhaften Gestalt begegnet, die ihrer Mutter gleicht. SlashFilm zitiert Prognosen von 28,5 bis 35 Millionen Dollar zum Start und vergleicht mit den Horrorerfolgen des Jahres: „Obsession“ begann mit 17,1 Millionen und kam weltweit auf rund 500 Millionen, „Backrooms“ startete mit 81,4 Millionen. Als realistischster Vergleich gilt „28 Years Later“ mit 30 Millionen zum Start. Chastain hat mit „Es Kapitel 2“, „Mama“ und „Crimson Peak“ bereits Genre-Erfahrung.
David Fincher lässt seinen Netflix-Vertrag auslaufen
David Fincher verlängert seinen Exklusivvertrag mit Netflix nicht. IndieWire nimmt das zum Anlass für eine Bilanz des Jahrzehnts, in dem der Regisseur für den Streamer „Mindhunter“, „Mank“ und „The Killer“ gedreht hat, und fragt, ob diese Arbeiten echte kulturelle Wirkung hatten. Als letztes Netflix-Projekt steht noch „The Further Mis-Adventures of Cliff Booth“ aus, für das Brad Pitt in seine Rolle aus Quentin Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“ zurückkehrt.
Gerüchte & Insider
Inde Navarrette spricht über ihre Rolle als Rogue im neuen „X-Men“-Film
Inde Navarrette hat sich erstmals ausführlicher zu ihrer Besetzung im kommenden „X-Men“-Film des Marvel Cinematic Universe geäußert. Die 25-Jährige übernimmt die Rolle der Rogue und verspricht, der Figur gerecht zu werden. Rogue gehört zu den beliebtesten Mutantinnen der Reihe, die Erwartungen der Fans sind entsprechend hoch. Der Film ist ein zentraler Baustein für Marvels Neustart der X-Men innerhalb des MCU.
Andrew Garfield äußert sich erneut zu einer Rückkehr als Spider-Man
Andrew Garfield ist in einem neuen Interview wieder auf die Dauerfrage eingegangen, unter welchen Umständen er noch einmal den Spider-Man-Anzug anziehen würde. Der 43-Jährige bestätigte keine konkrete Beteiligung an einem kommenden Projekt, schloss eine Rückkehr aber auch nicht aus. Ein Gerücht bleibt es damit weiterhin, aber eines, das der Schauspieler selbst am Leben hält.
Klatsch & Tratsch
„The Social Reckoning“: Sorkin über Eisenbergs Absage, Jeremy Strong über Zuckerberg
Die Pressetour zu Aaron Sorkins Facebook-Film „The Social Reckoning“ liefert Gesprächsstoff. Sorkin sagte, es sei ihm „nie in den Sinn gekommen“, dass Jesse Eisenberg, der Mark Zuckerberg in „The Social Network“ (2010) gespielt hatte, nicht zurückkehren wolle; Eisenberg sagte ab, und laut Sorkin hätte auch mehr Geld daran nichts geändert. Die Rolle übernimmt nun Jeremy Strong. Der erzählte im Gespräch mit David Remnick vom New Yorker, ihm sei durchaus wichtig, wie Zuckerberg auf den Film reagiert, und er habe Sorkin während der Vorbereitung zeitweise E-Mails geschrieben, als wäre er selbst Zuckerberg.
Anne Hathaway verabschiedet sich nach fünf Filmen in einem Jahr in die Pause
Nach einem Jahr, in dem sie fünf Filme bewarb, meldet sich Anne Hathaway mit einem augenzwinkernden „Over and out“ aus der Öffentlichkeit ab. Die Oscar-Preisträgerin erwartet ihr drittes Kind mit Ehemann Adam Shulman.
Christopher Abbott spricht mit Aubrey Plaza über das Vatersein und seine Tony-Niederlage
Christopher Abbott hat ein Jahr voller Wendepunkte hinter sich, und an erster Stelle steht für ihn, Vater geworden zu sein. Im Gespräch mit Aubrey Plaza erzählte er davon und blickte außerdem auf seine Niederlage bei den Tony Awards zurück.