2026-10-17Rubrik Gesundheit & Diabetes

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Diabetes-News

EMA empfiehlt Zulassung des oralen GLP-1-Wirkstoffs Orforglipron

EMA empfiehlt Zulassung des oralen GLP-1-Wirkstoffs Orforglipron

📅 2026-10-16 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur EMA hat die Zulassung von Orforglipron empfohlen, das Lilly unter dem Handelsnamen Foundayo vertreibt. Der Wirkstoff ist ein nicht peptidischer GLP-1-Rezeptoragonist, der einmal täglich als Tablette eingenommen wird, unabhängig von den Mahlzeiten. Vorgesehen ist er zur Gewichtsabnahme bei Erwachsenen mit Adipositas oder Übergewicht und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung sowie zur Behandlung des Typ-2-Diabetes, wenn der Blutzucker mit Diät und Bewegung nicht ausreicht. Grundlage sind zwei Studien mit mehr als 4.740 Erwachsenen: Nach 72 Wochen verloren die Behandelten je nach Dosis etwa 5 bis 11 Prozent ihres Körpergewichts, unter Placebo rund 2 bis 2,5 Prozent. In vier Diabetes-Studien mit 3.765 Erwachsenen sank der HbA1c-Wert um etwa 1,2 bis 1,9 Prozentpunkte, unter Placebo um 0,4 bis 0,8. Nach Angaben der Pharmazeutischen Zeitung lag Dapagliflozin 10 mg bei 0,8 Prozentpunkten, orales Semaglutid bei 1,2 bis 1,5. Häufigste Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, vor allem während der Dosissteigerung. Die Empfehlung geht nun an die EU-Kommission, die über die Marktzulassung entscheidet; Preis und Erstattung regeln anschließend die Mitgliedstaaten. Mit einem oralen Wirkstoff dieser Klasse käme eine Alternative zu den injizierbaren GLP-1-Präparaten hinzu, sofern die Zulassung erfolgt.

Wechseljahre erhöhen das Risiko für Typ-2-Diabetes

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: Pharmazeutische Zeitung (dpa)

Die hormonellen Umstellungen in den Wechseljahren erhöhen laut Deutscher Diabetes Gesellschaft (DDG) das Risiko für Typ-2-Diabetes, lösen die Erkrankung aber nicht direkt aus. Die Umstellung führt zu mehr Bauchfett, sinkender Insulinempfindlichkeit und steigendem Blutdruck. Besonders gefährdet sind Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes in der Vorgeschichte, frühem Wechseljahresbeginn, familiärer Vorbelastung oder Übergewicht. Die Krankheit wird oft erst spät erkannt; typische Anzeichen sind vermehrter Durst, häufiges Wasserlassen, schlecht heilende Wunden und Müdigkeit. Die DDG nennt als Ansatzpunkte einen Gesundheitscheck in der Lebensmitte (Blutzucker, Blutfette, Leberwerte, Blutdruck, Gewicht, Taillenumfang), Krafttraining zwei- bis dreimal pro Woche, ergänzende Ausdauer sowie eine gemüsereiche, ballaststoffreiche Ernährung mit wenig Zucker und Fertigprodukten. Wechseljahressymptome und Unterzuckerung können sich ähnlich anfühlen. Zahlen zum Ausmaß des Risikos nennt der Artikel nicht.

Studie verknüpft Ozempic und Wegovy mit seltener Sehnervschädigung

Studie verknüpft Ozempic und Wegovy mit seltener Sehnervschädigung

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: sciencedaily.com

Eine große Studie unter Leitung von Forschenden der Rutgers University bringt Semaglutid-Präparate wie Ozempic und Wegovy sowie Tirzepatid-Präparate mit einem leicht erhöhten Risiko für die seltene ischämische Optikusneuropathie in Verbindung. Dabei wird die Durchblutung des Sehnervs verringert, was zu plötzlichem und oft dauerhaftem Sehverlust führen kann. Ausgewertet wurden Daten von US-Erwachsenen zwischen 18 und 65 Jahren mit Typ-2-Diabetes, die kürzlich mit GLP-1-Medikamenten begonnen hatten; die Studie erschien in den Annals of Internal Medicine. Nach Angaben des Studienleiters Chintan Dave treten etwa drei bis vier zusätzliche Fälle je 10.000 Behandelte innerhalb von 18 Monaten auf. Betroffen waren vor allem Männer und die ältere Hälfte der Studienpopulation. Etwa ein Drittel der Betroffenen erholt sich teilweise, meist in den ersten sechs Monaten. Die Forschenden betonen, dass die Studie keinen direkten Ursachenzusammenhang belegt, weil andere gesundheitliche Unterschiede der Patienten den Befund erklären könnten.

GLP-1-Medikamente könnten bei Schizophrenie und Typ-2-Diabetes psychiatrische Klinikaufenthalte seltener machen

GLP-1-Medikamente könnten bei Schizophrenie und Typ-2-Diabetes psychiatrische Klinikaufenthalte seltener machen

📅 2026-10-16 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Menschen mit Schizophrenie und Typ-2-Diabetes benötigen einer neuen Studie zufolge möglicherweise seltener eine stationäre Behandlung oder einen Besuch in der Notaufnahme wegen psychiatrischer Erkrankungen, wenn sie GLP-1-basierte Medikamente erhalten. Schizophrenie geht mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes einher, wozu auch Antipsychotika beitragen, die Gewichtszunahme und Insulinresistenz begünstigen können. GLP-1-Rezeptoragonisten werden bereits zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt; ob sie über den Stoffwechsel hinaus positive Effekte auf die psychische Gesundheit haben, ist bislang unklar. Die Studie erschien 2026 in The Lancet Psychiatry (DOI 10.1016/S2215-0366(26)00276-2). Zahlen nennt die zugängliche Meldung nicht.

Medizin & Forschung allgemein

KI-Auswertung von 101.000 PET-CT-Aufnahmen verknüpft braunes Fettgewebe mit Herz- und Psychogesundheit

KI-Auswertung von 101.000 PET-CT-Aufnahmen verknüpft braunes Fettgewebe mit Herz- und Psychogesundheit

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: News-Medical

Ein Forschungsteam hat in einer in Nature veröffentlichten Studie (DOI 10.1038/s41586-026-11162-7) retrospektiv 18F-FDG-PET-CT-Aufnahmen von 101.243 Erwachsenen aus den Jahren 2009 bis 2024 ausgewertet, alle aus einem Krebszentrum. Ein KI-Bildanalysesystem quantifizierte bei 8.709 Personen mit nachweisbarem braunem Fettgewebe dessen metabolische Aktivität. Verglichen wurden sie per Propensity-Score-Matching mit Kontrollen gleichen Alters, Geschlechts, BMI und Außentemperatur ohne braunes Fettgewebe. Bei Personen mit aktivem braunem Fett traten Typ-2-Diabetes um 58 Prozent und eine chronische ischämische Herzkrankheit um 47 Prozent seltener auf, ebenso primäre Hypertonie; Glukose, HbA1c und Triglyzeride waren niedriger, HDL-Cholesterin höher. Auch depressive Episoden und Angststörungen kamen seltener vor. Im Labor steigerte der Wirkstoff Losartan die Expression von UCP1 und den Sauerstoffverbrauch brauner Fettzellen; bei Mäusen erhöhte er den Energieverbrauch, ohne messbaren Gewichtsverlust. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass die Studie retrospektiv und beobachtend ist, eine Kausalität nicht belegt ist und die Wirksamkeit von Losartan beim Menschen nicht klinisch getestet wurde.

Ernährungsqualität statt Diätform: Gesunde Muster verlangsamen biologisches Altern

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: Pharmazeutische Zeitung

Eine Beobachtungsstudie auf Basis der Rheinland-Studie (6.470 Teilnehmende) mit Überprüfung in der EPIC-Potsdam-Studie (rund 1.000 weitere Teilnehmende) hat untersucht, wie gut verzehrte Lebensmittel zu gesunden Ernährungsmustern passen und wie sich das auf das biologische Alter auswirkt. Berechnet wurden zehn etablierte Ernährungsscores, darunter mediterrane Varianten, DASH, pflanzenbasierte und nordische Ernährung. Das biologische Alter wurde anhand von DNA-Methylierungsmustern und weiteren Alterungsmarkern bestimmt. Mediterrane, pflanzenbasierte, nordische und DASH-orientierte Ernährungsweisen waren jeweils mit langsamerem biologischem Altern verbunden; sie unterschieden sich in den Methylierungsprofilen, wirkten aber offenbar über ähnliche biologische Signalwege. Positiv bewertet wurden Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Fisch, negativ stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker sowie rotes und verarbeitetes Fleisch. Laut Artikel gibt es offenbar nicht die eine optimale Ernährungsform. Die Studie erschien in Nature Communications (DOI 10.1038/s41467-026-77064-4); sie ist eine Beobachtung und belegt keine Ursache-Wirkung-Beziehung. Effektstärken nennt der Artikel nicht.

Spätes Essen geht mit höherem Risiko für Lebererkrankungen einher

Spätes Essen geht mit höherem Risiko für Lebererkrankungen einher

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: sciencedaily.com

Wer regelmäßig nach dem Abendessen oder kurz vor dem Schlafengehen isst, hat laut einer Studie der Oregon Health & Science University ein um 20 bis 30 Prozent höheres Risiko für Lebererkrankungen als Menschen, die spät nichts mehr essen. Erfasst wurden die Fettlebererkrankung (MASLD) und die Leberzirrhose. Die Analyse stützt sich auf drei große US-Studien mit fast 200.000 Teilnehmenden und erschien in Clinical Gastroenterology and Hepatology. Die Forschenden erklären den Zusammenhang möglicherweise mit den zirkadianen Rhythmen, die Schlaf und Stoffwechsel steuern. Erstautor Robert Wilechansky betont, dass nur ein kleiner Teil der Menschen mit Fettleber eine schwere Form entwickelt. Die Studie ist beobachtend und kann keine Ursache-Wirkung-Beziehung belegen, weil nicht geprüft wurde, ob eine Verschiebung der Essenszeiten tatsächlich vorbeugt.

Eltern unterschätzen, wie viel Obst und Gemüse Kinder brauchen

Eltern unterschätzen, wie viel Obst und Gemüse Kinder brauchen

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: News-Medical

Eine qualitative Studie aus Südschweden (BMC Public Health 2026, DOI 10.1186/s12889-026-29852-2) hat 15 Familien aus sieben Schulen befragt, überwiegend Mütter (12 Mütter, 3 Väter). Laut einer nationalen Ernährungserhebung erreichen nur 5 Prozent der 10- bis 12-jährigen Kinder die empfohlene Tagesmenge; der Durchschnittsverzehr lag bei 247 g (Mädchen) bzw. 200 g (Jungen) gegenüber der schwedischen Empfehlung von 500 g. Keiner der Befragten kannte die Empfehlung, vier schätzten die 500 g richtig ein, die meisten lagen darunter. Die Eltern sahen vor allem kurzfristige Effekte wie Vitamine und Mineralstoffe, langfristige Vorteile wurden selten genannt. Sorgen um Fruchtzucker führten teils zu unnötigen Einschränkungen, Unsicherheit bei Pestiziden und Bio-Produkten erschwerte Kaufentscheidungen. Beschrieben wurden vier Elternrollen: Regelgeber, Anpasser an Vorlieben, Lehrende und Vorbild. Die Stichprobe ist klein und auf Mütter sowie höher gebildete Eltern verzerrt; ob die Kinder die Empfehlungen erreichen, wurde nicht gemessen.

Bundestag beschließt Korrekturen an den Sparplänen für die Psychotherapie

Bundestag beschließt Korrekturen an den Sparplänen für die Psychotherapie

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: tagesschau

Der Bundestag hat die überarbeitete Fassung des Krankenkassen-Sparpakets beschlossen, das Kürzungen bei der ambulanten Psychotherapie vorsieht. Die Koalitionsfraktionen von SPD und Union hatten nach anhaltendem Protest angekündigt, das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz vor dem Inkrafttreten noch einmal zu überarbeiten. Künftig wird die Psychotherapie nicht mehr extrabudgetär vergütet, sondern in die Budgetierung eingeordnet: Ab einer bestimmten Stundenzahl bringt jede weitere Stunde weniger Geld. Ausgenommen sind Kinder, Jugendliche und schwer kranke Menschen, deren Schwere über eine Skala eingeschätzt wird. Auch die Akuttherapie bleibt außerhalb der Budgetierung; was Dringlichkeit genau bedeutet, muss der Gemeinsame Bundesausschuss noch festlegen. Fachverbände befürchten, dass sich Therapeutinnen und Therapeuten stärker den ausgenommenen Gruppen zuwenden und andere Patienten länger warten müssen. Besonders betroffen sind Therapeuten mit einem halben Kassensitz, das sind 70 Prozent der Kassentherapeuten. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbands haben sich die Ausgaben für Psychotherapie in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt.

EMA empfiehlt Zulassung von Daraxonrasib gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

EMA empfiehlt Zulassung von Daraxonrasib gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: sueddeutsche.de

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt die Zulassung des Wirkstoffs Daraxonrasib gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs, der unter dem Namen Rasonque in den Handel kommen soll. Der Ausschuss CHMP spricht die Empfehlung für Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom aus, die bereits eine andere Therapie erhalten haben. Die formale Zustimmung der EU-Kommission steht noch aus. In einer Phase-III-Studie, die im Mai 2026 auf dem ASCO-Kongress vorgestellt wurde, lebten Betroffene mit dem Mittel etwa doppelt so lange wie mit Chemotherapie, im Schnitt ein gutes Jahr statt eines halben. In den USA war der Wirkstoff bereits im August 2026 zugelassen worden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte bei der Prüfung eine federführende Rolle und setzte das Verfahren Phased Review ein, bei dem Unterlagen schon vor der vollständigen Einreichung geprüft werden. Eine Heilung ist laut Bericht nicht zu erwarten. Wolfgang Becker-Brüser, Herausgeber des Arznei-Telegramms, mahnt, eine schnelle Zulassung sei nur im Interesse der Patienten, wenn die Medikamente wirklich sicher und wirksam sind.

Erstmals West-Nil-Infektionen im Inland in Baden-Württemberg nachgewiesen

Erstmals West-Nil-Infektionen im Inland in Baden-Württemberg nachgewiesen

📅 2026-10-16 | 🔗 Quelle: sueddeutsche.de

In Baden-Württemberg haben sich zwei Männer im Raum Stuttgart und Karlsruhe mit dem West-Nil-Virus angesteckt, ohne vorher im Ausland gewesen zu sein. Das Sozialministerium des Landes spricht von den ersten heimischen Fällen dort. Bundesweit zählte das Robert-Koch-Institut von Januar bis Mitte Oktober 18 West-Nil-Infektionen, davon mindestens sechs im Inland; im Vorjahr waren es 14 Fälle, vier davon heimisch. Übertragen wird das Virus durch Stechmücken, vor allem von Wildvögeln auf Menschen; eine Ansteckung von Mensch zu Mensch halten Experten nicht für wahrscheinlich. Etwa jeder Hundertste Infizierte erkrankt schwer neurologisch, bis hin zu tödlichen Hirn- und Hirnhautentzündungen; die meisten Infektionen verlaufen ohne Symptome. Europaweit meldete die Seuchenschutzbehörde ECDC bis zum 7. Oktober eine Rekordzahl von 1715 heimischen Infektionen mit 130 Todesfällen, am stärksten betroffen ist Italien mit knapp 750 Fällen und 56 Todesfällen. Eine Impfung oder spezifische Behandlung gibt es nicht. Laut Mitteilung muss auch in den kommenden Wochen mit weiteren Infektionen gerechnet werden.

Mammografie-Screening soll ab 45 Jahren möglich werden

Mammografie-Screening soll ab 45 Jahren möglich werden

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: tagesschau

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat beschlossen, die Altersgrenze für das Mammografie-Screening von 50 auf 45 Jahre abzusenken. Bisher übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Röntgenuntersuchung der Brust nur zwischen 50 und 75 Jahren, jüngere Frauen zahlen sie selbst. Der Beschluss wird noch von der Rechtsaufsicht im Bundesgesundheitsministerium geprüft; ohne Beanstandung soll er zum 1. August 2027 in Kraft treten. Frauen ab 45 können sich dann voraussichtlich ab Sommer 2027 direkt bei der zuständigen Zentralen Stelle für einen Termin anmelden, persönliche Einladungen sind vermutlich ab Januar 2028 zu erwarten. Laut einer mehrjährigen Untersuchung des Bundesamts für Strahlenschutz senkt die Teilnahme das Sterberisiko an Brustkrebs um 20 bis 30 Prozent. Der Nutzen der Untersuchung sei größer als die Strahlenbelastung, heißt es in dem Bericht.

Schlaganfälle bei 20- bis 54-Jährigen in drei Jahrzehnten fast verdoppelt

Schlaganfälle bei 20- bis 54-Jährigen in drei Jahrzehnten fast verdoppelt

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: sciencedaily.com

Eine Studie, die fast drei Jahrzehnte medizinischer Daten auswertete, fand, dass die Schlaganfallrate bei Erwachsenen zwischen 20 und 54 Jahren nahezu doppelt so hoch ist wie zu Beginn, während die Überlebenschancen gestiegen sind. Untersucht wurden Fälle aus der Region Greater Cincinnati und Nordkentucky zwischen 1993 und 2020, erfasst wurden 2.076 Erwachsene in diesem Alter mit einem ersten Schlaganfall. Die Rate stieg von 33,9 auf 62,2 Fälle je 100.000 Personenjahre, ein Anstieg von rund 83 Prozent. Der größte Teil entfiel auf ischämische Schlaganfälle; Hirnblutungen zeigten keinen vergleichbaren Anstieg. Häufiger wurden auch Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Vorhofflimmern und Substanzkonsum dokumentiert: Der Anteil mit dokumentiertem Substanzkonsum stieg von 4,6 auf 40,2 Prozent, vor allem im Zusammenhang mit Marihuana. Die Studie kann nicht belegen, dass diese Faktoren den Anstieg verursachen, weil Vergleichsdaten von Menschen ohne Schlaganfall fehlten. Gleichzeitig sank der Anteil der Patienten, die innerhalb von 30 Tagen starben, von 11,7 auf 9,4 Prozent. Die Studie erschien am 23. September 2026 in Neurology.

Körperliche Leistung nimmt laut 47-Jahre-Studie schon ab Mitte 30 ab

Körperliche Leistung nimmt laut 47-Jahre-Studie schon ab Mitte 30 ab

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: sciencedaily.com

Eine schwedische Langzeitstudie des Karolinska-Instituts hat 427 zufällig ausgewählte Männer und Frauen des Jahrgangs 1958 zwischen 16 und 63 Jahren immer wieder körperlich getestet. Gemessen wurden Ausdauer, Muskelausdauer und Muskelkraft derselben Personen über die Jahrzehnte. Die Werte erreichten meist zwischen 26 und 36 Jahren ihren Höhepunkt, danach ging die Leistung ab Mitte der 30er zurück, zunächst gering, später schneller; bis 63 lagen die Durchschnittswerte rund 30 bis 48 Prozent unter dem Höchststand. Explosive Muskelkraft erreichte ihren Gipfel noch früher. Männer und Frauen zeigten ähnlich starke Rückgänge. Wer im Erwachsenenalter aktiv wurde, verbesserte seine Leistungsfähigkeit um etwa 5 bis 10 Prozent; körperliche Aktivität verlangsamte den Rückgang, konnte ihn aber nicht vollständig aufhalten. Als mögliche Ursachen nennt die Studie Veränderungen der Muskelzellen, des Nervensystems und der Energiegewinnung in den Mitochondrien; die Mechanismen sind nicht geklärt. Sie erschien 2025 im Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle. Hauptautorin Maria Westerståhl betont, dass der Durchschnittswert nicht bedeutet, dass jeder Einzelne ab 35 schwächer wird.

Bundestag billigt höhere Tabaksteuer: Zigaretten sollen bis 2030 knapp zwölf Euro kosten

Bundestag billigt höhere Tabaksteuer: Zigaretten sollen bis 2030 knapp zwölf Euro kosten

📅 2026-10-16 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der Bundestag hat in der Nacht eine Gesetzesnovelle gebilligt, mit der die Tabaksteuer schrittweise angehoben wird; zugestimmt haben die Fraktionen von Union und SPD, dagegen stimmten Grüne, AfD und Linke sowie zwei Abgeordnete der Union. Eine 20er-Packung Zigaretten kostet derzeit im Schnitt gut acht Euro und dürfte bis 2030 auf voraussichtlich knapp zwölf Euro steigen, Markenzigaretten bis zu 14 Euro. Auch Feinschnitt, Zigarren, Zigarillos, Shisha-Tabak und Liquids für E-Zigaretten werden teurer. Der Bund erwartet zusätzliche Steuereinnahmen von rund zwölf Milliarden Euro binnen vier Jahren, 1,5 Milliarden Euro schon 2027 und 4,5 Milliarden Euro 2030. Die Tabakbranche und Zollvertreter befürchten, dass Raucher auf den Schwarzmarkt oder zu Zigaretten aus dem EU-Ausland umschwenken. SPD-Abgeordneter Ingo Vogel verteidigte die Novelle als Preissignal gegen den Einstieg in den Nikotinkonsum, der Grünen-Abgeordnete Sascha Müller kritisierte, Feinschnitt werde zu niedrig besteuert. Drogenbeauftragter Hendrik Streeck (CDU) sagte, ein höherer Preis könne der Anstoß sein, mit dem Rauchen aufzuhören.

Biosimilars könnten der GKV bis 2035 zweistellige Milliarden sparen

Biosimilars könnten der GKV bis 2035 zweistellige Milliarden sparen

📅 2026-10-16 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der Markt für Biosimilars könnte der gesetzlichen Krankenversicherung bis 2035 Einsparungen in zweistelliger Milliardenhöhe bringen, so eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Prognos im Auftrag des Verbands Pro Biosimilars. Zwölf der 25 ausgabenstärksten Arzneimittel in Deutschland sind bereits biologisch, an der Spitze stehen Pembrolizumab mit 1,24 Milliarden Euro und Adalimumab mit 900 Millionen Euro. Ab 2028 laufen laut Verbandschef Christoph Kirsch so viele Patente biologischer Arzneimittel aus wie noch nie. Prognos rechnet für 2025 bis 2035 je nach Szenario mit Einsparungen zwischen 3 Milliarden Euro im niedrigsten, rund 13,4 Milliarden im Referenzszenario und rund 41,3 Milliarden im höchsten. Entscheidend ist, wie die Rabattverträge der Krankenkassen ausgestaltet werden. Das Bundesgesundheitsministerium hält exklusive Rabattverträge je nach Marktlage für geeignet, während Stephan Pilsinger (CSU) davor warnte, Einsparungen zu übertreiben, weil sonst Investitionen ausblieben. Die Studie stammt von einem Interessenverband.

Einzelfall-Hirnstudie: Wo Amyloid entfernt war, fand sich kaum Tau

Einzelfall-Hirnstudie: Wo Amyloid entfernt war, fand sich kaum Tau

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: sciencedaily.com

Die Untersuchung des Gehirns eines Alzheimer-Patienten, der an einer Studie mit dem Antikörper Aducanumab teilgenommen hatte, zeigte deutliche Unterschiede zwischen Hirnregionen mit und ohne Amyloid-Entfernung. Dort, wo die Behandlung die Amyloid-Plaques weitgehend entfernt hatte, fanden sich kaum Tau-Ablagerungen. Benachbarte Bereiche mit noch vorhandenem Amyloid enthielten deutlich mehr Tau, Entzündungen und Gewebeschwund. Der Mann hatte über viereinhalb Jahre 30 Dosen erhalten und war rund vier Jahre nach der letzten Dosis gestorben; seine Hirnspende ging an ein Forschungszentrum der University of Pennsylvania. Die erhabenen Windungen (Gyri) hatten ihre Plaques weitgehend verloren, die Furchen dazwischen (Sulci) nicht. Die Ergebnisse wurden auf der Alzheimer-Konferenz 2026 vorgestellt und in JAMA veröffentlicht. Co-Autor David Wolk sagte, die Befunde lieferten einige der klarsten Hinweise beim Menschen, dass Anti-Amyloid-Therapien die Anreicherung von Tau bremsen könnten. Es handelt sich allerdings um das Gehirn einer einzelnen Person.

Bewegung kann die Reparaturfähigkeit alternder Muskeln wiederherstellen

Bewegung kann die Reparaturfähigkeit alternder Muskeln wiederherstellen

📅 2026-10-16 | 🔗 Quelle: sciencedaily.com

Ein Forscherteam unter Leitung der Duke-NUS Medical School hat einen biologischen Mechanismus beschrieben, der erklärt, wie Bewegung alternde Muskeln schützt und ihre Fähigkeit zur Selbstreparatur wiederherstellt. Die Arbeit entstand mit dem Singapore General Hospital und der Cardiff University und erschien in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). Im Zentrum steht das Gen DEAF1: Mit dem Alter steigen dessen Werte, was die Signalkette mTORC1 übermäßig aktiviert. Die Muskelzellen produzieren dann zu viele Proteine und bauen beschädigte nicht mehr ausreichend ab. Normalerweise hält die Proteinfamilie FOXO den DEAF1-Spiegel niedrig, doch deren Aktivität nimmt mit dem Alter ab. Bewegung aktiviert laut den Forschenden regulatorische Proteine, die den DEAF1-Spiegel senken und das Gleichgewicht von mTORC1 wiederherstellen. Die Experimente liefen an Fruchtfliegen und Mäusen; ob sich der Mechanismus beim Menschen nutzen lässt, ist offen.

Cortisol verstärkt emotionale Erinnerungen über veränderte Netzwerke im Gehirn

Cortisol verstärkt emotionale Erinnerungen über veränderte Netzwerke im Gehirn

📅 2026-10-16 | 🔗 Quelle: sciencedaily.com

Forschende der Yale University haben untersucht, wie das Stresshormon Cortisol emotionale Erinnerungen verstärkt. In einem Doppelblindversuch nahmen Teilnehmende in zwei getrennten Sitzungen eine Tablette mit Hydrocortison oder mit Placebo ein, betrachteten Bilder und wurden mit fMRT untersucht; am Folgetag wurde ihr Erinnerungsvermögen getestet. Die Forschenden werteten Verbindungen zwischen Hirnregionen in einzelnen Durchgängen von nur etwa fünf Sekunden aus, statt wie bisher mehrere Minuten Daten zu verwenden. Cortisol verbesserte die Erinnerung an emotional bedeutsame Erlebnisse und veränderte die Netzwerke für Emotion und Gedächtnisbildung sowie deren Zusammenspiel: In den emotionalen Netzwerken erzeugte es gleichmäßigere Aktivitätsmuster. Die Studie erschien in Science Advances.

USC-Team züchtet im Labor Vorläuferzellen für Krebs-Immunzellen

USC-Team züchtet im Labor Vorläuferzellen für Krebs-Immunzellen

📅 2026-10-16 | 🔗 Quelle: sciencedaily.com

Ein Team der University of Southern California hat im Fachjournal Cell beschrieben, wie sich aus unreifen Immunzellen, den Granulozyten-Monozyten-Vorläuferzellen (GMPs), eine potenziell erneuerbare Quelle für gentechnisch veränderte Abwehrzellen gewinnen lässt. Die GMPs ließen sich im Labor stark vermehren und behielten ihre Fähigkeit, zu funktionierenden Immunzellen zu reifen. Sie können so verändert werden, dass sie bestimmte Tumormarker erkennen und die körpereigene Abwehr stärken. In Versuchen an Mäusen siedelten sich die veränderten Zellen im Knochenmark an, bildeten neue Immunzellen und bremsten das Fortschreiten sowohl von Blutkrebs als auch von soliden Tumoren. Studienautor Qi-Long Ying sagt, der Befund stelle die Annahme infrage, dass Selbsterneuerung im Blutsystem vor allem den blutbildenden Stammzellen vorbehalten ist. Studien am Menschen nennt der Text nicht.