2026-10-16Rubrik Gesundheit & Diabetes

Googelhupf Tageszeitung

Diabetes-News

Typ-2-Diabetes mit frühem Beginn: Diät und angeleitete Bewegung führen zu hohen Remissionsraten

Typ-2-Diabetes mit frühem Beginn: Diät und angeleitete Bewegung führen zu hohen Remissionsraten

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Bei Menschen mit früh aufgetretenem Typ-2-Diabetes erreichen eine niedrigkalorische Diät und ein angeleitetes Bewegungsprogramm hohe Remissionsraten. Das zeigt eine randomisiert-kontrollierte Studie, die auf dem Kongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Mailand vorgestellt wurde. Laut der Studie verringerte sich das Körperfettgewebe, während fettfreie Masse und Muskelvolumen erhalten blieben. Außerdem verbesserte sich die körperliche Fitness der Teilnehmenden. Parallel erschien die Studie in The Lancet Regional Health – Americas (2026).

GLP-1-Agonisten und SGLT-2-Hemmer: Nierenschutz womöglich nur bei Albuminurie

GLP-1-Agonisten und SGLT-2-Hemmer: Nierenschutz womöglich nur bei Albuminurie

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die nierenschützende Wirkung von GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) und SGLT-2-Hemmern bei Menschen mit Typ-2-Diabetes könnte auf Personen mit Albuminurie beschränkt sein. Das legt eine aktuelle Analyse nahe, die im BMJ (2026) veröffentlicht wurde. Die Schutzwirkung war in mehreren randomisierten Studien gezeigt worden. Die meisten Teilnehmenden dieser Studien hatten jedoch schon vor Studienbeginn eine Albuminurie. Zu den Studien gehören EMPA-REG OUTCOME, CREDENCE und DAPA-CKD (SGLT-2-Hemmer) sowie REWIND und FLOW (GLP-1-RA). Deshalb ließ sich mit ihnen nicht klären, ob beide Wirkstoffklassen auch die Nieren von Menschen ohne Albuminurie schützen.

Medizin & Forschung allgemein

Bundestag beschließt Notfallreform samt verschärfter Terminmeldepflicht für Vertragsärzte

Bundestag beschließt Notfallreform samt verschärfter Terminmeldepflicht für Vertragsärzte

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der Bundestag hat die Reform der Notfallversorgung mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und Grünen beschlossen. Zentrale Punkte sind bessere Steuerung im Notfall, der weitere Ausbau der Integrierten Notfallzentren (INZ) und eine telefonische Ersteinschätzung. Auch die Rufnummern 112 und 116117 sollen verknüpft werden. Ärzteverbände kritisieren vor allem die Notfalldienste, die rund um die Uhr digital und aufsuchend ausgebaut und betrieben werden sollen. Das Gesetz muss noch vom Bundesrat beraten werden, voraussichtlich am 20. November. Eine Zustimmung ist nicht nötig, die Bundesländer könnten aber den Vermittlungsausschuss anrufen. Mit der Reform beschloss der Bundestag zugleich eine verschärfte Terminmeldepflicht für Vertragsärzte: Die Streichung der Beschränkung auf die Meldung „freier“ Termine greift nach Ansicht der Kritiker tief in die Organisation der Praxen ein. Die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung sehen darin einen Eingriff in die Berufsausübungsfreiheit und zusätzliche Bürokratie, ohne dass dadurch Behandlungsstunden entstehen. Künftig entscheiden die Krankenkassen bei der Festlegung des Umfangs verbindlich mit, was der AOK-Bundesverband als echten Fortschritt begrüßt.

EMA empfiehlt Zulassung von Daraxonrasib gegen Pankreaskarzinom

EMA empfiehlt Zulassung von Daraxonrasib gegen Pankreaskarzinom

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) empfiehlt die Zulassung von Daraxonrasib in der EU. Der Wirkstoff ist für die Behandlung des duktalen Adenokarzinoms des Pankreas (PDAC) vorgesehen. Empfohlen wird er für Erwachsene mit metastasiertem PDAC, die zuvor mindestens eine andere Therapie erhalten haben. Die Behörde teilte dies mit.

Mammografie-Screening ab 45 Jahren soll Kassenleistung werden

Mammografie-Screening ab 45 Jahren soll Kassenleistung werden

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Frauen in Deutschland sollen künftig ab 45 Jahren Anspruch auf eine Mammografie zur Brustkrebsfrüherkennung auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) beschloss die Ausweitung einstimmig und senkte die untere Altersgrenze von 50 auf 45 Jahre. Wenn das Bundesgesundheitsministerium (BMG) den Beschluss nicht beanstandet, gilt die Kostenübernahme voraussichtlich ab 1. August 2027. Bis dahin müssen die Screening-Einheiten ihre Prozesse anpassen; ab Sommer 2027 können Frauen über die Zentralen Stellen selbst einen Termin vereinbaren. Ein flächendeckendes Screening mit Einladung ist ab Januar 2028 geplant. Durch den Beschluss könnten zusätzlich 2,5 Millionen Frauen profitieren. Das Bundesamt für Strahlenschutz geht laut seiner Evaluation davon aus, dass das Screening die Brustkrebssterblichkeit bei Frauen ab 45 um etwa 18 bis 25 Prozent senken kann.

Hautkrebs-Vorsorge und Gesundheits-Check-up kommen auf den Prüfstand

Hautkrebs-Vorsorge und Gesundheits-Check-up kommen auf den Prüfstand

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) überprüft im Auftrag des Gesetzgebers das alle zwei Jahre mögliche Absuchen der Haut auf Veränderungen beim Hautarzt als Kassenleistung. Bis Jahresende soll auf Basis aktueller medizinischer Erkenntnisse eine mögliche Anpassung erwogen werden, etwa bei der Häufigkeit der Untersuchung. Ebenfalls geprüft wird der Gesundheits-Check-up, der Versicherte zwischen 18 und 34 Jahren einmalig und ab 35 Jahren alle drei Jahre auf Risiken wie Diabetes, Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen untersuchen soll. Dabei geht es um eine mögliche Eingrenzung auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Beide Prüfungen hatte der Bundestag im Zuge der Sparreform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beschlossen. Der GBA betont, dass Beschwerden unabhängig vom Früherkennungsangebot jederzeit ärztlich untersucht werden können.

Forschungskonsortium unter Leitung des DKFZ will Prostatakrebs-Diagnostik verbessern

Forschungskonsortium unter Leitung des DKFZ will Prostatakrebs-Diagnostik verbessern

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Eine internationale Forschungsgruppe unter Leitung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) will Diagnostik und Therapie von Prostatakrebs verbessern. Aggressive Tumoren sollen früh und präzise erkannt, unnötige Eingriffe reduziert und Therapieentscheidungen stärker auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden. Die Europäische Kommission fördert das Projekt „PROMETHEUS“ über vier Jahre mit vier Millionen Euro. Geplant ist ein Multi-Agenten-System, in dem mehrere spezialisierte KI-Agenten klinische Patientendaten, multiparametrische Bildgebung, pathologische Befunde und onkologische Langzeitverläufe analysieren. Die Agenten sollen ihre Vorhersagen nachvollziehbar begründen und Unsicherheiten transparent machen. Zum Konsortium gehören neben dem DKFZ das Erasmus Medical Center Rotterdam, das Universitätsklinikum Heidelberg, das Karolinska Institut Stockholm, das Radboud University Medical Center Nijmegen, die Universität Umeå und die Unternehmensberatung PNO Innovation.

Verdi ruft Pflegekräfte der Charité zu Warnstreik auf

Verdi ruft Pflegekräfte der Charité zu Warnstreik auf

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Pflegekräfte der Universitätsmedizin Charité sind am 15. und 16. Oktober erneut in den Warnstreik getreten. Der Aufruf der Gewerkschaft Verdi umfasst den Früh-, Spät- und Nachtdienst an den Campi Virchow-Klinikum, Charité Mitte und Benjamin Franklin. Die Charité beschäftigt nach eigenen Angaben etwa 7.000 Pflegekräfte; der letzte Streik war Mitte September. Verdi streitet um den Entlastungstarifvertrag, der Personalausstattung und Belastungsausgleich regelt. Die Charité hat diesen Tarifvertrag zum 31. August gekündigt, die Verhandlungen laufen. Die Klinik betont, dass Notaufnahme, Intensivmedizin, OP-Notfälle, Kreißsaal und Onkologie versorgt bleiben. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat eine von der Charité beantragte Notdienstbesetzung bestätigt; Verdi hat dagegen Berufung eingelegt.

West-Nil-Virus: Baden-Württemberg meldet erste lokal erworbene Infektionen

West-Nil-Virus: Baden-Württemberg meldet erste lokal erworbene Infektionen

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

In Baden-Württemberg sind erstmals zwei Menschen mit dem West-Nil-Virus nachgewiesen worden, die sich nicht im Ausland angesteckt haben. Nach Angaben des Sozialministeriums haben sie sich vermutlich über Stechmücken im Raum Stuttgart und Karlsruhe infiziert. Das Virus war im Land bereits 2024 bei Vögeln und Pferden festgestellt worden. Das Landesgesundheitsamt sieht derzeit kein erhöhtes Risiko für die Allgemeinbevölkerung. Lokal erworbene Infektionen sind in Deutschland seit 2019 bekannt; in diesem Jahr wurden bis zum 7. Oktober vier Fälle dokumentiert, zwei davon in Berlin, je einer in Sachsen und Rheinland-Pfalz. Laut Robert Koch-Institut entwickelt etwa jede fünfte infizierte Person ein grippeähnliches West-Nil-Fieber, nur etwa jede hundertste erkrankt schwer. Bei schweren Verläufen sind Spätfolgen relativ häufig.

Hormontherapie in den Wechseljahren: Thromboserisiko hängt vom Verabreichungsweg ab

Hormontherapie in den Wechseljahren: Thromboserisiko hängt vom Verabreichungsweg ab

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Eine große dänische Studie, veröffentlicht im British Medical Journal, bestätigt, dass der Verabreichungsweg bei der menopausalen Hormontherapie eine Rolle spielt. Eine orale Therapie war mit einem gering erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien verbunden, eine transdermale Anwendung dagegen nicht. Ein erhöhtes Risiko für ischämische Schlaganfälle und Herzinfarkte zeigte sich nur bei längerer Anwendung von hoch dosiertem oralem Estradiol.

Transitorische ischämische Attacke erhöht langfristig das Demenzrisiko

Transitorische ischämische Attacke erhöht langfristig das Demenzrisiko

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Eine transitorische ischämische Attacke (TIA) ist laut einer neuen Studie in Neurology (2026) langfristig mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden. Der Zusammenhang ist im ersten Jahr nach der TIA besonders ausgeprägt und bleibt über viele Jahre bestehen. Das erhöhte Schlaganfallrisiko nach einer TIA ist gut belegt, über das Demenzrisiko war bisher weniger bekannt. Erstautor Raed A. Joundi von der McMaster University in Hamilton sagte: „In unserer Studie entwickelte über einen Zeitraum von durchschnittlich 7 Jahren jeder 5. Mensch mit einer TIA eine Demenz.“

Schätzerkreis erwartet für 2027 stabilen Zusatzbeitragssatz von 2,9 Prozent

Schätzerkreis erwartet für 2027 stabilen Zusatzbeitragssatz von 2,9 Prozent

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der Schätzerkreis rechnet damit, dass der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung 2027 bei 2,9 Prozent liegt und damit stabil bleibt. Die voraussichtlichen Ausgaben der Krankenkassen werden auf 378,1 Milliarden Euro geschätzt, ein Anstieg um drei Prozent; für das laufende Jahr wird mit einer Steigerung von sieben Prozent gerechnet. Für den Gesundheitsfonds werden Einnahmen von 320,7 Milliarden Euro erwartet, darin enthalten ist der neue Bundeszuschuss von 13,15 Milliarden Euro. Im Schätzerkreis beraten Fachleute aus dem Bundesgesundheitsministerium, dem GKV-Spitzenverband und dem Bundesamt für Soziale Sicherung. Laut Bericht liegt der tatsächlich erhobene Zusatzbeitrag im Schnitt bei 3,13 Prozent. Das Bundesgesundheitsministerium will den Satz bis zum 1. November 2026 im Bundesanzeiger veröffentlichen. Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Paula Piechotta warnt, die Risiken blieben enorm.

Mutation EGFR T790M: 25-fach erhöhtes Lungenkrebsrisiko bei Nachfahren englischer und irischer Siedler

Mutation EGFR T790M: 25-fach erhöhtes Lungenkrebsrisiko bei Nachfahren englischer und irischer Siedler

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Siedler aus England und Irland haben laut einer Studie in Science (2026) vor etwa drei Jahrhunderten die Mutation EGFR T790M nach Amerika gebracht. Ihre heutigen Nachfahren haben ein 25-fach erhöhtes Risiko, an einem Lungenkarzinom zu erkranken. Nichtrauchende mit der Mutation sind den Ergebnissen zufolge noch stärker gefährdet. Die Mutation wurde bereits 2005 in einer europäischen Familie entdeckt, in der ungewöhnlich viele Personen an Lungenkrebs erkrankt waren. Sie befindet sich im Gen für den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR).

Charité eröffnet Zentrum für HIV-Heilungsforschung BeCURE

Charité eröffnet Zentrum für HIV-Heilungsforschung BeCURE

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die Charité in Berlin hat das HIV-Heilungsforschungszentrum BeCURE eröffnet, das ihre Forschung zu Strategien bündelt, mit denen sich HIV künftig heilen oder dauerhaft kontrollieren lassen könnte. Das Zentrum stützt sich laut Direktor Christian Gaebler auf fünf Säulen: Grundlagenforschung, klinische Forschung, qualitative Sozialforschung, die Einbindung der Community über ein Community Collaboration Board sowie Computational Science. Weltweit gelten bislang 13 Menschen als von HIV geheilt; alle erhielten eine Stammzelltransplantation, deren Todesrisiko laut Gaebler bei etwa 50 Prozent liegt. Der Zweite Berliner Patient Thomas Kahlert, der 2024 geheilt wurde, sagte bei der Eröffnung, es gehe ihm sehr gut. Gaebler nannte Gen- und Zelltherapien wie CAR-T-Zelltherapien als Ansätze, die ohne Stammzelltransplantation funktionieren könnten. Bei Immuntherapien, so Gaebler, könnten 10 bis 20 Prozent der Behandelten mehr als zehn Jahre ohne antiretrovirale Therapie leben.

Streit um Curriculum: Impfen in Apotheken mit Nicht-Lebendimpfstoffen

Streit um Curriculum: Impfen in Apotheken mit Nicht-Lebendimpfstoffen

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der Bundestag hat mit dem Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) beschlossen, dass Apotheken künftig alle Nicht-Lebendimpfstoffe verabreichen dürfen. Bislang dürfen Apotheker nur gegen Influenza und COVID-19 impfen. Voraussetzung ist eine Schulung, deren Mustercurricula die Bundesapothekerkammer gemeinsam mit der Bundesärztekammer (BÄK) entwickeln muss; darüber gibt es nun Streit. Die Bundesapothekerkammer sieht laut ihrem Präsidenten Armin Hoffmann die Materialien in Arbeit und erwartet ab Jahresbeginn 2027 Impfungen in Apotheken auch zulasten der Krankenkassen. Das Curriculum der Kammer umfasst 23 Unterrichtsstunden à 45 Minuten, davon zwölf im Selbststudium. Die BÄK widerspricht der Darstellung und kritisiert, die Kammer halte an einem Schnellkurs fest. BÄK-Präsident Klaus Reinhardt betont, die Ausweitung auf alle Nicht-Lebendimpfstoffe verlange deutlich höhere Anforderungen an Anamnese, Indikationsstellung und den Umgang mit Komplikationen.

WHO warnt vor großem Cholera-Ausbruch im Jemen

WHO warnt vor großem Cholera-Ausbruch im Jemen

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einem großen Cholera-Ausbruch im Jemen. Die Zahl der Neuinfektionen habe sich innerhalb weniger Wochen auf mindestens 647 verdreifacht. In diesem Jahr wurden bereits mehr als 8.000 Fälle gemeldet, mindestens 27 Menschen starben an der Durchfallerkrankung. Seit August haben laut WHO rund 200.000 Menschen wegen der Gewalteskalation zwischen den Huthi-Milizen und Saudi-Arabien ihre Heimat verlassen, viele ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser. Für einen 90-tägigen Notfallplan werden rund 31 Millionen US-Dollar benötigt, bislang gesichert sind knapp 3,8 Millionen Dollar. In einem Flüchtlingscamp in der Hafenstadt Obok in Dschibuti wurden bereits 44 Fälle nachgewiesen. WHO-Regionaldirektorin Annette Heinzelmann erklärte, Familien auf der Flucht stünden nun vor Krankheiten, die verhindert und behandelt werden könnten.

Bundeskabinett bringt Zuckersteuer auf den Weg

Bundeskabinett bringt Zuckersteuer auf den Weg

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Das Bundeskabinett hat einen Vorschlag für eine Steuer auf gezuckerte Getränke auf den Weg gebracht; der Beschluss im Bundestag steht noch aus. Die Steuer soll bei einem Gesamtzuckergehalt von mindestens fünf Gramm pro 100 Milliliter greifen, betroffen wären etwa Limonaden, Eistees, Energydrinks und Fruchtsaftgetränke mit Zuckerzusatz. Nicht besteuert werden alkoholische Getränke, alkoholfreie Biere und Weine, reine Frucht- und Gemüsesäfte, ungesüßte Schorlen und Getränke mit Süßungsmitteln. Vorgesehen sind zwei Stufen je nach Zuckergehalt; für kleine Hersteller sind Ausnahmen geplant, deren Grenzen noch offen sind. Die Steuer soll zum 1. Juli 2027 in Kraft treten und dem Bund laut Plan 690 Millionen Euro im Jahr 2027 sowie 925 Millionen Euro im Jahr 2028 einbringen. Das Geld soll die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung stabil halten; die Versorgungskosten durch gezuckerte Getränke werden auf etwa 2,1 Milliarden Euro jährlich beziffert. Die CSU will den Start auf den 1. Januar 2028 verschieben, der Deutsche Brauer-Bund spricht von einer massiven Belastung für Verbraucher und Betriebe.

Ebola: Mehr als 9.000 Infektionen im Kongo, Kenia bestätigt zweiten Fall

Ebola: Mehr als 9.000 Infektionen im Kongo, Kenia bestätigt zweiten Fall

📅 2026-10-15 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Bei der schwersten Ebola-Epidemie in der Geschichte der Demokratischen Republik Kongo sind laut dem staatlichen Gesundheitsinstitut bislang 9.066 Infektionen gemeldet worden. 4.381 Menschen sind gestorben, die Sterblichkeitsrate liegt damit bei 48,3 Prozent; 2.389 gelten als genesen. Fachleute gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen höher liegt. Der Ausbruch wurde Mitte Mai offiziell festgestellt, lief zu diesem Zeitpunkt aber wohl bereits seit Monaten. Verursacht wird die Epidemie von der Ebola-Variante Bundibugyo, gegen die es bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung gibt; mehrere Mittel werden erprobt. Chikwe Ihekweazu, Exekutivdirektor des WHO-Programms für Gesundheitsnotfälle, sagte beim Weltgesundheitsgipfel in Berlin: „Wir sind überhaupt nicht in Feierlaune.“ Man fange zwar an, Licht am Ende des Tunnels zu sehen, dieser sei aber wahrscheinlich noch sehr lang. Klinische Studien mit zwei Impfstoffkandidaten gegen Bundibugyo könnten im besten Fall noch in diesem Monat beginnen. In Kenia hat das Gesundheitsministerium einen zweiten Ebolafall bestätigt: einen 39-jährigen engen Familienangehörigen des ersten Falls, der Anfang Oktober in einem Krankenhaus in Nairobi starb. Der Mann stand bereits unter Quarantäne und täglicher Beobachtung, als er am 13. Oktober Symptome entwickelte, und hatte kaum Kontakt zu anderen Menschen. Von 128 Kontaktpersonen des ersten Patienten wurden bisher 113 ermittelt, 108 von ihnen sind in Kenia in Quarantäne. Der erste Patient hatte sich im Kongo angesteckt und war über Uganda nach Kenia gereist. Africa CDC nennt den Ausbruch den am schnellsten wachsenden der Geschichte.

WHO-Fachleute halten HPV-Impfung für Vier- bis Achtjährige für erwägenswert

WHO-Fachleute halten HPV-Impfung für Vier- bis Achtjährige für erwägenswert

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die Strategische Beratungsgruppe von Experten der WHO für Impfungen (Sage) schlägt vor, Staaten könnten eine routinemäßige HPV-Impfung für vier- bis achtjährige Mädchen unter bestimmten Voraussetzungen in Betracht ziehen, um die Impfquote zu steigern, wie Anthony Scott am Dienstag nach einer Sitzung mitteilte. Die weltweite HPV-Impfquote liegt derzeit bei 33 Prozent, das Ziel sind 90 Prozent. Nach Auswertung der Daten hält die Gruppe eine Einzeldosis für Mädchen von neun bis 14 Jahren für den wirksamsten Ansatz, um das Ziel zu erreichen. Bereits 2022 hatte die WHO festgestellt, dass eine Einzeldosis für Neun- bis 14-Jährige ähnlich schützt wie zwei Dosen. In Deutschland empfiehlt die STIKO zwei Impfdosen für alle Kinder von neun bis 14 Jahren; ungeimpfte Jugendliche sollen die Impfung bis zum 18. Geburtstag nachholen. Laut einem ECDC-Bericht zur Europäischen Impfwoche 2026 haben knapp 70 Prozent der 15-jährigen Mädchen mindestens eine HPV-Impfung erhalten, rund 55 Prozent beide; dieser Wert stagniert seit drei Jahren. Weltweit registrierte die WHO im Jahr 2024 gut 600.000 Neuerkrankungen und 280.000 Todesfälle an Gebärmutterhalskrebs; in rund 165 Ländern ist ein Impfstoff verfügbar.

Finanzausschuss des Bundestags billigt deutlich höhere Tabaksteuer

Finanzausschuss des Bundestags billigt deutlich höhere Tabaksteuer

📅 2026-10-14 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der Finanzausschuss des Bundestags hat einem Vorhaben zugestimmt, das Zigaretten deutlich verteuern soll; die Steuersätze sollen von 2027 bis 2030 schrittweise steigen. Im Sommer kostete eine Packung mit 20 Zigaretten laut Bundesfinanzministerium im Schnitt 8,05 Euro, 2030 könnte der Preis bei 11,78 Euro liegen. Auch Feinschnitt, Shisha-Tabak und Liquids für E-Zigaretten werden höher besteuert. Die Bundesregierung begründet das mit der Haushaltskonsolidierung und dem Gesundheitsschutz; 2027 sollen Mehreinnahmen von 1,5 Milliarden Euro entstehen. Die SPD-Abgeordnete Frauke Heiligenstadt sagte: „Rauchen tötet und das effektivste Mittel gegen das Rauchen ist der Preis.“ Das Tabaksteuergesetz sollte am Tag nach der Ausschussentscheidung ins Plenum des Bundestags kommen, ein Mehrheitsvotum gilt als sehr wahrscheinlich; danach könnte der Bundesrat Einspruch erheben, was als reine Theorie gilt. Die Tabakbranche warnt vor Ausweichen auf den Schwarzmarkt, der Grünen-Abgeordnete Johannes Wagner hält die Erhöhung für halbherzig und fordert zusätzlich ein Werbeverbot an Verkaufsstellen sowie neutrale Verpackungen. Laut Mikrozensus 2025 rauchen in Deutschland 19 Prozent der Menschen ab 15 Jahren, 14 Prozent regelmäßig und fünf Prozent gelegentlich.