Anthropic hat am 7. Oktober Claude Haiku 5.5 veröffentlicht, das neueste Modell seiner kleinen Modellklasse. Es steht sofort auf der Claude Platform sowie bei Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure bereit. Anthropic nennt es das günstigste, schnellste und leistungsfähigste kleine Modell, das es bisher gebaut hat, und gibt an, dass es im Schnitt rund 75 Prozent weniger kostet als Haiku 4.5. Bei Prompts bis 100.000 Token liegt der Preis bei 0,10 US-Dollar je Million Eingabe-Token und 0,50 Dollar je Million Ausgabe-Token, bei längeren Prompts bei 0,50 und 2,50 Dollar; Haiku 4.5 kostete 1 und 5 Dollar. Die 75 Prozent erklärt eine Fußnote so: Die Listenpreise liegen 90 Prozent unter Haiku 4.5 für Anfragen bis 100.000 Token und 50 Prozent darunter für längere, rund 90 Prozent der Haiku-4.5-Anfragen fielen in die untere Stufe, und ein aktualisierter Tokenizer verbraucht etwas mehr Token. Erstmals bekommt ein Haiku-Modell eine einstellbare Rechenintensität, mit der Entwickler zwischen Kosten und Leistung wählen. Die Modellkennung lautet claude-haiku-5-5, das Modell gibt nur Text aus und hat einen Wissensstand bis Juni 2026. Anthropic empfiehlt es für Zusammenfassungen, Datenbankabfragen und Klassifizierung sowie als Subagent neben Opus 5.5 und Sonnet 5.5 beim Programmieren. In einer eigenen Tabelle weist das Unternehmen 1620 Punkte auf GDPval-AA v2.1 aus, nach 735 bei Haiku 4.5. Zusätzlich halbiert Anthropic den Preis für Cache-Lesezugriffe bei Sonnet 5.5, wodurch Sonnet bei den meisten agentischen Aufgaben rund 20 Prozent günstiger werden soll, und führt für Max- und Team-Abonnenten ein neues monatliches API-Guthaben ein. 9to5Mac zählt es als dritte Aktualisierung der Claude-5.5-Reihe innerhalb eines Monats nach Opus und Sonnet.
OpenAI startet GPT-6 und interaktive Antworten in ChatGPT
OpenAI bringt GPT-6 weltweit in ChatGPT und führt dazu die Funktion Intelligent UI ein. Antworten können dadurch Text, Grafiken und interaktive Elemente wie Schaltflächen, Formulare und Diagramme mischen; das Modell entscheidet je nach Frage selbst über das Layout und antwortet weiter in reinem Text, wenn das am nützlichsten ist. Nutzer können sich auch ein Werkzeug bauen lassen, etwa einen Rechner für Sparpläne, einen Rechnungsteiler oder ein Spiel direkt im Chat. Der Rollout beginnt am 7. Oktober im Chat-Tab für Plus, Pro, Business und Enterprise und erreicht Free- und Go-Nutzer am Tag darauf. Bezahlkunden erhalten GPT-6 Sol, Free und Go die Variante Luna; die Stufe Pro läuft weiter auf GPT-6 Astra und unterstützt Intelligent UI nicht. GPT-6 ersetzt die Option Latest im Modellmenü, GPT-5.6 Sol bleibt separat wählbar, und die Modelle für ChatGPT Work und Codex ändern sich nicht. Laut OpenAI beginnt GPT-6 Instant bei Websuchen im Schnitt 44 Prozent früher zu antworten als GPT-5.6 Instant und kann schon während des Denkens antworten. ChatGPT hat nach Unternehmensangaben mehr als 1,2 Milliarden wöchentliche Nutzer. Die Layout-Darstellung lässt sich im Web abschalten, einzelne visuelle Elemente können trotzdem erscheinen. ghacks berichtet ebenfalls über den Start.
Film & Serien
Paramount und Warner Bros. Discovery: Fusion vollzogen, HBO Max und Paramount+ sollen verschmelzen
Die Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery ist abgeschlossen, am ersten Arbeitstag des neuen Konzerns hat Skydance-Chef David Ellison seine Pläne für das Streaming erläutert. Er will HBO Max und Paramount+ langfristig zu einem einzigen Dienst zusammenführen, der zusammen gut 200 Millionen Abonnenten weltweit hätte. Damit soll Skydance auf Augenhöhe mit Disney, Netflix und Amazons Prime Video konkurrieren. Kurzfristig laufen beide Dienste getrennt weiter, weil die technischen Plattformen erst zusammenwachsen müssen; ein gemeinsames Bundle soll aber relativ bald kommen. Zu Preisen und Paketen nannte Ellison noch keine Einzelheiten, und auch wie lange die Zusammenführung dauert, ließ er offen. Casey Bloys, der künftig das gesamte Streaming verantwortet, hatte noch in der Vorwoche getrennte Dienste mit gemeinsamem Bundle für sinnvoll gehalten, Ellison hatte die Zusammenlegung allerdings schon im März gegenüber Investoren angekündigt. Die Marke HBO soll unabhängig weiter bestehen. Für deutsche Abonnenten ändert sich zunächst nichts.
Die Primetime-Emmy-Verleihung wechselt ab September 2027 zu Prime Video, wie die Television Academy am Dienstagmorgen offiziell bekannt gab. Der Vertrag läuft sechs Jahre und beendet das seit 31 Jahren bestehende Rotationsmodell der vier US-Networks ABC, NBC, CBS und Fox. Erstmals seit dem Beginn der Verleihung 1949 verlassen die Emmys damit das klassische US-Fernsehen. Die Übertragung soll in den USA und in mehr als 240 Ländern und Territorien kostenlos und ohne Bezahlschranke zu sehen sein. Die finanziellen Bedingungen wurden nicht veröffentlicht; laut Variety zahlt Prime Video für die weltweiten Rechte rund 15 Millionen US-Dollar jährlich, die vier Networks zusammen hatten bisher acht bis zehn Millionen für die US-Rechte gezahlt. Mike Hopkins, Chef von Prime Video und Amazon MGM Studios, nannte es einen fairen Deal, Academy-Vorsitzender Cris Abrego eine bedeutende Investition. Möglich ist außerdem, weitere Emmy-Veranstaltungen wie die Creative-Arts-Abende auf Prime Video zu zeigen.
Tulsa King: Staffel 5 bestellt, Dreh zieht nach New York
Paramount+ hat Tulsa King noch vor dem Start der vierten Staffel am 16. Oktober um eine fünfte verlängert. Die Dreharbeiten sind gerade in New York angelaufen und lösen damit Atlanta als Drehort ab, weil die Handlung die Mafia-Wurzeln von Dwight Manfredi (Sylvester Stallone) beleuchten wird. Stallone hat laut Deadline einen neuen Vertrag unterschrieben, der die Verlängerung maßgeblich sicherte. Scarlet Rose Stallone kehrt als Spencer zurück und wird zur Hauptdarstellerin befördert, dazu kommen neue Hauptdarsteller wie Erik Palladino, Glenn Fleshler, Anthony Skordi und Nickola Shreli. Georgia bleibe ein wichtiger Produktionsstandort, erklärte ein Vertreter von Paramount Television Studios. Ein Spin-off mit Samuel L. Jackson soll bald starten.
Sicario 3 wird realisiert, und das Originaltrio kehrt zurück: Emily Blunt, Benicio del Toro und Josh Brolin sind laut Deadline wieder dabei. Produziert wird der Film von Black Label Media und Thunder Road. Regie führt Padraic McKinley, der gerade mit dem Ethan-Hawke-Drama The Weight im Kino ist, das Drehbuch schreibt Steven Knight. Ein Entwurf liegt bereits vor und hat die Hauptdarsteller überzeugt; McKinley und Knight überarbeiten ihn jetzt mit deren Input. Die Dreharbeiten könnten Anfang 2027 beginnen. Franchise-Schöpfer Taylor Sheridan soll an dem Film nicht beteiligt sein, Handlungsdetails sind unter Verschluss.
Die BBC hat die Rückkehr von Doctor Who für 2028/29 offiziell ausgeschrieben. Zu den Bietern zählt laut Deadline Jed Mercurio, Schöpfer von Line of Duty, dessen Firma Hat Trick Mercurio ein formelles Angebot eingereicht hat; er peilt eine Rolle als ausführender Produzent der siebzehnten Staffel an. Auch World Productions, die Line of Duty produzieren, zeigen Interesse, womöglich mit einem Wechsel zu ITV Studios, und STV Studios möchte die Serie von Südwales nach Schottland verlegen. Die BBC verlangt, dass künftige Folgen außerhalb Londons entstehen. Das Weihnachtsspecial war vor vier Monaten abgesagt worden, nachdem Russell T. Davies und die Produktionsfirma Bad Wolf ausgestiegen waren. Die Liste der Bieter ist laut Deadline nicht vollständig.
Die Dreharbeiten zu The Batman Part II sind unterbrochen, weil Regisseur Matt Reeves sich laut Deadline aus persönlichen Gründen vorübergehend zurückzieht. Warner Bros. sprach von einer familiären Angelegenheit und versicherte, Reeves habe die volle Unterstützung von DC Studios. Die Produktion hatte erst im Sommer nach mehreren Verzögerungen begonnen. Ob die Pause den Kinostart am 18. Februar 2028 beeinflusst, ist offen; Deadlines Quellen sagen, dafür sei es zu früh. Im Ensemble sind unter anderem Robert Pattinson, Andy Serkis, Colin Farrell, Scarlett Johansson und Sebastian Stan.
Prime Video setzt Ride or Die nach einer Staffel ab
Prime Video hat Ride or Die mit Octavia Spencer und Hannah Waddingham nach einer Staffel eingestellt, obwohl die Serie laut Deadline die meistgesehene neue Drama-Serie des Dienstes in den USA im Zeitraum vom 30. Juli 2025 bis 29. Juli 2026 war. Sie war am 15. Juli 2026 gestartet und von Kritikern überwiegend gut aufgenommen worden. Als wahrscheinlichen Grund nennt Deadline den Fokus auf Frauen mittleren Alters: Diese Zielgruppe habe Amazon-Prime-Kunden oft ohnehin und bringe dem Dienst daher keine neuen Abonnenten. Die Autoren von /Film sehen darin Sexismus und Altersdiskriminierung und verweisen auf das ebenfalls abgesetzte Peacock-Format Ponies.
Resident Evil ist Zach Creggers erfolgreichster Film
Resident Evil von Zach Cregger überholt laut Deadline noch in dieser Woche Weapons mit 270 Millionen US-Dollar weltweit und wird sein erfolgreichster Film. Auslöser ist der Kinostart in China am Montag, der bis Dienstag bereits 20 Millionen Dollar einbrachte; für die erste Woche werden 35 Millionen erwartet. Das weltweite Einspiel lag am dritten Wochenende bis Sonntag bei 245,4 Millionen Dollar und dürfte klar über 280 Millionen steigen. Mit einem Douban-Wert von 7,2 liegt der Film dort über den Starts von Horrorfilmen wie Obsession und Backrooms in diesem Jahr. Creggers nächster Film ist das Science-Fiction-Original Flood mit Jennifer Lawrence, angesetzt für den 11. August 2028.
Digger: TheWrap rechnet mit 250 Millionen Dollar Verlust
Tom Cruises Satire Digger von Alejandro G. Iñárritu wird laut TheWrap einen Verlust von 250 Millionen US-Dollar einfahren, auch unter Einrechnung der Erlöse nach dem Kinostart. Frühere Berichte hatten rund 125 Millionen genannt. Der Film spielte am Startwochenende nur 8 Millionen Dollar im Inland und 21 Millionen weltweit ein, insgesamt werden nach Angaben aus dem Umfeld von Skydance nicht mehr als 40 Millionen erwartet. Das Budget lag laut Insidern bei 163 bis 173 Millionen Dollar, dazu kamen rund 100 Millionen für Marketing, vor allem für Cruises weltweite Pressetour. Warner Bros. hatte den Film allein finanziert. Die Kritiken fielen gemischt aus. Skydance-Manager seien vom Ausmaß des Verlusts überrascht gewesen, heißt es, und die bisherigen Warner-Chefs Pam Abdy und Mike De Luca wurden von David Ellison entlassen. Ein Warner-Sprecher wollte sich nicht äußern.
Kino-Wochenende: Other Mommy vor The Social Reckoning
Variety erwartet für das Kinowochenende in Nordamerika Other Mommy mit Jessica Chastain an der Spitze, mit mindestens 20 Millionen Dollar aus 3.200 Kinos bei Produktionskosten von nur 18 Millionen. Aaron Sorkins The Social Reckoning mit Jeremy Strong als Mark Zuckerberg startet voraussichtlich mit 7 bis 8 Millionen Dollar, deutlich unter den 22 Millionen von The Social Network vor 16 Jahren. Sony nennt den Film eine Begleitgeschichte statt einer Fortsetzung, die Produktion kostete 30 Millionen Dollar, ein Flop wäre er also nicht. Die Kritiken sind gemischt. Der Vorwochensieger Verity dürfte um 50 bis 60 Prozent fallen. Beide Neustarts sollen nach dem schwachen Start von Digger die Kinos beleben.
Sport
Zverev kann Sinner ohne weiteren Sieg als Weltranglistenerster ablösen
Jannik Sinner hat seine Saison 2026 wegen anhaltender Knieprobleme beendet, wie Sports Illustrated berichtet. Damit kann Alexander Zverev den Italiener in der Weltrangliste auch ohne weiteren Matchgewinn überholen. Aktuell führt Sinner mit 11.000 Punkten vor Zverev mit 9.720, der Rückstand beträgt 1.280 Punkte. Entscheidend ist, dass Ergebnisse 52 Wochen in der Wertung bleiben und Sinner bis Saisonende deutlich mehr Punkte aus dem Vorjahr verteidigen müsste als Zverev, vor allem die 1.500 Punkte vom ungeschlagen gewonnenen ATP-Finale sowie die Siege in Wien und Paris. Frühester Zeitpunkt für den Wechsel an der Spitze ist der Montag nach dem Turnier in Wien, das vom 26. Oktober bis 1. November läuft. Zverev wäre nach Boris Becker, der 1991 zwölf Wochen oben stand, erst der zweite Deutsche an der Spitze. Laut dem Bericht hat der 29-Jährige in diesem Jahr die French Open und die US Open gewonnen. Sinner begründete den Schritt mit dem Blick auf seine Karriere über die kommenden Jahre.
Die NFL nimmt Geldstrafen für das Trinken eines Getränks als Torjubel zurück, nachdem sie mit der Spielergewerkschaft gesprochen hat. Betroffen sind 49ers-Fullback Kyle Juszczyk (14.926 US-Dollar) und Cowboys-Tight-End Jake Ferguson (13.611 Dollar). Nach einem Bericht von Adam Schefter begründete die Liga den Schritt bei Juszczyk damit, sein Jubel habe das Trinken aus einer Saftpackung dargestellt, nicht aus einem Bierglas.
Die Philadelphia Eagles schicken den zweimaligen Pro-Bowl-Center Cam Jurgens und einen Siebtrunden-Pick 2027 zu den Baltimore Ravens. Im Gegenzug erhalten sie laut Adam Schefter einen Fünftrunden-Pick 2027 und einen Zweitrunden-Pick 2028.
Wide Receiver Odell Beckham Jr. unterschreibt laut Quellen von Reporter Jordan Schultz bei den Minnesota Vikings. Eine Bestätigung des Teams oder Vertragsdetails lagen zum Zeitpunkt der Meldung nicht vor.
Houston: Tank Dell kehrt zurück, Ryans übernimmt die Defense-Calls
Die Texans haben Wide Receiver Tank Dell von der Injured Reserve zurückgeholt; er hatte sich 2024 bei einer schweren Verletzung Kreuzband, Außenband und Innenband gerissen, das Knie ausgekugelt und den Meniskus beschädigt. Head Coach DeMeco Ryans übernimmt zudem laut Adam Schefter selbst das Play-Calling der Defense.
Spieler der Woche: Maye und McMillan ausgezeichnet
Die NFL hat die Spieler der 4. Woche benannt. Patriots-Quarterback Drake Maye ist AFC-Offensivspieler, nachdem er beim 29:26 gegen die Bills drei Touchdowns warf, 269 Yards erzielte und 54 Yards lief; alle drei Werte waren Saisonbestwerte, die Auszeichnung ist seine zweite. Bei den Panthers ist Receiver Tetairoa McMillan NFC-Offensivspieler: Beim 32:26 gegen die Lions fing er 14 Pässe für 192 Yards und zwei Touchdowns, darunter ein 32-Yard-Treffer, beides persönliche Bestwerte und seine erste solche Ehrung. Defensiv zeichnete die Liga unter anderem Jaguars-Linebacker Foyesade Oluokun aus, bei den Giants wurde ein 98-Yard-Interception-Return mit 21,85 Meilen pro Stunde als schnellster Lauf eines Ballträgers der Saison gewertet. Bei den Special Teams wurden Chiefs-Punter Matt Araiza und Vikings-Kicker Will Reichard geehrt, der beim 15:10 gegen die Dolphins fünf von fünf Field Goals verwandelte.
Rams spielen vier ihrer ersten fünf Spiele in der Prime Time
Mit dem Montagsspiel gegen die Bills sind die Rams das erste NFL-Team, das vier seiner ersten fünf Saisonspiele in der Prime Time bestreitet. Sie spielten gegen die 49ers am Donnerstagabend US-Zeit, bei den Giants am Montagabend und gegen die Broncos im Sunday Night Football, nur das Spiel gegen die Eagles lief am Sonntagnachmittag. Hintergrund ist laut Pro Football Talk, dass die Rams als bestes Team der Liga erwartet wurden und die Liga heute deutlich mehr Prime-Time-Spiele ansetzt als früher. Das schwäche die Sonntagnachmittage. Die nächsten fünf Rams-Spiele laufen laut Plan am Sonntagnachmittag, danach folgen Thanksgiving Eve gegen die Packers, ein Donnerstagsspiel gegen die Chiefs und Christmas Night gegen die Seahawks.
Das Berlin Dungeon in der Spandauer Straße schließt dauerhaft. Letzter regulärer Öffnungstag ist Freitag, der 6. November 2026, ab dem 7. November bleibt die Attraktion zu. Das teilte der Betreiber auf Instagram und seiner Website mit; die Attraktion gibt es seit 2013 und sie stellt dunkle Kapitel der Berliner Stadtgeschichte nach. Der Eigentümer Merlin Entertainments nennt auf Nachfrage der Berliner Zeitung eine regelmäßige Bewertung der Entwicklung des Attraktionsportfolios als Anlass, ohne konkreter zu werden. Man wolle das Team begleiten und Beschäftigungsmöglichkeiten bei anderen Attraktionen desselben Eigentümers prüfen. Gäste mit Buchungen für spätere Termine sollen individuell informiert werden. Die Halloween-Blackout-Abende am 30. und 31. Oktober finden laut berlinmagazine.de noch statt. Ein Umzug oder ein Neustart ist nicht angekündigt. Zuvor hatte Merlin bereits das Alton Towers Dungeon in England aufgegeben.
Marzahn-Hellersdorf: Schwierige Suche nach einem Bezirksbürgermeister
In Marzahn-Hellersdorf ist die Besetzung des Bezirksbürgermeisters kompliziert. Die AfD hat in der Bezirksverordnetenversammlung 20 Sitze und damit das erste Vorschlagsrecht für den Bürgermeisterposten und zwei Stadträte, findet aber keine Partner für eine Mehrheit. Deshalb ist die Linke als Zweitplatzierte mit zwölf Sitzen am Zug und muss eine Zählgemeinschaft bilden. Spitzenkandidatin Sarah Bigall sagt, die Linke habe alle Parteien außer der AfD zu Gesprächen eingeladen, alle hätten angenommen. Grüne und SPD wären wohl dabei, die CDU aber braucht die Linke in jedem Fall, schließt laut Parteibeschluss eine Zusammenarbeit mit AfD und Linken jedoch aus. CDU-Bezirkschef Mario Czaja kann sich einen AfD-Bürgermeister nicht vorstellen, will AfD-Stadträte aber nur nach genauer Prüfung der Personen beurteilen. Weil weder Linke noch Grüne oder SPD AfD-Stadträte wählen wollen, könnte das Bezirksamt mit nur drei Stadträten arbeiten.
Gedenken am 7. Oktober: Zentrale Veranstaltung am Bebelplatz
Am dritten Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel, bei dem über 1.200 Menschen ermordet und mehr als 250 verschleppt wurden, waren in mehreren deutschen Städten Gedenkveranstaltungen angekündigt. In Berlin sollte um 15 Uhr auf dem Bebelplatz eine zentrale Veranstaltung mit dem Titel "7. Oktober. Nie vergessen. Niemals schweigen" stattfinden, mit Reden von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, dem israelischen Botschafter Ron Prosor und Abgeordnetenhaus-Präsidentin Cornelia Seibeld. Am Abend war ein interreligiöser Gedenkgottesdienst in der Gedächtniskirche geplant, das Brandenburger Tor sollte von 18.30 Uhr bis Mitternacht mit einer israelischen Flagge angestrahlt werden. Parallel waren mehrere pro-palästinensische Kundgebungen angemeldet, darunter eine des Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees, das der Berliner Verfassungsschutz als extremistisch einstuft. Die Polizei plante nach Angaben des rbb mit rund 1.000 Einsatzkräften.
Die Polizei Berlin meldet einen schweren Verkehrsunfall in Weißensee gegen 17:30 Uhr: Ein 55-jähriger Fahrer ist mit hoher Geschwindigkeit gegen mehrere Fahrzeuge geprallt. Weitere Einzelheiten nennt die Meldung nicht.
Am Melanchthon-Gymnasium in Hellersdorf zieht Lehrer Klaus Heil mit einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Klassen neun bis zwölf regelmäßig durch den Kiez, um rechtsextreme Sticker und Symbole zu melden und, wo erlaubt, zu entfernen. Ausgerüstet sind sie mit Kunststoff-Schabern und einer kleinen Holzleiter, der Rundgang dauert ein bis zwei Stunden. Rund um die Schule fallen Sticker der rechtsextremen Kleinpartei Der III. Weg auf, außerdem Zahlencodes wie 1161, das für "Anti-antifaschistische Aktion" steht. Graffiti dürfen die Jugendlichen nicht entfernen, sondern nur melden. Jeden Fund fotografieren sie mit Ort und Datum und schicken ihn an das Berliner Register für Marzahn-Hellersdorf. Dessen Bericht für 2025 verzeichnet im Bezirk 970 extrem rechte, rassistische und diskriminierende Vorfälle, ein leichter Rückgang auf weiter hohem Niveau, der größte Teil davon Propagandadelikte wie Sticker und Schmierereien.
Politik & Welt
Sachsen-Anhalt: AfD stellt erstmals einen Landtagspräsidenten
Bei der konstituierenden Sitzung des Landtags von Sachsen-Anhalt ist am Dienstag erstmals in der Bundesrepublik ein AfD-Politiker zum Parlamentspräsidenten gewählt worden. Tobias Rausch, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion, erhielt 48 von 82 Stimmen. Die AfD hat 39 Abgeordnete, das BSW fünf, er muss also mindestens vier Stimmen aus anderen Fraktionen bekommen haben. Die CDU-Fraktion mit 15 Abgeordneten hatte angekündigt, sich zu enthalten, es gab aber nur fünf Enthaltungen, 29 Abgeordnete stimmten mit Nein. Zum ersten Vizepräsidenten wurde der AfD-Hardliner Hans-Thomas Tillschneider mit 44 Stimmen gewählt, obwohl das BSW vorab erklärt hatte, ihn nicht zu wählen. Carsten Borchert von der CDU wurde mit 64 Stimmen ebenfalls Vizepräsident, SPD-Kandidat Armin Willingmann fiel mit 33 zu 48 Stimmen durch, weil AfD und BSW ihn als noch amtierenden Wissenschaftsminister ablehnten. Das Präsidium besteht damit zu zwei Dritteln aus der AfD und zu einem Drittel aus der CDU. Die taz fragt, wer die heimlichen Abweichler in anderen Fraktionen waren, und ob es Absprachen zwischen CDU und AfD gab; belegt ist das nicht. BSW-Fraktionschef Thomas Schulze forderte den Rücktritt von Ministerpräsident Sven Schulze (CDU). Alterspräsidentin Eva von Angern von der Linken hatte die Sitzung um 11 Uhr eröffnet.
Spionagevorwurf: Ex-BND-Chef August Hanning festgenommen
Ermittler des Bundeskriminalamts haben den früheren BND-Präsidenten August Hanning festgenommen; er steht unter Spionageverdacht. Hanning war von 1998 bis 2005 im Amt. Auch sein ehemaliger Büroleiter Manfred D., von 2012 bis März 2026 für mehrere BND-Präsidenten tätig, sitzt in Haft. Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen mutmaßlicher landesverräterischer Ausspähung, Auskundschaftens von Staatsgeheimnissen, versuchten Landesverrats und geheimdienstlicher Agententätigkeit. Laut Bundesanwaltschaft gab D. zwischen 2010 und 2022 fast 2.000 Dokumente an Hanning weiter, vielfach als Verschlusssache eingestufte, nur für den internen Gebrauch des BND bestimmte Informationen. Hanning habe dafür bezahlt, um sie in seiner privaten Beratertätigkeit gewinnbringend zu verwerten; in einem Fall nutzte er sie für eine Analyse für einen Mitarbeiter eines fremden Nachrichtendienstes. Ob die Analyse ihn erreichte, ist nicht festgestellt. Auf die Spur kamen die Ermittler durch Funde bei einer Durchsuchung im September 2025 im Zusammenhang mit dem Fall der entführten Kinder von Christina Block, in den Hanning verwickelt sein soll, was er bestreitet. BND-Präsident Martin Jäger sagte, interne Ermittlungen hätten den Verdacht erhärtet.
Freizeitparks
Disney Believe: Jungfernfahrt am 18. Dezember 2027
Disney hat in einem Livestream Details zum neuen Kreuzfahrtschiff Disney Believe vorgestellt. Die erste Fahrt startet am 18. Dezember 2027 in Port Everglades bei Fort Lauderdale mit vier- und fünftägigen Reisen zu den Bahamas und in die Karibik, der allgemeine Vorverkauf beginnt am 19. Oktober 2026. Die Grand Hall greift Motive aus Moana auf, mit Teppich in Ozeanfarben, Sternbildern an der Decke und einem Kronleuchter, der das Herz von Te Fiti verbirgt. Neu sind Lounges wie Wishing Well nach Schneewittchen und das Klavierlokal Sea Notes nach Arielle sowie der Pub Skygazers; die erste Bühnenadaption von Encanto feiert Premiere. Bewährte Angebote wie 1923, Worlds of Marvel und Haunted Mansion Parlor kehren zurück. Der erste Schiffsblock hat im September die Meyer Werft in Papenburg verlassen.
Walt Disney World hat am 6. Oktober die Preise aller vier Jahreskarten angehoben, für Neukäufe und Verlängerungen. Der Incredi-Pass, der einzige für alle Gäste, kostet nun 1.749 US-Dollar (+120, Verlängerung 1.499). Der Sorcerer Pass für Einwohner Floridas und berechtigte DVC-Mitglieder steigt um 40 auf 1.139 Dollar, der Pirate Pass um 40 auf 909 und der Pixie Dust Pass um 10 auf 499 Dollar. Im Schnitt steigen die Preise um 4,4 Prozent, der Incredi-Pass mit 7,4 Prozent am stärksten, und es ist der vierte Oktober in Folge mit einer Anhebung. Seit Oktober 2024 hat sich der Incredi-Pass um 300 Dollar verteuert; die 120 Dollar sind die größte Anhebung in einem Jahr seit dem Start der heutigen Pass-Reihe 2021.
Disneyland schafft Magic-Key-Strafen für verpasste Reservierungen ab
Seit dem 7. Oktober entfällt im Disneyland Resort die Sperre für Magic-Key-Inhaber nach drei verpassten Reservierungen innerhalb von 90 Tagen; bislang durften sie dann 30 Tage lang keine neuen Parkreservierungen machen oder ändern. Außerdem lassen sich Reservierungen künftig bis 23:59 Uhr Pazifikzeit am Besuchstag ändern oder stornieren, statt wie bisher bis zum Vortag. Für jeden Besuch ist weiter eine Parkreservierung nötig. Disney sagt, man höre den Inhabern zu. Magic-Key-Verlängerungen bis zum 26. Mai 2027 enthalten eine Disney-Dining-Karte über bis zu 100 Dollar, neue Extras sind für 2027 angekündigt.
Walt Disney World streicht Rabatt auf Flaschengetränke im Shop
Jahreskarteninhaber, Disney-Vacation-Club-Mitglieder und weitere Rabattgruppen konnten bisher den Merchandise-Rabatt auch auf Flaschengetränke in Shops anwenden. Mit dem neuen Geschäftsjahr gilt das nicht mehr, an Kühlschränken hängen Schilder mit der Aufschrift, dass Rabatte nicht gelten. Für einen Fünf-Dollar-Softdrink bedeutet das etwa 20 Prozent mehr. Bei Passholdern sorgt das laut BlogMickey für mehr Ärger als die Preiserhöhung der Jahreskarten, auch wenn der Autor einräumt, dass der Rabatt eine Lücke war und wohl nie vorgesehen.
Disney+ überträgt den Super Bowl LXI am 14. Februar 2027 live, die erste Super-Bowl-Produktion von ESPN. US-Abonnenten bekommen die Übertragung von ESPN und ABC mit Joe Buck, Troy Aikman, Lisa Salters und Laura Rutledge, dazu die spanischsprachige Fassung von ESPN Deportes. Außerhalb der USA streamt Disney+ in mehr als 55 Märkten, ESPNs lineare Sender zeigen das Spiel in mehr als 130 Ländern und Gebieten. Im Herbst laufen zudem zwei Monday-Night-Football-Spiele auf Disney+, das erste ist Cowboys bei Eagles am 26. Oktober. In der Woche vor dem Spiel baut ESPN am Strand von Santa Monica ab dem 8. Februar einen Sendeort mit Fan-Erlebnis auf. Die Kampagne "We're Going" knüpft an die Tradition "I'm Going to Disney World" an, die 1987 mit Phil Simms begann und 2027 ihr 40. Jahr erreicht.