2026-10-21Rubrik Gesundheit & Diabetes

Googelhupf Tageszeitung

Diabetes-News

Sanofi baut in Frankfurt eine neue Insulinfabrik für rund zwei Milliarden Euro

Sanofi baut in Frankfurt eine neue Insulinfabrik für rund zwei Milliarden Euro

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der Pharmakonzern Sanofi hat in Frankfurt am Main mit dem Bau einer neuen Insulinanlage begonnen und investiert dafür rund zwei Milliarden Euro. Die Anlage auf 36.000 Quadratmetern soll eine bestehende Anlage ersetzen und nach der Inbetriebnahme 2032 zu den größten Insulin-Produktionsstätten in Europa gehören. Sie soll Künstliche Intelligenz nutzen und zunächst mindestens 1,1 Tonnen Insulin pro Jahr herstellen. Die EU-Kommission hat im September staatliche Beihilfen von 400 Millionen Euro von Bund, Land Hessen und Stadt Frankfurt genehmigt. Nach EU-Angaben würde Sanofi ohne diese Hilfen den deutschen Standort schließen, denn es ist die einzige Humaninsulin-Produktion im Europäischen Wirtschaftsraum. Sanofi muss außerdem eine Tonne Insulinwirkstoffe bevorraten und im Engpassfall die europäischen Märkte bevorzugt beliefern. Mehr als 4.000 der 6.500 Arbeitsplätze in Frankfurt-Höchst hängen an der Insulinproduktion, von dort werden rund 15 Millionen Patienten in etwa 80 Ländern versorgt. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein sprach von einem Beitrag zur Versorgungssicherheit in Europa.

Medizin & Forschung allgemein

Nobelpreis für Medizin 2026 geht an Deisseroth, Hegemann und Nagel für Optogenetik

Nobelpreis für Medizin 2026 geht an Deisseroth, Hegemann und Nagel für Optogenetik

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: sciencedaily.com

Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel erhalten den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2026 für die Steuerung von Nervenzellen mit Licht, die Optogenetik. Hegemann von der Humboldt-Universität zu Berlin und Nagel von der Universität Würzburg wollten zunächst verstehen, wie die einzellige Alge Chlamydomonas Licht wahrnimmt. Sie entdeckten das Protein Channelrhodopsin, das bei Lichteinfall seine Form ändert und dadurch einen Kanal für positiv geladene Teilchen öffnet. Wird das Gen für dieses Protein in Nervenzellen eingeschleust, lassen sich diese Zellen mit Licht aktivieren. Deisseroth, Psychiater und Bioingenieur an der Stanford University, brachte die Methode in Nervenzellen zur Anwendung. Heute ist sie ein wichtiges Forschungswerkzeug, mit dem sich etwa Gedächtnis, Schlaf oder Bewegung untersuchen lassen. In frühen klinischen Studien soll sie bei Netzhautdegeneration verbliebene Zellen wieder lichtempfindlich machen und so etwas Sehkraft zurückbringen. Auch Parkinson und Epilepsie werden als mögliche Anwendungen untersucht.

KBV warnt vor deutlich längeren Wartezeiten auf Arzttermine ab dem kommenden Jahr

KBV warnt vor deutlich längeren Wartezeiten auf Arzttermine ab dem kommenden Jahr

📅 2026-10-20 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Gesetzlich Krankenversicherte müssen sich nach Einschätzung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ab dem kommenden Jahr auf längere Wartezeiten bei Arztterminen einstellen. KBV-Chef Andreas Gassen sagte der Bild, die Bundesregierung habe durch die Kürzung der Mittel für die ambulante Versorgung gerade mehr als 50 Millionen Termine gestrichen. Die geplante Pflicht für Praxen, eine feste Zahl freier Termine zu melden, verschärfe die Lage, weil diese Termine dann in den Praxen blockiert seien. Entscheidend sei eine bessere finanzielle Ausstattung der ambulanten Versorgung. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) wirft Gassen vor, bewusst Ängste zu schüren. vdek-Chefin Ulrike Elsner spricht von einem „Schreckgespenst von Leistungskürzungen und endlosen Warteschlangen“.

SPD-Fraktion legt Konzept zur Primärversorgung vor: Facharzttermine binnen drei Wochen

SPD-Fraktion legt Konzept zur Primärversorgung vor: Facharzttermine binnen drei Wochen

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die SPD-Bundestagsfraktion hat ein eigenes Konzept zur künftigen Primärversorgung vorgelegt. Die Hausarzt- und Kinderarztpraxen sollen als zentrale Koordinationsstelle in einem multiprofessionellen Netzwerk arbeiten und die Gesamtverantwortung für den Behandlungspfad übernehmen. Ein digitaler Ersteinschätzungsweg soll gleichwertig neben dem Praxisbesuch stehen, mit Algorithmen, die Krankenkassen und Ärzteschaft gemeinsam entwickeln. Facharzttermine sollen grundsätzlich innerhalb von drei Wochen in zumutbarer Entfernung vermittelt werden, bei medizinischer Dringlichkeit deutlich schneller. Der Direktzugang bleibt laut Papier bei Gynäkologie, Augenheilkunde und Psychotherapie erhalten. Eine Praxisgebühr oder andere finanzielle Sanktionen lehnt die Fraktion ab. Die Termingarantie sei mit der CDU fest vereinbart. Das Bundesgesundheitsministerium will einen ersten Gesetzentwurf im November vorstellen. Offen lässt das Papier, ob die hausarztzentrierten Versorgungsverträge eine Zukunft haben.

Aktualisierte S3-Leitlinie zur Sectio caesarea erschienen

Aktualisierte S3-Leitlinie zur Sectio caesarea erschienen

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat die S3-Leitlinie zur Sectio caesarea zusammen mit den Gesellschaften aus Österreich und der Schweiz aktualisiert. Die erste Fassung war im Sommer 2020 erschienen. Alle Hintergrundtexte und Empfehlungen wurden vollständig geprüft und überarbeitet. Neu aufgenommen ist das Kapitel zum Placenta-accreta-Spektrum, bei dem sich die Plazenta zu tief oder zu fest in der Gebärmutterwand festsetzt und sich nach der Geburt nicht normal löst. Ausführlich behandelt werden außerdem die Nahttechnik zur Vermeidung von Narbendefekten und die Beratung vor einer ersten Sectio, da diese Komplikationen für weitere Schwangerschaften haben kann. Die Autorinnen und Autoren räumen ein, dass die Studienlage eine abschließende Bewertung der optimalen Nahttechnik noch nicht zulässt. In den deutschsprachigen Ländern kommt derzeit etwa jedes dritte Kind per Sectio zur Welt.

STIKO empfiehlt erstmals Grundimmunisierung gegen Vogelgrippe A(H5) für zwei Berufsgruppen

STIKO empfiehlt erstmals Grundimmunisierung gegen Vogelgrippe A(H5) für zwei Berufsgruppen

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die Ständige Impfkommission empfiehlt erstmals eine Grundimmunisierung gegen zoonotische Influenza A(H5) für Laborpersonal, das gezielt mit diesen Viren arbeitet, und für Beschäftigte in der Tierseuchen- und Ausbruchsbekämpfung. Die Empfehlung steht im Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts. Wann sie umgesetzt werden kann, ist offen: Die Impfstoffe sind in der EU zugelassen, stehen in Deutschland aber nicht regulär zur Verfügung. Das RKI nennt keinen belastbaren Zeitpunkt. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Dosen im Abstand von drei Wochen, Angebot, Organisation und Finanzierung liegen beim Arbeitgeber. Nur einer der drei zugelassenen Impfstoffe ist auf den derzeit in Europa zirkulierenden Stamm abgestimmt. Bei Menschen in Deutschland und der EU wurden bisher keine H5-Infektionen nachgewiesen. Bei Tieren, etwa Füchsen, Waschbären und Hauskatzen, nehmen die Nachweise zu, was auf eine Zirkulation in Wildvögeln hindeutet. Die Wirksamkeit der Impfstoffe ist laut STIKO wegen der geringen Fallzahlen nur begrenzt belegt.

Stanford-Forschende warnen vor schwer nachvollziehbaren Risiken KI-generierter Gesundheitsinfos

Stanford-Forschende warnen vor schwer nachvollziehbaren Risiken KI-generierter Gesundheitsinfos

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Schäden durch KI-generierte Gesundheitsinformationen lassen sich bisher kaum erfassen und untersuchen. Bis auf einzelne Meldungen ist unklar, welche Antworten Künstliche Intelligenz medizinischen Laien auf Fragen zu Medizin und Gesundheit gibt. Eine Arbeitsgruppe der Stanford University fordert deshalb in einem Perspektivbeitrag im Fachjournal Nature Health mehr Transparenz, unabhängige Kontrollen und klare Haftungsregeln.

Akutes Nierenversagen: Studie zu Dialyseformen vorzeitig abgebrochen

Akutes Nierenversagen: Studie zu Dialyseformen vorzeitig abgebrochen

📅 2026-10-20 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

In Frankreich ist eine Studie zur Behandlung des akuten Nierenversagens bei Intensivpatienten vorzeitig abgebrochen worden. Grund war, dass unter der intermittierenden Dialyse mehr Menschen starben als unter der kontinuierlichen Dialyse. Die Ergebnisse wurden im New England Journal of Medicine (NEJM 2026) veröffentlicht. Eine Dialyse überbrückt bei akutem Nierenversagen die Zeit, bis sich die Nierenfunktion von selbst erholt, und senkt das Sterberisiko. Umstritten ist, ob die Dialyse intermittierend oder kontinuierlich durchgeführt werden sollte.

Ph+ ALL: Erstbehandlung ohne Chemotherapie zeigt gute Ergebnisse

Ph+ ALL: Erstbehandlung ohne Chemotherapie zeigt gute Ergebnisse

📅 2026-10-20 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Bei der Philadelphia-Chromosom-positiven akuten lymphoblastischen Leukämie (Ph+ ALL) könnten hochtoxische Zytostatika entbehrlich sein. In einer Phase-3-Studie erzielte eine Kombination aus dem Tyrosinkinaseinhibitor Ponatinib und dem bispezifischen Antikörper Blinatumomab bessere Ergebnisse als die frühere Standardbehandlung mit dem TKI Imatinib und Chemotherapie. Die Ergebnisse wurden im Dezember 2025 auf der Jahrestagung der American Society of Hematology in Orlando vorgestellt und sind jetzt im New England Journal of Medicine (NEJM 2026) erschienen.

AML bei älteren Patienten: Decitabin als mögliche Alternative zur Induktionschemotherapie

AML bei älteren Patienten: Decitabin als mögliche Alternative zur Induktionschemotherapie

📅 2026-10-20 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Bei älteren Menschen mit akuter myeloischer Leukämie (AML) könnte eine zehntägige Behandlung mit Decitabin eine weniger intensive Alternative zur Standard-Induktionschemotherapie sein. Darauf deuten Langzeitergebnisse der randomisierten Phase-3-Studie AML21 hin, die auf der Jahrestagung der deutschsprachigen Fachgesellschaften für Hämatologie und Onkologie vorgestellt wurden. Bei dieser Altersgruppe gelingt es häufig nicht, mit intensiver Chemotherapie und anschließender allogener Stammzelltransplantation eine Heilung zu erreichen. Die Forschungsgruppe um Michael Lübbert vom Universitätsklinikum Freiburg berichtete über die Ergebnisse.

Statine: Forschende erklären, warum sie Muskelschmerzen auslösen können

Statine: Forschende erklären, warum sie Muskelschmerzen auslösen können

📅 2026-10-20 | 🔗 Quelle: sciencedaily.com

Statine gehören zu den wichtigsten Medikamenten zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, doch manche Patienten bekommen Muskelschmerzen oder Muskelschwäche, in seltenen Fällen einen schweren Muskelabbau mit möglichem Nierenversagen. Forschende der University of British Columbia und der University of Wisconsin-Madison haben den Mechanismus mit Kryo-Elektronenmikroskopie untersucht. Demnach hält das Statin den Calciumkanal RyR1 in Muskelzellen offen, sodass Calcium dort austritt, wo es streng reguliert sein sollte, und das Muskelgewebe schädigt. Am Beispiel von Atorvastatin lagern sich drei Moleküle in einer Tasche des Proteins an: das erste, während der Kanal geschlossen ist, die beiden weiteren halten ihn offen. Die Studie erschien in Nature Communications. Mehr als 200 Millionen Menschen weltweit nehmen Statine ein; schwere Muskelschäden treten nur bei einem kleinen Anteil auf, Muskelkater, Schwäche und Müdigkeit sind deutlich häufiger. Die Forschenden sehen darin eine Grundlage für Statine, die den Cholesterinspiegel senken, ohne Muskelgewebe anzugreifen. Bis dahin sind weitere Forschung und Medikamentenentwicklung nötig.

Vitamin C bei Vorstufen von Blutkrebs: Hinweis auf bessere Überlebenschancen

Vitamin C bei Vorstufen von Blutkrebs: Hinweis auf bessere Überlebenschancen

📅 2026-10-20 | 🔗 Quelle: sciencedaily.com

In der Phase-2-Studie EVITA erhielten 109 Patienten mit klonaler Zytopenie unklarer Bedeutung (CCUS) oder einem myelodysplastischen Syndrom (MDS) zwölf Monate lang täglich 1.000 mg Vitamin C oder ein Placebo, ohne dass Teilnehmer oder Klinikpersonal wussten, wer was bekam. Beide Erkrankungen können sich zu akuter myeloischer Leukämie entwickeln, eine zugelassene Behandlung, die das verhindert, gibt es bislang nicht. Die im Fachjournal CANCER veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass Vitamin C die Ausbreitung der veränderten Blutzellen nicht signifikant beeinflusste. Unter Vitamin C traten allerdings weniger Nebenwirkungen auf, und die Spiegel bestimmter Botenstoffe des Immunsystems veränderten sich in einer Weise, die mit günstigeren Verläufen einhergeht. In einer explorativen Auswertung lebten Teilnehmer, die Vitamin C erhalten hatten, nach rund drei Jahren signifikant häufiger als die Placebogruppe. Die Forschenden betonen, dass dieser Befund in einer größeren Phase-3-Studie überprüft werden muss.

Alzheimer: Antikörper gegen Immunzellen erhält Hirngewebe bei Mäusen

Alzheimer: Antikörper gegen Immunzellen erhält Hirngewebe bei Mäusen

📅 2026-10-20 | 🔗 Quelle: sciencedaily.com

Bei Tauopathien wie Alzheimer sterben Nervenzellen ab, und Forschende der Washington University in St. Louis vermuten, dass dafür vor allem die Immunreaktion auf das Tau-Protein verantwortlich ist. Bei Mäusen mit einer Tau-Ansammlung blockierten sie mit einem Antikörper das Protein CXCR3, über das T-Zellen ins Gehirn gelangen. Nach mehreren Monaten war die Zahl der T-Zellen im Gehirn etwa halbiert. Die behandelten Tiere behielten rund 40 Prozent mehr Gewebe in den für das Gedächtnis zuständigen Regionen und schnitten bei einem Gedächtnistest besser ab, obwohl die Menge des Tau-Proteins unverändert blieb. Die Studie erschien am 28. September im Fachjournal Neuron. Die derzeit zugelassenen Medikamente Lecanemab und Donanemab zielen auf Amyloid-Plaques und können den kognitiven Abbau verlangsamen, verhindern laut bisherigen Erkenntnissen aber nicht das Absterben von Nervenzellen. Senior-Autor David Holtzman betont, dass die Sicherheit des Ansatzes noch geprüft werden muss.

Alzheimer: Immunzellen des Gehirns stören den Schlaf, bei Mäusen half ihr Ausschalten

Alzheimer: Immunzellen des Gehirns stören den Schlaf, bei Mäusen half ihr Ausschalten

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: sciencedaily.com

Forschende der University of Kentucky haben bei Mäusen mit Alzheimer-artigen Hirnveränderungen einen bisher übersehenen Grund für Schlafstörungen gefunden. Nicht die Amyloid-Plaques allein oder beschädigte Nervenzellen verursachen den Schlafverlust, sondern die Mikroglia, die Immunzellen des Gehirns. Reagieren sie auf die Plaques, lösen sie eine Entzündungskaskade aus, die die Hirnaktivität stört. Wurde ein Großteil dieser Immunzellen vorübergehend ausgeschaltet, schliefen die Mäuse länger und verbrachten mehr Zeit in den tiefen, erholsamen Schlafphasen; insgesamt stellte sich mehr als zwei Stunden Schlaf pro Tag wieder her, ohne dass die Plaques entfernt wurden. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift Alzheimer's & Dementia unter Leitung von Shannon L. Macauley und Erstautor Nicholas J. Constantino. Verglichen wurden Mäuse mit genetisch bedingten Plaques im Alter von sechs und 18 Monaten mit normal alternden Mäusen, der Schlaf wurde über EEG und EMG gemessen. Macauley nennt den Befund „paradigmenwechselnd“, weil er die bisherige Sicht auf Schlafprobleme bei Alzheimer infrage stellt.

Schon 3.000 Schritte am Tag könnten den Alzheimer-Verlauf bremsen

Schon 3.000 Schritte am Tag könnten den Alzheimer-Verlauf bremsen

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: sciencedaily.com

Eine Studie hat fast 300 ältere Menschen mit frühen Alzheimer-Anzeichen im Gehirn neun bis elf Jahre lang mit Schrittzählern begleitet. Körperliche Aktivität verringerte die giftigen Amyloid-Plaques nicht, die die meisten heutigen Alzheimer-Therapien angreifen. Bei Teilnehmenden, die diese Plaques bereits hatten, bremste Bewegung jedoch die Ansammlung fehlgefalteter Tau-Proteine in bestimmten Hirnregionen. Diese Proteine treten später auf und hängen enger mit kognitivem und funktionellem Abbau zusammen. Die Anzeichen von Demenz waren bei den aktiveren Teilnehmenden um fast die Hälfte geringer. Ein Nutzen zeigte sich schon bei rund 3.000 Schritten, etwa einer halben Stunde zügigem Gehen. Der Effekt flachte bei 5.000 bis 7.500 Schritten täglich ab, mehr Schritte brachten also nicht zwingend mehr Schutz. Die Gruppe war klein, überwiegend weiß und gut gebildet, und andere Lebensstil- und Gesundheitsfaktoren flossen nach Angaben der Studie nicht ein.

Fettleber ist nach Mayo-Clinic-Studie fünf verschiedene Erkrankungen

Fettleber ist nach Mayo-Clinic-Studie fünf verschiedene Erkrankungen

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: sciencedaily.com

Forschende der Mayo Clinic und des Virginia Tech haben die Fettlebererkrankung MASLD in fünf biologisch unterschiedliche Formen eingeteilt. Die Studie erschien in Nature Communications und wertete Gendaten zusammen mit Krankenakten von mehr als 4.600 Patientinnen und Patienten aus. Jede Form ist mit einem anderen Risiko für schwere Komplikationen verbunden, etwa Herzerkrankungen, Leberversagen, Krebs oder eine Lebertransplantation. Einige Formen hängen eng mit Übergewicht und Diabetes zusammen, andere sind durch vererbte genetische Unterschiede bedingt. Die genetisch bedingten Formen gehen häufiger mit einem Fortschreiten der Leberschäden einher, auch bei Menschen ohne typische Stoffwechselrisiken. MASLD betrifft nach Angaben der Studie fast 30 Prozent der Erwachsenen weltweit und bleibt oft jahrelang unbemerkt. Nach Einschätzung der Forschenden könnten Ärztinnen und Ärzte so gefährdete Patienten früher erkennen und Behandlungen gezielter wählen.

Obefazimod hält Colitis ulcerosa über lange Zeit in Remission

Obefazimod hält Colitis ulcerosa über lange Zeit in Remission

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der orale Wirkstoff Obefazimod soll die Bildung von microRNA-124 steigern und so das Immungleichgewicht in der Darmschleimhaut wiederherstellen. Eine Phase-3-Studie zeigte bei Menschen mit Colitis ulcerosa anhaltende Remissionen. Die Ergebnisse wurden auf der UEG-Week in Barcelona vom 17. bis 20. Oktober vorgestellt. Der Hersteller will in diesem Jahr Zulassungsanträge in den USA und in Europa stellen.

Mirikizumab wirkt auch bei Kindern und Jugendlichen mit Colitis ulcerosa

Mirikizumab wirkt auch bei Kindern und Jugendlichen mit Colitis ulcerosa

📅 2026-10-20 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der monoklonale Antikörper Mirikizumab hat sich bei Kindern und Jugendlichen mit Colitis ulcerosa als wirksam erwiesen. Dan Turner vom Shaare Zedek Medical Center in Jerusalem berichtete darüber auf der UEG-Week in Barcelona. Über ein Jahr hinweg gab es anhaltende klinische und endoskopische Behandlungserfolge, die mit denen erwachsener Behandelter vergleichbar waren. Mirikizumab richtet sich gegen Interleukin-23-p19. Die Studie NCT05784246 war offen und einarmig angelegt, also ohne Vergleichsgruppe. Geprüft wurde die Substanz erstmals bei Kindern und Jugendlichen mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa.

Opposition hält Pflegereform für unzureichend, Bundestag debattiert weiter

Opposition hält Pflegereform für unzureichend, Bundestag debattiert weiter

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Eine kleine Pflegereform wurde Ende September verabschiedet, eine Pflegestrukturkommission Mitte der Vorwoche beschlossen. Die Opposition reicht das nicht aus. Die Linke fordert eine solidarische Pflegevollversicherung und das Ende der explodierenden Eigenanteile; ihr Antrag „Keine Leistungskürzungen in der Pflege“ wurde abgelehnt. Die Grünen verlangen ein Bundes-Pflegepräventionsgesetz mit verbindlichen Zielwerten bis 2035 sowie begrenzte Eigenanteile und eine Pflege-Bürgerversicherung; ihr Antrag wurde an den Gesundheitsausschuss überwiesen. Die Unionsabgeordneten lehnen eine Vollkaskoversicherung ab, die SPD verweist auf die Finanzierung. Einen Tag vorher debattierte der Bundestag zwei AfD-Anträge zur Pflegefinanzierung, einer davon wurde abgelehnt. Die Linke-Abgeordnete Evelyn Schötz rief Betroffene auf, noch in diesem Jahr einen Pflegegrad zu beantragen, um nach der alten Regelung eingestuft zu werden.

EU verschärft Grenzwerte für krebserregende Stoffe am Arbeitsplatz

EU verschärft Grenzwerte für krebserregende Stoffe am Arbeitsplatz

📅 2026-10-19 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die EU-Staaten haben endgültig strengere Grenzwerte für mehrere Stoffe beschlossen, die Krebs oder Asthma auslösen können. Die Stoffe kommen unter anderem in Batterien für Elektrofahrzeuge vor oder entstehen bei der Stahlproduktion. Nach Angaben der EU-Kommission sollen die neuen Regeln in den kommenden 40 Jahren rund 1.700 Lungenkrebsfälle und 19.000 andere Erkrankungen verhindern. Für Kobalt und seine anorganischen Verbindungen gelten künftig zwei Werte: 0,01 Milligramm pro Kubikmeter für eingeatmete Partikel und 0,0025 Milligramm pro Kubikmeter für feinere Partikel, die tiefer in die Lunge gelangen. Für Isopren, das in der chemischen Industrie verwendet wird, werden erstmals Langzeitgrenzwerte eingeführt, und Schweißrauch wird als potenziell gesundheitsschädlich eingestuft. Die Industrie hat sechs Jahre Zeit zur Anpassung, in dieser Übergangszeit gelten höhere Grenzwerte. Die Richtlinie wird nun im Amtsblatt der EU veröffentlicht, danach haben die Mitgliedstaaten zwei Jahre Zeit, sie in nationales Recht umzusetzen.