2026-10-09Rubrik Gesundheit & Diabetes

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Diabetes-News

Orforglipron ersetzt Basalinsulin: Oraler Wirkstoff bei Typ-2-Diabetes mit Herz-Kreislauf-Risiko geprüft

Orforglipron ersetzt Basalinsulin: Oraler Wirkstoff bei Typ-2-Diabetes mit Herz-Kreislauf-Risiko geprüft

📅 2026-10-07 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Auf dem EASD-Kongress in Mailand (28. September bis 2. Oktober) und zeitgleich im Lancet hat der Hersteller Eli Lilly die Studie ACHIEVE-4 vorgestellt. Verglichen wurde die tägliche orale Tablette Orforglipron mit täglich gespritztem, titriertem Insulin glargin bei 2.749 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und erhöhtem kardiovaskulärem Risiko. Die Studie war randomisiert und offen (open label), die mediane Nachbeobachtung betrug zwei Jahre. Das Hauptziel, die Nicht-Unterlegenheit bei schweren kardiovaskulären Ereignissen (MACE-4), wurde erreicht: 4,2 Prozent unter Orforglipron gegenüber 5,0 Prozent unter Insulin glargin. Der Unterschied war nicht statistisch signifikant. Der HbA1c-Wert sank unter Orforglipron um 0,50 Prozentpunkte stärker als unter Insulin, das Körpergewicht ging um 8,9 Prozent stärker zurück. Klinisch relevante oder schwere Unterzuckerungen traten bei 6,8 Prozent der Orforglipron-Gruppe auf, gegenüber 19,2 Prozent unter Insulin. Die Kehrseite sind Magen-Darm-Beschwerden: Sie betrafen 62,1 Prozent der Orforglipron-Gruppe, aber 14,2 Prozent unter Insulin, und führten dort häufiger zu Therapieabbrüchen. Die Zahl der Todesfälle lag bei 19 unter Orforglipron und 43 unter Insulin glargin; laut Studienangaben wurden alle bis auf einen nicht als behandlungsbedingt eingestuft. Die Detailzahlen stammen aus der Berichterstattung bei Medical Dialogues zur Studie, die Meldung im Ärzteblatt bestätigt Design, Veröffentlichung und Sponsor.

Jeder Dritte mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes hat innerhalb von fünf Jahren Nieren- oder Herzprobleme oder stirbt

Jeder Dritte mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes hat innerhalb von fünf Jahren Nieren- oder Herzprobleme oder stirbt

📅 2026-10-07 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Eine große Beobachtungsstudie unter Leitung von Naveed Sattar (University of Glasgow) wurde auf dem EASD-Kongress 2026 in Mailand vorgestellt. Ausgewertet wurden Real-World-Daten von mehr als 1,6 Millionen Patientinnen und Patienten aus den USA, die bei Studieneinschluss im Mittel 59 Jahre alt waren. Innerhalb von fünf Jahren entwickelte etwa jeder Dritte eine chronische Nierenerkrankung (CKD), eine Herzinsuffizienz oder starb. Der mediane BMI lag bei 30,9 kg/m², gut drei Viertel der Betroffenen hatten zusätzlich eine Dyslipidämie (72,2 Prozent), mehr als zwei Drittel eine Hypertonie (68,4 Prozent). Angaben zum BMI lagen allerdings nur für 13 Prozent vor. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie aus Routinedaten, sie zeigt Zusammenhänge und keine Ursache-Wirkungs-Beziehung.

GLP-1-Rezeptoragonisten gehen laut Studie häufiger mit Veränderungen an Nägeln, Haaren und Kopfhaut einher

GLP-1-Rezeptoragonisten gehen laut Studie häufiger mit Veränderungen an Nägeln, Haaren und Kopfhaut einher

📅 2026-10-07 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Auf dem Kongress der European Academy of Dermatology and Venereology (EADV 2026) in Wien wurden zwei Auswertungen einer multinationalen Studie vorgestellt (Abstracts 1799 und 1800). Darin wurden Veränderungen an Nägeln, Haaren und Kopfhaut erstmals gezielt abgefragt. Abgelöste oder verfärbte Nägel sowie Probleme mit Haarwachstum und Kopfhaut traten bei Anwenderinnen und Anwendern von GLP-1-Rezeptoragonisten ein Mehrfaches häufiger auf als in einer Vergleichsgruppe ohne diese Medikation. Das lag nach Angaben des Berichts nicht allein am Gewichtsverlust. Eine Kausalität belegen die Zahlen nach Angaben des Forschungsteams allerdings nicht. Die Präparate werden in der Diabetes- und Adipositastherapie eingesetzt.

Medizin & Forschung allgemein

Eier und Erdnüsse in Schwangerschaft und Stillzeit verhindern Nahrungsmittelallergien nicht

Eier und Erdnüsse in Schwangerschaft und Stillzeit verhindern Nahrungsmittelallergien nicht

📅 2026-10-08 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Australische Forschende baten Mütter, in Schwangerschaft und Stillzeit täglich Eier und Erdnüsse zu essen. Hintergrund ist die Annahme, dass eine möglichst frühe Begegnung mit Allergenen die Entwicklung einer Immuntoleranz unterstützt. Der erhoffte Schutz blieb laut den Ergebnissen aus, die im New England Journal of Medicine erschienen sind (NEJM 2026; DOI 10.1056/NEJMoa2605659). Zum Vergleich nennt der Bericht die LEAP-Studie: Dort bekamen Kinder nach dem Abstillen bis zum Alter von fünf Jahren mindestens sechs Gramm Erdnussprotein pro Woche, und die Rate von Erdnussallergien sank um 86 Prozent. Die neue Studie setzt dagegen bei der mütterlichen Ernährung an, nicht bei der Beikost des Kindes.

Urin- und Vaginalzytologie könnten Untersuchungen bei Verdacht auf Endometriumkarzinom vereinfachen

Urin- und Vaginalzytologie könnten Untersuchungen bei Verdacht auf Endometriumkarzinom vereinfachen

📅 2026-10-08 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Blutungen nach der Menopause sind ein häufiges Symptom, das bei bis zu 5 Prozent der Frauen auf ein Endometriumkarzinom hinweist. Die bisher übliche Abklärung mit transvaginalem Ultraschall, ambulanter Hysteroskopie und Endometriumbiopsie ist invasiv, kostspielig und oft schmerzhaft. Forschende aus Manchester prüfen deshalb, ob ein Test aus Urin- und Vaginalflüssigkeit diese Untersuchungen ersetzen kann. Laut Berichterstattung zur DETECT-Studie, die im September im Lancet Obstetrics, Gynaecology & Women's Health erschienen ist, lag die Sensitivität bei 91,7 Prozent und die Spezifität bei 88,8 Prozent. Die Studie umfasste 103 Frauen mit bekanntem Endometriumkarzinom und 113 Frauen mit unklaren Blutungen. Es handelt sich um eine Diagnosegenauigkeitsstudie; ob der Test im Alltag tatsächlich invasive Eingriffe verringert, ist damit noch nicht belegt.

Kontrollkoloskopie nach Hoch-Risiko-Adenom könnte frühestens nach fünf Jahren nötig sein

Kontrollkoloskopie nach Hoch-Risiko-Adenom könnte frühestens nach fünf Jahren nötig sein

📅 2026-10-08 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die Leitlinien raten nach der Entdeckung und Entfernung eines Hoch-Risiko-Adenoms zu einer Kontrollkoloskopie nach drei Jahren. Eine randomisierte Studie im New England Journal of Medicine (NEJM 2026; DOI 10.1056/NEJMoa2603816) kommt nun zu dem Ergebnis, dass ein Intervall von fünf Jahren ausreichen könnte. Die Vorsorgekoloskopie gilt als wirksamste Form der Darmkrebsfrüherkennung, ist aber kostspielig und für die Betroffenen mit einem wenn auch geringen Risiko verbunden, weshalb es gute Gründe gibt, die Zahl der Untersuchungen zu begrenzen. Auch nach der Entfernung eines als besonders riskant eingestuften serratierten Polypen bleibt das Darmkrebsrisiko laut einer weiteren Veröffentlichung im NEJM (DOI 10.1056/NEJMc2605026) überschaubar. Eine Änderung der Leitlinien wird im Bericht nicht genannt.

Verzögerte Melanomoperation erhöht die Wahrscheinlichkeit für positive Resektionsränder

Verzögerte Melanomoperation erhöht die Wahrscheinlichkeit für positive Resektionsränder

📅 2026-10-08 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Verzögert sich beim Melanom die Zeit bis zur definitiven Operation (TTDS), werden offenbar häufiger positive Resektionsränder gefunden. Schon eine Verzögerung von 31 bis 60 Tagen war mit einer um 30 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit für positive Ränder verbunden, und das auch bei In-situ-Melanomen. Celina Sit von der Paul L. Foster School of Medicine in El Paso stellte die Daten auf dem EADV-Kongress in Wien vor (Abstract 1014). Es handelt sich um eine Kongresspräsentation, Empfehlungen zur Versorgungspraxis leitet der Bericht daraus nicht ab.

Atopische Dermatitis: Belastung für das Leben der Betroffenen steigt mit dem Schweregrad

Atopische Dermatitis: Belastung für das Leben der Betroffenen steigt mit dem Schweregrad

📅 2026-10-08 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Je schwerer eine atopische Dermatitis ist, desto stärker wirkt sie sich auf das Leben der Betroffenen aus, unter anderem auf Familienplanung und Selbstbewusstsein. Der deutlichste Anstieg der Beeinträchtigungen zeigt sich beim Übergang von einer leichten zu einer mittelschweren Erkrankung. Sonja Molin von der Charité Berlin stellte die Daten der TOPiQAL-Studie auf dem EADV-Kongress in Wien vor (Abstract 2366).

CAR-T-Zelltherapie: Europäische Fachgesellschaft aktualisiert Empfehlungen für Autoimmunerkrankungen

CAR-T-Zelltherapie: Europäische Fachgesellschaft aktualisiert Empfehlungen für Autoimmunerkrankungen

📅 2026-10-08 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die CAR-T-Zelltherapie wurde ursprünglich für die Krebsmedizin entwickelt. Sie kann durch die Beseitigung antikörperproduzierender B-Zellen Autoimmunerkrankungen langfristig lindern, wenn nicht sogar heilen. Wegen Kosten und Risiken kommt sie bisher nur bei schweren Krankheitsverläufen infrage. Die European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) hat ihre Empfehlungen aktualisiert und fordert zusammen mit anderen Fachgesellschaften, die Ergebnisse in einem Register zu erfassen, um mögliche Risiken früh zu erkennen.

Gesundheit von Mädchen weltweit verbessert, aber 290 Millionen leben in Ländern mit sehr niedriger Mädchengesundheit

Gesundheit von Mädchen weltweit verbessert, aber 290 Millionen leben in Ländern mit sehr niedriger Mädchengesundheit

📅 2026-10-08 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die gesundheitliche Situation von Mädchen hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten weltweit deutlich verbessert. Dennoch leben rund 290 Millionen Mädchen in Ländern mit niedriger oder sehr niedriger Mädchengesundheit. Der Weltmädchenindex von Plan International Deutschland und dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum fasst fünf Indikatoren zusammen: Sterblichkeit, Anämie, Geburtenrate und Müttersterblichkeit bei 10- bis 19-Jährigen sowie sexuell übertragbare Infektionen einschließlich HIV. Der globale Durchschnittswert stieg von 45,16 Punkten im Jahr 2000 auf 51,07 Punkte im Jahr 2023. Die größten Fortschritte gab es in Subsahara-Afrika (plus 9,77 Punkte) und Südasien (plus 9,32 Punkte). Im Jahr 2023 erreichte Subsahara-Afrika 30,83 Punkte, Europa 71,64 Punkte. Die Autorinnen und Autoren verweisen auf Lücken bei Daten zu psychischer Gesundheit, Impfquoten und Zugang zur Versorgung.

Darmbakterien entscheiden, ob Ballaststoffe und tierische Lebensmittel wirken

Darmbakterien entscheiden, ob Ballaststoffe und tierische Lebensmittel wirken

📅 2026-10-08 | 🔗 Quelle: NutritionFacts.org

Der Beitrag fasst Studien dazu zusammen, wie Darmbakterien Nahrung verarbeiten. Aus Eiern, Fleisch und Milchprodukten kann bestimmte Darmflora das Stoffwechselprodukt TMAO bilden, das mit Herzinfarkt und Schlaganfall in Verbindung gebracht wird; ohne die passenden Bakterien geschieht das nicht. Umgekehrt entstehen aus Ballaststoffen und resistenter Stärke kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat, die laut Beitrag mit verbesserter Insulinempfindlichkeit zusammenhängen. In einer genannten Studie mit Gerstenkörnern verbesserten sich nach drei Tagen mit rund 30 Gramm zusätzlicher Ballaststoffe die Insulinwerte im Mittel um 25 Prozent. Die Reaktion war allerdings sehr unterschiedlich: Ohne Bakterien wie Prevotella, die Ballaststoffe verwerten, wirkte die Zufuhr bei manchen gar nicht. Bei Menschen mit überwiegend pflanzlicher Ernährung ist Prevotella deutlich häufiger, bei Mischköstlern laut Beitrag seltener, und die Autoren vermuten einen Zusammenhang mit mehr Entzündung und Insulinresistenz. Es handelt sich um die Einordnung einer Zusammenfassung, nicht um eine eigene Studie.

Krebsimpfstoff PDS0101 zeigt mit Pembrolizumab vielversprechende Ergebnisse bei HPV16-positiven Kopf-Hals-Tumoren

Krebsimpfstoff PDS0101 zeigt mit Pembrolizumab vielversprechende Ergebnisse bei HPV16-positiven Kopf-Hals-Tumoren

📅 2026-10-07 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

In einer offenen Phase-2-Studie wurde ein neuer Krebsimpfstoff in Kombination mit dem Immun-Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab bei Personen mit rezidivierten oder metastasierten HPV16-positiven Kopf-Hals-Tumoren untersucht. Die Ergebnisse wurden im JAMA Oncology (2026) veröffentlicht; nach den Daten setzt die Wirksamkeit eine intakte Krebsabwehr voraus. Der Impfstoff PDS0101 des Herstellers PDS Biotechnology aus Princeton (New Jersey) enthält die HPV-Proteine E6 und E7, die die meisten Tumorzellen exprimieren, und soll eine Immunantwort gegen infizierte Krebszellen auslösen. Durch veränderte Sexualgewohnheiten haben Kopf-Hals-Tumoren mit HPV-Infektion zugenommen; etwa 80 bis 90 Prozent der HPV-positiven Oropharynxkarzinome werden durch die Variante HPV16 verursacht.

RKI: Aktivität von Corona- und Grippeviren steigt allmählich, insgesamt ist sie noch niedrig

RKI: Aktivität von Corona- und Grippeviren steigt allmählich, insgesamt ist sie noch niedrig

📅 2026-10-08 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) schreibt in ihrem Wochenbericht zur 40. Kalenderwoche (28. September bis 4. Oktober), die Aktivität von SARS-CoV-2, Influenzaviren und RSV sei derzeit in allen Systemen noch niedrig. In den vergangenen Wochen zeige sich aber ein allmählicher Anstieg von SARS-CoV-2 und Influenza; die Inzidenz der Atemwegserkrankungen liege auf moderatem, für die Jahreszeit üblichen Niveau. In Abwasseruntersuchungen, die als Frühwarnsystem gelten, steigt der SARS-CoV-2-Trend seit Wochen. Regional gibt es Unterschiede: Die Münchner Virologin Ulrike Protzer berichtet, dass sich in Süddeutschland die Zahl der akuten Atemwegsinfektionen binnen zwei Wochen fast verdoppelt habe. Laut US-Gesundheitsbehörde CDC dominiert bisher Influenza A (H1N1); dabei fiel einem US-Labor die Mutation G155E mehrfach auf. Eine Gruppe um Jesse Bloom berichtete in einem Preprint, dass Antikörper in den getesteten Seren gegen die H1N1-Subklade D.3.1.1. mit solchen Mutationen schlechter binden, besonders bei 15- bis 25-Jährigen. Berit Lange vom STIKO-Gremium verweist zudem darauf, dass in den Saisons 2014/15 bis 2024/25 jeweils nur zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen mit impfrelevanter Grunderkrankung gegen Influenza geimpft waren.

WHO-Generaldirektor fordert von Russland Transparenz zu einem gemeldeten Lungenpest-Todesfall in Irkutsk

WHO-Generaldirektor fordert von Russland Transparenz zu einem gemeldeten Lungenpest-Todesfall in Irkutsk

📅 2026-10-07 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus hat von Russland Transparenz über den angeblichen Tod einer Laborantin an Lungenpest in Sibirien gefordert. Russischen Medien zufolge war die 28-jährige Mitarbeiterin des Forschungszentrums zur Pestbekämpfung in Irkutsk gestorben; sie habe sich mutmaßlich an einem zerbrochenen Reagenzglas angesteckt. Rund 200 Kontaktpersonen seien unter Quarantäne gestellt worden. Die Gesundheitsbehörde Rospotrebnadsor betonte dagegen, es sei „derzeit keine derartige Entscheidung getroffen worden“, die Gesundheitslage in der Region sei „stabil“. Die WHO hatte die Gefahr in Irkutsk auf Basis der verfügbaren Informationen als moderat bis niedrig eingestuft, für ganz Russland als niedrig und für den übrigen Europa als sehr niedrig. Laut Wall Street Journal übermittelte das US-Außenministerium Moskau eine vertrauliche diplomatische Mitteilung, in der vor einer Verletzung internationaler Gesundheitsverpflichtungen durch Verschweigen von Details gewarnt wurde. US-Präsident Donald Trump kündigte an, bald mit Wladimir Putin darüber zu sprechen.

WHO legt erstmals globale Leitlinien zur Adipositas bei Kindern und Jugendlichen vor

WHO legt erstmals globale Leitlinien zur Adipositas bei Kindern und Jugendlichen vor

📅 2026-10-07 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erstmals globale Leitlinien zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Adipositas veröffentlicht. Sie empfiehlt vor allem strukturierte multimodale Programme mit Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltensinterventionen. Von Medikamenten oder bariatrischen Eingriffen bei Kindern wird abgeraten; bei Jugendlichen sollen diese Maßnahmen, wenn überhaupt, nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden. Nach WHO-Angaben lebten 2024 weltweit 170 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 19 Jahren mit Adipositas, davon 70 Millionen im Alter von 5 bis 9 Jahren und 100 Millionen im Alter von 10 bis 19 Jahren. Seit 1990 hat sich die Prävalenz in dieser Altersgruppe von 2 auf 8 Prozent vervierfacht.

Internationales Konsortium entwickelt Antikörper gegen Pocken- und Mpox-Viren

Internationales Konsortium entwickelt Antikörper gegen Pocken- und Mpox-Viren

📅 2026-10-08 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Ein internationales Forschungskonsortium entwickelt einen antikörperbasierten Wirkstoff, der Pocken- und Mpox-Viren unschädlich machen soll. Beteiligt sind unter anderem die Technische Universität Braunschweig und das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI). Das Projekt trägt den Namen „THANATOS“, die Europäische Union fördert es im Rahmen von Horizon Europe mit insgesamt 13,5 Millionen Euro. Hintergrund ist, dass die routinemäßige Pockenimpfung nach der Ausrottung der Pocken eingestellt wurde, weshalb insbesondere jüngere Menschen keinen Impfschutz mehr haben. Eine spezifische Therapie gegen Mpox und menschliche Pocken gibt es bislang nicht. Ausgangspunkt ist ein aus Makaken isolierter Antikörper des Institut de Recherche Biomédicale des Armées (IRBA) in Frankreich. Die Braunschweiger Abteilung für Medizinische Biotechnologie humanisiert und analysiert diesen Antikörper und produziert ihn für Versuche, das HZI stellt Oberflächenproteine und virusähnliche Partikel bereit. Als Nächstes soll die Wirksamkeit gegen Kuhpocken und Mpox geprüft werden, danach folgt die präklinische Entwicklung bis zur Vorbereitung einer klinischen Phase-1-Studie.

WHO legt globalen Fahrplan gegen Bluthochdruck in der Schwangerschaft vor

WHO legt globalen Fahrplan gegen Bluthochdruck in der Schwangerschaft vor

📅 2026-10-08 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen globalen Fahrplan gegen hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft vorgestellt, zu denen auch Präeklampsie gehört. Laut Fahrplan treten sie in etwa zehn bis 15 Prozent aller Schwangerschaften auf und gehen weltweit auf rund 16 Prozent der mütterlichen Todesfälle zurück. Für Schwangere können sie zu Schlaganfällen, Lungenödemen oder Herzinsuffizienz führen, bei Kindern zu Frühgeburten und niedrigem Geburtsgewicht. Die Sterblichkeit ist nach WHO-Angaben nur langsam gesunken, unter anderem wegen unzureichender Forschungsinvestitionen, uneinheitlicher Leitlinien und fehlender Grundausstattung wie Blutdruckmessgeräten oder Magnesiumsulfat in vielen Ländern. Die Forschung konzentriert sich bislang vor allem auf Diagnostik, neue Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten sind nach Angaben der WHO chronisch unterfinanziert. Ein globaler Gipfel im Mai 2026 mit mehr als 140 Partnern identifizierte 20 vorrangige Forschungsfragen. Globale Leitlinien sollen Ende 2027 veröffentlicht werden, verstärkte Aus- und Weiterbildung des Gesundheitspersonals ist ab 2028 geplant.

Psychische Erkrankungen treiben die Fehlzeiten und dauern am längsten

Psychische Erkrankungen treiben die Fehlzeiten und dauern am längsten

📅 2026-10-08 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der Fehlzeiten-Report 2026 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) führt den Anstieg der Fehlzeiten vor allem auf psychische Erkrankungen zurück. Bei AOK-versicherten Beschäftigten stiegen die Arbeitsunfähigkeitstage wegen psychischer Erkrankungen in zehn Jahren um knapp 42 Prozent, von 284 Tagen je 100 Mitglieder im Jahr 2016 auf 403 im Jahr 2025. Mit durchschnittlich 28,5 Tagen je Fall haben sie die längste Krankschreibungsdauer, Atemwegserkrankungen kamen 2025 auf 5,7 Tage je Fall. Die Zusatzdiagnose Burnout stieg um 77 Prozent auf 19,5 Tage je 100 Mitglieder. Das Krankengeld für psychische Erkrankungen stieg zwischen 2021 und 2025 um 54 Prozent, bei somatischen Erkrankungen um 27 Prozent. Insgesamt sanken die AU-Tage leicht auf 23,3 je Mitglied nach 24,5 im Spitzenjahr 2022. Die meisten psychisch bedingten Krankschreibungen gab es 2025 im Dialogmarketing mit 39 Fällen je 100 Mitglieder, gefolgt von Haus- und Familienpflege (25,6) und Altenpflege (24,9). Die Leipziger Sozialmedizinerin Steffi Riedel-Heller nennt hohe emotionale Anforderungen, Verantwortung für andere Menschen und begrenzte Kontrolle über Arbeitsabläufe als Belastungsfaktoren.

RKI und BfArM veröffentlichen Online-Tool zu Antibiotikaresistenzen

RKI und BfArM veröffentlichen Online-Tool zu Antibiotikaresistenzen

📅 2026-10-07 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) haben ein digitales Tool veröffentlicht, mit dem Ärztinnen und Ärzte aktuelle Informationen zu Antibiotikaresistenzen abrufen können. Grundlage sind jährlich aktualisierte Daten der Antibiotika-Resistenz-Surveillance des RKI, die Resistenzen im stationären und ambulanten Bereich in Deutschland erfassen. Die Online-Tabelle zeigt, wie hoch der Resistenzanteil für relevante Erreger-Antibiotikum-Kombinationen derzeit ist, und lässt sich nach Antibiotika und Erregern filtern. Laut RKI und BfArM sind die Angaben zur Resistenzlage in den Fachinformationen der Antibiotika in der Praxis nicht immer aktuell und nicht zentral abrufbar, diese Lücke soll das Tool schließen. Die Antibiotika sind nach den WHO-Kategorien Access, Watch und Reserve gegliedert. Die Behörden sehen darin eine Unterstützung für einen verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatz im Sinne des Antibiotic Stewardship.

WHO und Reisemediziner warnen vor gesundheitlichen Folgen von El Niño

WHO und Reisemediziner warnen vor gesundheitlichen Folgen von El Niño

📅 2026-10-07 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Das Klimaphänomen El Niño dürfte in den kommenden Monaten in verschiedenen Weltregionen Wetterextreme begünstigen und dadurch Gesundheitsrisiken erhöhen oder verändern, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Deutsche Fachgesellschaft für Reisemedizin (DFR) mitteilen. Die WHO nennt hitzebedingte Erkrankungen, über Wasser, Vektoren und Lebensmittel übertragene Infektionen, psychische Belastungen, Mangelernährung infolge von Dürren sowie Verletzungen und Todesfälle. Besonders betroffen dürften Länder mit schwachen Gesundheitssystemen und Menschen in humanitären Krisen sein, Europa ist im Vergleich zu vielen anderen Weltregionen weniger stark betroffen. Die DFR verweist darauf, dass starke El-Niño-Ereignisse in der Vergangenheit zu einem deutlichen Anstieg mückenübertragener Infektionen in Tropen und Subtropen geführt haben, insbesondere von Dengue- und Chikungunya-Fieber. Auch das Malariarisiko könne sich regional verändern. Von September an ist in vielen Regionen der Tropen und Subtropen außergewöhnliche Hitze zu erwarten, der Höhepunkt könnte zwischen Dezember 2026 und Februar 2027 liegen. Fachleute halten für 2026/27 ein möglicherweise besonders starkes El-Niño-Ereignis für denkbar.