2026-10-07Rubrik Gesundheit & Diabetes

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Medizin & Forschung allgemein

Präventionsgesetz: Bundesgesundheitsministerium plant Entwurf für Anfang 2027

Präventionsgesetz: Bundesgesundheitsministerium plant Entwurf für Anfang 2027

📅 2026-10-06 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Das Bundesgesundheitsministerium plant für Anfang 2027 einen ersten Entwurf für ein weiterentwickeltes Präventionsgesetz. Die Parlamentarische Staatssekretärin Christiane Schenderlein (CDU) kündigte die Initiative nach Gesprächen mit Verbänden und der Nationalen Präventionskonferenz an. Ziel ist es, das Potenzial der Prävention besser zu nutzen, um Gesundheitsausgaben zu senken und die Chancen auf ein langes, gesundes Leben zu verbessern. Ein Positionspapier der Robert-Bosch-Stiftung fordert eine grundlegende Neuausrichtung mit fünf Hebeln: Stärkung der Gesundheitskompetenz, Gesundheitszugewinne über alle Lebens- und Krankheitsphasen, Nutzung von Personalisierung, Digitalisierung und KI, Gestaltung von Gesundheit vor Ort in der Primärversorgung sowie eine Ausrichtung der Finanzierung auf Gesundheitszugewinne. Auf der Veranstaltung wurde außerdem gefordert, Alkohol, Tabak und Zucker stärker zu regulieren.

Blinatumomab bei Kindern mit Leukämie: Antikörper kann Chemotherapie teilweise ersetzen

Blinatumomab bei Kindern mit Leukämie: Antikörper kann Chemotherapie teilweise ersetzen

📅 2026-10-06 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Der bispezifische Antikörper Blinatumomab kann bei Kindern und Jugendlichen mit akuter lymphoblastischer B-Zell-Leukämie (B-ALL) die Chemotherapie teilweise ersetzen. Die Ergebnisse eines neuen Therapieschemas, vorgestellt auf der Tagung der European Hematology Association in Stockholm und veröffentlicht im New England Journal of Medicine, zeigen bei einer Hochrisikogruppe eine Verbesserung des ereignisfreien Überlebens nach vier Jahren, während die Toxizität deutlich vermindert wurde. Die akute lymphoblastische Leukämie ist mit 550 bis 600 Fällen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Kindern und Jugendlichen, wobei die B-Zell-Variante mit 75 bis 85 Prozent den größten Anteil stellt.

Ebola in Kenia: Erster bestätigter Fall mit Bundibugyo-Virus endet tödlich

Ebola in Kenia: Erster bestätigter Fall mit Bundibugyo-Virus endet tödlich

📅 2026-10-06 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Kenia hat seinen ersten bestätigten Ebola-Fall gemeldet. Ein Mann, der sieben Jahre in der Demokratischen Republik Kongo gelebt und gearbeitet hatte, starb in Nairobi an einer Infektion mit dem Bundibugyo-Virus. Der Patient war vor etwa einem Monat erkrankt, reiste auf dem Landweg über Uganda nach Kenia und starb kurz nach seiner Ankunft im Krankenhaus. Er litt unter Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und Blutungen unter der Haut. Das Bundibugyo-Virus grassiert seit Monaten in der DR Kongo und ist besonders schwer einzudämmen, da weder ein spezifischer Impfstoff noch eine spezifische Therapie existiert. Nach Angaben der Africa CDC ist es der am schnellsten wachsende Ebola-Ausbruch, den die Behörde je verzeichnet hat, mit 4.148 Todesfällen in der DR Kongo. Kenias Behörden haben 28 Kontaktpersonen identifiziert und suchen nach Flugpassagieren.

Pflegekommission: Bundesregierung will Umbau der Pflegeversicherung vorbereiten

Pflegekommission: Bundesregierung will Umbau der Pflegeversicherung vorbereiten

📅 2026-10-06 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Das Bundeskabinett will am 7. Oktober eine neue Pflegekommission einsetzen. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) erwartet von der Expertenkommission bis Ende Januar Vorschläge zum strukturellen Umbau der Pflegeversicherung. Er warnt vor einem Kollaps des Systems in den 2030er-Jahren: Der Staat gebe aktuell 75 Milliarden Euro jährlich für Pflege aus und müsse etwa 10 Prozent sparen, während die Zahl der Pflegebedürftigen von heute 6 Millionen auf 7,5 Millionen im Jahr 2050 steigen werde. Die Kommission soll mit unabhängigen Fachleuten und Wissenschaftlern besetzt werden. Für dieses Jahr wird bereits ein Defizit der Pflegeversicherung von 4,4 Milliarden Euro erwartet; 2027 könnte die Lücke auf acht Milliarden Euro anwachsen. Der Sozialverband VdK warnt, dass die Reformüberlegungen die Belastungen ungleichmäßig verteilen, und fordert eine einheitliche Pflegeversicherung.

Impfungen in Apotheken: Ärztekammer und Kassenärzte fordern klare Qualifikationsstandards

Impfungen in Apotheken: Ärztekammer und Kassenärzte fordern klare Qualifikationsstandards

📅 2026-10-06 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) fordern eine klarere Kommunikation der Qualifikationsanforderungen für Impfungen in Apotheken. Das im Sommer beschlossene Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) erlaubt Apothekern Impfungen mit allen Impfstoffen außer Lebendimpfstoffen unter bestimmten Voraussetzungen, einschließlich ärztlicher Schulung. Kritisch sehen BÄK und KBV die Darstellung der Bundesapothekerkammer, ein Curriculum allein stelle die fachgerechte Durchführung sicher. Sie warnen vor einem unzutreffenden Eindruck bei Patientinnen und Patienten über die geltenden Qualifikationsstandards. Ein gemeinsames Curriculum von BÄK und Apothekerkammer ist bislang nicht abgestimmt. Parallel startet die KBV die Informationskampagne "Impfen beim Profi" mit Schwerpunkt auf Grippeschutzimpfung und Auffrischungen.

Arbeitssicherheit: EU-Parlament beschließt strengere Grenzwerte für krebserregende Stoffe

Arbeitssicherheit: EU-Parlament beschließt strengere Grenzwerte für krebserregende Stoffe

📅 2026-10-06 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Das EU-Parlament hat mit 499 Ja-Stimmen bei 49 Gegenstimmen strengeren Grenzwerten für krebserregende Stoffe am Arbeitsplatz zugestimmt. Nach Angaben des Parlaments sterben schätzungsweise 80.000 Menschen pro Jahr in der EU an den Folgen krebserregender Stoffe am Arbeitsplatz; die neuen Regeln sollen in den kommenden 40 Jahren etwa 1.700 Lungenkrebsfälle und 19.000 andere Erkrankungen verhindern. Für Kobalt und seine anorganischen Verbindungen gelten künftig Grenzwerte von 0,01 mg/m³ für eingeatmete Partikel und 0,0025 mg/m³ für feinere Lungenpartikel. Diese Stoffe werden häufig bei der Batterieherstellung für Elektrofahrzeuge verwendet. Die Industrie hat sechs Jahre Zeit für die Anpassung, die Mitgliedstaaten zwei Jahre für die Umsetzung in nationales Recht. Nach Angaben des Umweltbundesamts ist Kobalt in hohen Konzentrationen giftig, krebserregend und erbgutverändernd.

Geschlechtermedizin im Studium: Experten fordern Verankerung in der Medizinausbildung

Geschlechtermedizin im Studium: Experten fordern Verankerung in der Medizinausbildung

📅 2026-10-06 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Experten fordern eine stärkere Verankerung von Geschlechteraspekten in der medizinischen Ausbildung. Auf dem Forum Gender und Gesundheit in Berlin bestand Konsens, dass Geschlechteraspekte in Prävention und Anamnese stärker berücksichtigt werden müssen. Derzeit gibt es in Deutschland nur eine Vollprofessur für Gendermedizin, was als Missstand kritisiert wurde. Die Herzchirurgin Claudia Schmidtke betont, viele Ärzte wüssten Bescheid, Geschlechterfragen gingen im Alltag aber oft unter, weil sie kein Standard seien. Als Beispiele wurden genannt: Schwangerschaftskomplikationen und der Zeitpunkt der Menopause können auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen hinweisen, Troponinwerte beim Herzinfarkt unterscheiden sich zwischen den Geschlechtern, und auch EKG-Hebungen fallen geschlechtsspezifisch verschieden aus. Die Universität Lübeck bietet seit dem Sommersemester eine Gendermedizin-Vorlesung an. Für Männer fehlt es zudem an einer strukturierten Früherkennung, wie sie Frauen über den Frauenarzt erhalten.

Antikörper aus Mikroalgen: EU fördert Projekt gegen Nipah- und Hendra-Viren

Antikörper aus Mikroalgen: EU fördert Projekt gegen Nipah- und Hendra-Viren

📅 2026-10-06 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Das Centrum für Biotechnologie (CeBiTec) der Universität Bielefeld entwickelt zusammen mit 18 Partnerorganisationen eine Plattform zur Produktion therapeutischer Antikörper in Mikroalgen. Die Europäische Union fördert das Projekt "Heniprotect" im Rahmen von Horizon Europe mit insgesamt 16,32 Millionen Euro. Ziel ist eine inhalierbare Antikörpertherapie gegen Nipah- und Hendra-Viren mit schnell skalierbarer Produktion für künftige Pandemien. Die Arbeitsgruppe Algenbiotechnologie und Bioenergie unter Leitung von Olaf Kruse und Thomas Baier entwickelt genetische Werkzeuge, um die Grünalge Chlamydomonas reinhardtii als kostengünstige Produktionsplattform zu nutzen. Ein erster humanisierter Antikörperkandidat soll bis zur klinischen Erprobung weiterentwickelt werden, ein zweiter soll das Mutationsrisiko verringern.

Kataraktscreening per Smartphone-Aufsatz: Indische Forscher stellen Technik vor

Kataraktscreening per Smartphone-Aufsatz: Indische Forscher stellen Technik vor

📅 2026-10-06 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Indische Ophthalmologen haben einen Aufsatz für Smartphones entwickelt, mit dem Linsentrübungen und andere Augenkrankheiten ohne Augenarzt erkannt werden können. Die Ergebnisse wurden auf dem Jahreskongress der European Society of Cataract and Refractive Surgeons (ESCRS) in London vorgestellt. Die Katarakt, der Graue Star, ist eine der häufigsten Erkrankungen älterer Menschen: In Deutschland werden jährlich 900.000 Operationen durchgeführt, weltweit sind schätzungsweise 100 Millionen Menschen aufgrund des Grauen Stars blind.

Antibiotika in der Tiermedizin: Abgabemenge stabilisiert sich auf niedrigem Niveau

Antibiotika in der Tiermedizin: Abgabemenge stabilisiert sich auf niedrigem Niveau

📅 2026-10-06 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die in der Tiermedizin abgegebene Antibiotika-Menge hat sich laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auf niedrigem Niveau stabilisiert. Im Jahr 2025 sank sie marginal um 0,3 Tonnen auf etwa 562 Tonnen. Das entspricht einem Rückgang um 67 Prozent gegenüber 2011, dem ersten Erfassungsjahr. Deutlich zurückgegangen ist der Einsatz des von der WHO als kritisch eingestuften Wirkstoffs Colistin. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) plädiert dafür, Antibiotika auf das therapeutisch notwendige Maß zu begrenzen, um die Entstehung von Resistenzen zu verhindern.

Bockshornklee: Studien zu Sexualfunktion, Menstruationsschmerzen und Milchbildung

Bockshornklee: Studien zu Sexualfunktion, Menstruationsschmerzen und Milchbildung

📅 2026-10-06 | 🔗 Quelle: NutritionFacts.org

Der Blog NutritionFacts.org fasst Studien zu hormonellen Effekten von Bockshornklee (Fenugreek) zusammen. In randomisierten, placebokontrollierten Studien stiegen bei Frauen Testosteron und Estradiol, verbunden mit einer verdoppelten sexuellen Aktivität gegenüber Placebo. Gegen Menstruationsschmerzen wirkte ein Teelöffel Bockshornkleesamenpulver dreimal täglich an den ersten drei Menstruationstagen schmerzlindernd. Bei Stillenden, die täglich weniger als einen Teelöffel einer Mischung aus Bockshornklee, Ingwer und Kurkuma einnahmen, verdoppelte sich laut den berichteten Studien die Milchproduktion binnen eines Monats, nach zwei Wochen lag die Steigerung bei 50 Prozent. Es handelt sich um die Zusammenfassung eines Ernährungsblogs, nicht um eine neue Originalstudie. In der Schwangerschaft wird von Bockshornklee abgeraten, da er die Gebärmutter stimulieren kann.