2026-10-14Rubrik Gesundheit & Diabetes

Googelhupf Tageszeitung

Diabetes-News

Mit GLP-1-Rezeptoragonisten sinken bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes Gewicht und Blutdruck

Mit GLP-1-Rezeptoragonisten sinken bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes Gewicht und Blutdruck

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Eine Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten senkt bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes das Körpergewicht und den systolischen Blutdruck und verbessert die Blutzuckerkontrolle. Das zeigen Daten aus der Praxis aus drei europäischen Ländern, die auf der Jahrestagung der Europäischen Vereinigung für die Erforschung des Diabetes (EASD) in Mailand vorgestellt wurden (Abstract 788). Der Einsatz dieser Medikamente ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Die Forschenden sehen großes Potenzial, mit den Präparaten das Risiko für Folgekomplikationen zu senken.

Nach dem Absetzen von GLP-1-Medikamenten könnten Ernährungsprogramme und Apps den Gewichtsanstieg abmildern

Nach dem Absetzen von GLP-1-Medikamenten könnten Ernährungsprogramme und Apps den Gewichtsanstieg abmildern

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Nach dem Absetzen von GLP-1-Rezeptoragonisten nehmen viele Menschen häufig wieder zu. Eine kleine US-amerikanische Studie, erschienen in Obesity Science & Practice (2026, DOI: 10.1002/osp4.7019), deutet darauf hin, dass strukturierte Ernährungs- und Lebensstilinterventionen diesen Gewichtsanstieg möglicherweise abmildern könnten. Positive Tendenzen zeigten sich bei einer angepassten Ernährung mit Mahlzeitersatzprodukten sowie bei einer App zur Gewichtskontrolle. Aus dem vorliegenden Bericht geht die Teilnehmerzahl nicht hervor.

Medizin & Forschung allgemein

Das Gesundheitsministerium will Gendermedizin und Wechseljahre stärker in der Ärzteausbildung verankern

Das Gesundheitsministerium will Gendermedizin und Wechseljahre stärker in der Ärzteausbildung verankern

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will nach Abschluss des Dialogprozesses Wechseljahre konkrete Maßnahmen anstoßen. Geplant ist unter anderem, die Gendermedizin stärker in die ärztliche Ausbildung zu integrieren, ein eigenes Fach „Geschlechtersensible Medizin“ einzuführen und die Wechseljahre im Rahmen der Reform der ärztlichen Ausbildung verbindlich zu verankern. Die Umsetzung dürfte nicht schnell flächendeckend gelingen, weil die Reform der Approbationsordnung seit Jahren auf Eis liegt. Die Beteiligten berichteten von „zum Teil erheblichen Wissenslücken“ im Versorgungssystem über den Zusammenhang zwischen der hormonellen Umstellung und verschiedenen Symptomen. Das BMG will außerdem die Frauengesundheitsforschung fördern, das Robert-Koch-Institut bei der Datenerhebung unterstützen und die Informationen im Nationalen Gesundheitsportal überarbeiten. Die Parlamentarische Staatssekretärin Christiane Schenderlein (CDU) sagte: „Frauengesundheit darf kein gesellschaftliches Randthema sein – es betrifft die Hälfte der Bevölkerung.“ Die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden durch Fehlzeiten und frühen Ruhestand von Frauen in den Wechseljahren auf rund 9,4 Milliarden Euro jährlich. Ein Expertengremium empfiehlt, im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz klarzustellen, dass Benachteiligungen wegen der Wechseljahre geschützt sind.

Zubereitung von Zytostatika bleibt vom Zuweisungsverbot ausgenommen, Hybrid-DRG sollen ab 2028 entfallen

Zubereitung von Zytostatika bleibt vom Zuweisungsverbot ausgenommen, Hybrid-DRG sollen ab 2028 entfallen

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die Zubereitung von Zytostatika soll vom Zuweisungsverbot ausgenommen bleiben. Ausschreibungen, die die Koalition zuvor vorgesehen hatte, stehen in den neuesten Änderungsanträgen zum Gesetz zur Reform der Notfallversorgung nicht mehr. Die Grünen kritisierten die Streichung: Die Koalition knicke „zum wiederholten Mal“ vor der Pharmawirtschaft ein. An anderen Vorhaben hält die Koalition fest. Die spezielle sektorengleiche Vergütung (Hybrid-DRG) soll ab 2028 komplett gestrichen werden, die extrabudgetäre Vergütung psychotherapeutischer Leistungen wird ausgeweitet, unter anderem für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und dringliche Akutbehandlungen. Die Bundesärztekammer hält die Abschaffung der Hybrid-DRG für „besonders problematisch“. Der Gesundheitsausschuss des Bundestages will die Änderungen am Mittwoch, 14. Oktober beschließen, die abschließende Lesung im Bundestag ist für Donnerstag, 15. Oktober angesetzt.

Krankenkassen bezweifeln, dass die geplanten Einsparungen in der gesetzlichen Krankenversicherung reichen

Krankenkassen bezweifeln, dass die geplanten Einsparungen in der gesetzlichen Krankenversicherung reichen

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Vertreter der Krankenkassen zweifeln, ob die geplanten Einsparungen in der gesetzlichen Krankenversicherung ausreichen. Ferdinand Gerlach, stellvertretender Vorsitzender der Finanzkommission Gesundheit, hält die vom Bundesgesundheitsministerium vorgesehenen Einsparungen von 18,8 Milliarden Euro für 2027 „nur ganz knapp“ und für 2028 möglicherweise nicht ausreichend. Die Finanzkommission hatte im April deutlich mehr Einsparungen vorgeschlagen, vor allem eine höhere Beteiligung des Bundes an versicherungsfremden Leistungen; damit könnten bis zu zwölf Milliarden Euro gespart werden. Gerlach nannte außerdem 14 Maßnahmen, die das Ministerium selbst ergänzt habe. Ein zweites Gutachten soll am 15. Dezember vorgestellt werden. AOK-Chefin Carola Reimann sagte: „Ganz sicher kann man sich nicht sein.“ DAK-Chef Andreas Storm kritisierte, das Gesetz trage nicht zur Akzeptanz in der Bevölkerung bei. Der PKV-Verband sieht den Wettbewerb zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung gefährdet: Nach seinen Berechnungen können nur noch rund 15 Prozent der 18- bis 40-Jährigen, die arbeiten, von der GKV in die PKV wechseln.

WHO hat im Fall des mutmaßlichen Lungenpesttods in Russland weiter keine bestätigte Diagnose

WHO hat im Fall des mutmaßlichen Lungenpesttods in Russland weiter keine bestätigte Diagnose

📅 2026-10-12 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wartet nach Berichten über den mutmaßlichen Lungenpesttod einer Laborbeschäftigten in Sibirien weiter auf genauere Auskünfte der russischen Behörden. Die Frau hatte mit Pesterregern gearbeitet; Russland gab als Todesursache eine „Lungenentzündung“ an. Nach russischen Angaben wurde im Verwaltungsgebiet Irkutsk kein Pestfall registriert. Proben von Kontaktpersonen seien im Labor ohne Nachweis von Hochrisikoerregern geblieben, ein Biosicherheitsvorfall habe es nicht gegeben, und alle Kontaktpersonen seien symptomlos geblieben. Auf dieser Grundlage gebe es keinen Hinweis auf Ansteckungen. Die WHO sieht aber weiterhin eine „größere Unsicherheit“ wegen der fehlenden bestätigten Diagnose und beobachtet die Lage weiter.

Gates-Stiftung und Wellcome Leap wollen 100 Millionen Dollar in die Senkung von Totgeburten investieren

Gates-Stiftung und Wellcome Leap wollen 100 Millionen Dollar in die Senkung von Totgeburten investieren

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Die Initiative Wellcome Leap und die Gates-Stiftung wollen insgesamt 100 Millionen US-Dollar (rund 90 Millionen Euro) in das Präventionsprogramm Uzima stecken, um die Zahl der Totgeburten zu senken. Angekündigt wurde das beim Weltgesundheitsgipfel (World Health Summit) in Berlin. Das Programm läuft über drei Jahre; das Ziel ist zu zeigen, dass die Rate der Totgeburten in bestimmten Ländern innerhalb eines Jahrzehnts halbiert werden kann. Zunächst sollen mit Partnern in Subsahara-Afrika vielversprechende Innovationen gesucht werden, etwa KI-gestützte Ultraschallverfahren und Sensoren, um Risiken früh zu erkennen. Weltweit kommen jedes Jahr fast zwei Millionen Babys tot zur Welt. Am Rande des Gipfels wurde Kritik an der Bundesregierung laut: Der Global-Health-Experte Unni Karunakara, früherer Internationaler Präsident von Ärzte ohne Grenzen (MSF), bemängelte, die Zuständigkeiten seien auf sieben Ministerien verteilt, und ohne starke Führung aus dem Kanzleramt könne man es vergessen. Kanzler Friedrich Merz betonte in einer Videobotschaft die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit, ging aber nicht auf die Initiative ein.

Bayern will ein Recht auf Vergessenwerden für Menschen nach überstandenem Krebs durchsetzen

Bayern will ein Recht auf Vergessenwerden für Menschen nach überstandenem Krebs durchsetzen

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Das bayerische Kabinett hat beschlossen, sich einer Bundesratsinitiative anderer Länder anzuschließen. Der Bund soll einen Regelungsvorschlag vorlegen, wonach Menschen nach Ablauf bestimmter Fristen nicht mehr verpflichtet sind, eine überwundene Krebserkrankung offenzulegen, etwa bei Versicherungsverträgen, Verbraucherkrediten oder in Adoptionsverfahren. Die Länge der Fristen soll sich unter anderem nach dem Stand der Forschung und dem Rückfallrisiko richten. Im bayerischen Beamtengesetz will der Freistaat klarstellen, dass eine ausgeheilte Krebserkrankung für sich genommen kein Ausschlusskriterium für die Einstellung ins Beamtenverhältnis ist. Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) sagte: „Es ist einfach nicht fair, wie es aktuell geregelt ist.“ Im Freistaat erkranken jährlich knapp 80.000 Menschen neu an Krebs, bei Frauen am häufigsten an Brustkrebs (rund 11.000 Fälle), bei Männern an Prostatakrebs (rund 13.000 Fälle). Gerlach forderte zudem eine „Wende“ von der Reparatur- zur Vorsorgemedizin.

Unions-Agrarminister lehnen Zuckersteuer ab und schreiben an Merz

Unions-Agrarminister lehnen Zuckersteuer ab und schreiben an Merz

📅 2026-10-12 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Neun Agrar- und Verbraucherschutzminister der Union aus den Bundesländern haben sich in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz gegen die geplante Zuckersteuer ausgesprochen. Das Schreiben verweist auf den Koalitionsvertrag, der beim Thema auf Freiwilligkeit, Anreize und Eigenverantwortung setzt. Die Minister kritisieren, eine Steuer belaste den Kauf bestimmter Lebensmittel unnötig und setze auf staatliche Lenkung; Ernährungsbildung, Aufklärung und Innovation seien der richtige Weg. Die rheinland-pfälzische Ministerin Christine Schneider sagte, gesunde Ernährung sei ihr wichtig, aber nicht mit den Mitteln der Ordnungspolitik, sondern durch Ernährungsbildung. Laut Bild soll sich die Koalition inzwischen auf einen Kompromiss geeinigt haben: Die Abgabe soll am 1. Juli 2027 in Kraft treten und erst ab einer Produktionsmenge von mehr als 70.000 Litern pro Jahr greifen. Der Artikel bezeichnet diese Einigung als angeblich.

Lungenkrebs-Screening mit Niedrigdosis-CT bleibt nach neuer Bewertung nützlich

Lungenkrebs-Screening mit Niedrigdosis-CT bleibt nach neuer Bewertung nützlich

📅 2026-10-12 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Eine Arbeitsgruppe der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon hat Nutzen und Risiken des Lungenkrebsscreenings mit Niedrigdosis-CT neu bewertet. Sie bestätigt den Effekt des Screenings auf die Lungenkrebssterblichkeit und auf die Zahl fortgeschrittener Lungenkarzinome in den Stadien III oder IV. Für die Bewertung wertete die 23-köpfige Expertengruppe experimentelle und beobachtende epidemiologische Studien aus. Veröffentlicht ist die Bewertung im New England Journal of Medicine 2026.

KI-Chatbot vor dem Hausarzttermin: In einer Praxisstudie wurde kein Gespräch aus Sicherheitsgründen abgebrochen

KI-Chatbot vor dem Hausarzttermin: In einer Praxisstudie wurde kein Gespräch aus Sicherheitsgründen abgebrochen

📅 2026-10-12 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Von fast 100 Gesprächen, die Patienten vor einem dringenden Termin in der Primärversorgung mit einem diagnostischen KI-Chatbot führten, musste keines aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Das zeigt eine Real-World-Studie, die im Fachjournal The Lancet 2026 veröffentlicht wurde. Ausgangspunkt sind weltweite Engpässe in der Primärversorgung und eine alternde, zunehmend multimorbide Bevölkerung, für die KI-Systeme als Unterstützung für Hausärztinnen und Hausärzte vielversprechend erscheinen. Viele Aspekte des Einsatzes seien bisher unklar, darunter die Sicherheit sowie die Frage, ob die von der KI gelieferten Informationen medizinisch aussagekräftig und hilfreich sind.

Beauftragte wollen Anschlussbehandlung für suchtkranke Jugendliche verbessern

Beauftragte wollen Anschlussbehandlung für suchtkranke Jugendliche verbessern

📅 2026-10-12 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der Sucht- und Drogenbeauftragte Hendrik Streeck und der Patientenbeauftragte Stefan Schwartze haben zu einem Runden Tisch eingeladen, der die Versorgung suchtkranker Kinder und Jugendlicher nach einem Entzug verbessern soll. Beteiligt sind unter anderem Vertreter der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Kostenträger, der Suchthilfe und von Elternverbänden. Nach Angaben der Beauftragten wurden 2024 bundesweit rund 1.600 qualifizierte Entzugsbehandlungen bei Minderjährigen abgerechnet, während schätzungsweise rund 1.100 Jugendliche jährlich eine anschließende Rehabilitation brauchen. 2025 bewilligte die Deutsche Rentenversicherung allerdings nur rund 260 Maßnahmen, von denen knapp 180 tatsächlich angetreten wurden. Streeck sagte, ein erfolgreicher Entzug dürfe nicht an fehlender Anschlussbehandlung scheitern, weil das Rückfallrisiko in den Wochen danach besonders hoch sei. Wie groß die Versorgungslücke ist, schätzen Kostenträger und Praxis unterschiedlich ein. Ziele des Runden Tischs sind unter anderem eine transparente Erfassung geeigneter Therapieplätze, eine bedarfsgerechte Finanzierung und verlässliche Übergänge bis zur Nachsorge.

Metaanalyse: Bewegungsbasierte Reha senkt bei koronarer Herzkrankheit die Klinikeinweisungen

Metaanalyse: Bewegungsbasierte Reha senkt bei koronarer Herzkrankheit die Klinikeinweisungen

📅 2026-10-12 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Eine Metaanalyse in der Cochrane Database of Systematic Reviews 2026 kommt zu dem Ergebnis, dass eine bewegungsbasierte Rehabilitation bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit (KHK) die Krankenhauseinweisungen um ein Drittel senkt. Das Herzinfarktrisiko sinkt demnach um mehr als ein Viertel. Die Vorteile bleiben laut Analyse langfristig erhalten. Die Auswertung bestätigt außerdem erneut die Sicherheit des Koronarsports.

Mehr als jeder zweite innerklinische Notfalleinsatz findet auf einer Normalstation statt

Mehr als jeder zweite innerklinische Notfalleinsatz findet auf einer Normalstation statt

📅 2026-10-12 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Mehr als jeder zweite Einsatz eines innerklinischen Notfallteams (54,5 Prozent) findet laut dem Jahresbericht „Innerklinisches Notfallmanagement 2025“ des Deutschen Reanimationsregisters auf einer Normalstation statt. Grundlage sind 11.103 Einsätze aus 158 Kliniken, davon 6.135 mit Reanimation und 4.837 ohne Reanimation, bei denen eine akute Notfallsituation ohne Reanimation versorgt wurde. Erstmals bezieht der Bericht solche Einsätze ohne Reanimation systematisch ein. Da auf Normalstationen keine dauerhafte Patientenüberwachung stattfindet, empfiehlt das Register standardisierte Frühwarnsysteme; aus Sicht der Expertinnen und Experten sollten sie verpflichtend genutzt werden. Gräsner vom Organisationskomitee sagte, man müsse Risiken früh erkennen, bei einer Verschlechterung schnell reagieren und die Ergebnisse systematisch auswerten.

Nicotinamid-Ribosid bremst Parkinson im frühen Stadium nicht

Nicotinamid-Ribosid bremst Parkinson im frühen Stadium nicht

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

In einer Phase-3-Studie konnte eine NAD-Augmentation mit Nicotinamid-Ribosid das Fortschreiten des Morbus Parkinson im frühen Stadium nicht aufhalten. Das Präparat soll den Energiestoffwechsel in den geschädigten Nervenzellen verbessern. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal JAMA veröffentlicht (2026; DOI: 10.1001/jama.2026.18828). Sie enttäuschen viele Fachleute, die sich auf zwei frühere Phase-2-Studien gestützt hatten. Parkinson ist durch das Absterben dopaminerger Nervenzellen gekennzeichnet, das in der Substantia nigra beginnt und später auf andere Hirnregionen übergreift.

Menopause: Körper verändert sich womöglich abrupter als gedacht

Menopause: Körper verändert sich womöglich abrupter als gedacht

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Vor der letzten Menstruation einer Frau können in mehreren Körpersystemen abruptere und einschneidendere biologische Veränderungen stattfinden, als bisher angenommen. Forschende um Glen Pridham vom Weizmann Institute of Science beschreiben dieses Phänomen in Nature Medicine als „physiologische Klippe“ (2026; DOI: 10.1038/s41591-026-04614-0). Einige der Veränderungen zeigen sich laut der Untersuchung schon mehr als ein Jahrzehnt vorher.

Mehr Hausarztpraxen setzen auf nicht ärztliche Fachkräfte

Mehr Hausarztpraxen setzen auf nicht ärztliche Fachkräfte

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Der Anteil hausärztlicher Praxen, die qualifizierte Gesundheitsfachberufe einbinden, hat sich zwischen 2015 und 2024 fast verdoppelt und liegt inzwischen bei mehr als einem Drittel. Das zeigt eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) mit Abrechnungsdaten zu den Qualifikationen „Nicht-ärztliche Praxisassistenz“ (NäPA) und „Versorgungsassistenz in der Hausarztpraxis“ (VERAH). Die Zahl solcher Praxen stieg von rund 7.000 auf über 11.000, obwohl die Zahl der Praxen insgesamt zurückging. Auf dem Land beschäftigt fast jede zweite Hausarztpraxis eine dieser Fachkräfte (47 Prozent), in Städten sind es 27 Prozent. Am höchsten ist der Anteil in Sachsen-Anhalt mit knapp 60 Prozent, am niedrigsten in Berlin mit 14 Prozent. Hausbesuche bieten 84 Prozent dieser Praxen an, die von den Fachkräften übernommen werden, gegenüber 36 Prozent der Praxen ohne sie. Ärztliche Hausbesuche unterscheiden sich zwischen beiden Praxistypen kaum, die Fachkräfte erweitern die Kapazität also, ersetzen die ärztlichen Besuche aber nicht.

Nur zwölf Prozent halten ihr Krebsrisiko für hoch

Nur zwölf Prozent halten ihr Krebsrisiko für hoch

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Viele Menschen in Deutschland unterschätzen ihr persönliches Krebsrisiko. Das berichten Forschende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) im Fachmagazin Forum. Für die Studie befragten sie 1.581 Menschen ab 16 Jahren in einer bevölkerungsrepräsentativen Erhebung. Nur zwölf Prozent schätzen ihr eigenes Risiko als eher oder sehr hoch ein, obwohl fast jeder Zweite in Deutschland im Laufe des Lebens eine Krebsdiagnose erhält. Zugleich fühlen sich 61 Prozent über Krebsvorbeugung und 62 Prozent über Krebsfrüherkennung gut oder sehr gut informiert. Zwei Drittel beschreiben ihre Lebensweise als gesund, ein erheblicher Teil berichtet aber von Bewegungsmangel, Übergewicht sowie regelmäßigem Alkohol- oder Tabakkonsum. 42 Prozent nutzen Früherkennungsangebote regelmäßig, 23 Prozent sporadisch; als Gründe für die Nichtteilnahme nannten Befragte unter anderem eine geringe wahrgenommene Gefährdung und Angst vor einem Befund. Ärztinnen und Ärzte sind die wichtigste Informationsquelle, und zwei Drittel wünschen sich mehr Beratung. Studienautorin Ursula Will sagt: „Information ist wichtig, aber nicht ausreichend, um Verhaltensänderungen zu bewirken.“

Cybermobbing: Jeder vierte Betroffene hat Suizidgedanken

Cybermobbing: Jeder vierte Betroffene hat Suizidgedanken

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: aerzteblatt.de

Cybermobbing unter Kindern und Jugendlichen nimmt weiter zu. Nach der Studie „Cyberlife VI“ des Bündnisses gegen Cybermobbing sind in diesem Jahr bundesweit 20,7 Prozent der 7- bis 20-Jährigen betroffen, das sind 2,2 Prozentpunkte mehr als in der Befragung von 2024. In absoluten Zahlen sind es mehr als 2,4 Millionen Kinder und Jugendliche. 90 Prozent der Betroffenen werden von Personen aus ihrem Umfeld gemobbt. Viele berichten von Kopf- und Magenschmerzen, Angst- und Schlafstörungen sowie Depressionen. 17 Prozent gaben an, aus Verzweiflung schon zu Alkohol, Tabletten oder Drogen gegriffen zu haben, 2024 waren es 13 Prozent. Jeder Vierte berichtet von Suizidgedanken, das entspricht nahezu 600.000 Kindern und Jugendlichen. Befragt wurden von April bis Juli 716 Lehrkräfte, 1.113 Eltern und 4.525 Schülerinnen und Schüler. 76 Prozent der Eltern und 81 Prozent der Lehrenden befürworten eine Altersgrenze für soziale Medien, meist liegt sie bei 16 Jahren. Bündnis-Vorstand Uwe Leest fordert mehr Prävention, schon an Grundschulen, und bessere Fortbildung für Lehrkräfte.

Koffein bessert Parkinson-Symptome nur kurzfristig

Koffein bessert Parkinson-Symptome nur kurzfristig

📅 2026-10-13 | 🔗 Quelle: nutritionfacts.org

In einer sechswöchigen, randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie erhielten Menschen mit Parkinson Koffein, zunächst etwa eine Tasse Kaffee zweimal täglich, später die doppelte Menge. Nach drei Wochen zeigte sich gegenüber Placebo eine signifikante Besserung der Symptome. Eine längere Studie über mehr als sechs Monate mit etwa zwei Tassen Kaffee zweimal täglich fand dagegen keinen Vorteil gegenüber Placebo. Der Beitrag von NutritionFacts.org zieht daraus den Schluss, Koffein könne einen kurzfristigen Nutzen haben, der sich schnell verliere. Er hält Koffein deshalb nicht für eine symptomatische Therapie des Parkinsonismus. Der Beitrag verweist außerdem auf Beobachtungsdaten, nach denen Parkinson-Patienten, die Kaffee oder koffeinhaltigen Tee trinken, ein geringeres Sterberisiko haben, betont aber, dass daraus noch kein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang folgt.